Bislang ist die Saison von Weltmeister Nicky Hayden alles andere als weltmeisterlich. Die Honda und auch sein Fahrstil sind noch nicht hundertprozentig in der 800cc-Klasse angekommen. Währenddessen hat Ducati mit Casey Stoner - im Vorjahr noch auf Honda - drei Siege eingefahren. Hayden hatte im Vorjahr auch ein Angebot der Italiener, entschied sich aber bei Honda zu bleiben. Ein bisschen gibt ihm das schon zu denken. "Ich würde Lügen, wenn ich behaupte, dass mir das noch nie durch den Kopf gegangen ist. Aber, ich bin, wo ich sein will", sagte Hayden gegenüber Autosport.

Denn wenn man die Vergangenheit betrachtet, war dem Amerikaner ein Wechsel zu einem neuen Hersteller nur sehr schwer möglich. "Ich war immer ein Honda-Typ. Es ist leicht zu sagen, das Gras ist auf der anderen Seite grüner. Man tanzt mit dem Mädchen, das man zum Fest mitbringt", erklärte Hayden. Außerdem wollte er die guten Ergebnisse nicht nur der Maschine von Ducati zuschreiben. "Es ist leicht zu sagen, dass es nur die Maschine ist, aber man muss sie auch noch fahren - so wie die Leute früher gesagt haben, dass man nur eine Honda auf Michelins braucht. Es ist ein Paket; es ist nicht so einfach."

Könnte man in die Zukunft schauen, wäre es etwas einfacher, meinte Hayden weiter, so hätte er beispielsweise in Kurve eins eine andere Linie gewählt. Da aber die Chance von Ducati und auch die erste Kurve bereits geschehen waren, ließ sich nur mehr über beides nachdenken. Nach Ducati kam noch der Unfall dran. Dabei hatte ihn Toni Elias von hinten angeschubst und Hayden musste durch die Wiese wieder auf die Strecke zurückfinden. "Ich fuhr bergab und die Maschinen kamen von rechts. Es hätte schnell wirklich hässlich werden können. Ich fand gerade noch etwas festen Untergrund, auf dem ich bremsen konnte", erzählte er.

Während Elias stürzte und ausschied, konnte Hayden weiterfahren, hatte allerdings einen großen Rückstand und eine nicht mehr ganz intakte Maschine. "Es gab viele Schäden. Die Karosserie rieb innen an der Radschwinge und die Schwinge selbst war auch beschädigt. Beim ersten Mal auf der Gegengeraden war ich ziemlich besorgt, dass es ein Problem geben könnte." Dem war aber nicht so und der Weltmeister erreichte schließlich als Zwölfter das Ziel.