Seinen ersten Matchball konnte Marc Marquez am Sonntag nicht nutzen. Platz zwei im Katar-GP hinter Marco Bezzecchi war nicht genug, um sich vorzeitig zum MotoGP-Weltmeister 2026 zu krönen. Das Titelrennen bleibt also offen, aber nur auf dem Papier. Denn mit 60 Punkten Vorsprung auf Jorge Martin und 74 Punkten Vorsprung auf Bezzecchi ist Marquez der WM-Triumph bei nur noch 74 zu vergebenden Punkten kaum noch zu nehmen. Es wäre Nummer acht in der Königsklasse und damit ein historischer, denn er würde damit den Rekordwert von Giacomo Agostini einstellen. 2027 könnte Marquez dann alleiniger Rekordchampion werden - wenn der spanische Superstar dann überhaupt noch am Start steht.
Stefan Bradl schockt MotoGP-Fans: Marc Marquez vor Rücktritt mit Saisonende?
Stefan Bradl äußerte am Sonntag nämlich einen brisanten Verdacht. In seiner Rolle als MotoGP-Experte bei 'ServusTV' verkündete der Bayer, dass Marquez seine WM-Karriere trotz gültigem Ducati-Vertrag bis 2028 schon mit Ende der laufenden Saison beenden könnte: "Wenn der Titel jetzt dann eingefahren wird glaube ich, dass wir das alle noch ein bisschen genießen sollten, den Marc Marquez auf dem Motorrad zu sehen. Denn mein Gefühl sagt mir - und auch das, was ich so ein bisschen mitbekommen habe - dass er nach dieser Saison, wenn er den Titel einfährt, dann vermutlich den Helm an den Nagel hängen könnte."

Eine Aussage, die natürlich für massives Aufsehen sorgt. Der verletzungsgebeutelte Marquez hatte in den letzten Jahren immer mal wieder offen mit einem Karrierende geliebäugelt, zuletzt zum Beginn des aktuellen Kalenderjahres. Er wollte damals erst herausfinden, ob er nach seiner Schulterverletzung aus dem Indonesien-GP 2025 noch konkurrenzfähig genug ist, ehe er eine Unterschrift unter einen neuen MotoGP-Vertrag bei Ducati setzte. Das tat er letztlich aber, verlängerte wie bereits erwähnt Mitte Juni offiziell bei den Roten bis Saisonende 2028.
Zwei Beweggründe, warum Marc Marquez schon 2026 aufhören könnte
Warum sollte Marquez jetzt also plötzlich doch schon Ende 2026 aufhören? Bradl nennt zwei Aspekte als mögliche Beweggründe: Einerseits den bedeutsamen achten WM-Titel und andererseits den enormen Stress der letzten Monate. "Es ist ein Ansporn für ihn gewesen, einen Titel mehr zu holen als Valentino Rossi. Einfach, weil sie eine riesen Vergangenheit haben. Sie sind nicht die besten Freunde, sie haben gemeinsam auf der Strecke gekämpft und jetzt hat er eben die Möglichkeit - so ein bisschen aus dem Nichts möchte ich sagen - den zehnten Titel zu holen und ihn dann auch in der MotoGP mit acht Titeln zu überholen", begründet Bradl.
Und weiter: "Man merkt Marc auch an, dass er nochmal extrem viel Energie in diesen Titelkampf reinsteckt. Man sieht, dass ihm die ganzen Gags und Promoaufgaben der MotoGP zu schaffen machen. Das kostet ihn Energie, Kraft und vor allem auch viel Zeit, die er eigentlich in seinen Körper investieren muss. Man weiß, wie viele Verletzungen er mitgemacht hat in den letzten Jahren und wie viel er geopfert hat." Deshalb sei aus Sicht Bradls nun der perfekte Zeitpunkt gekommen, um einen Schlussstrich zu ziehen: "Ich würde ihm wünschen, dass er den Titel holt und dann sagt: 'Servus, das wars'."
Marc Marquez "völlig ausgelaugt": Wie lange tut er sich das noch an?
Ob Marquez aktuell wirklich mit dem Gedanken spielt, seine MotoGP-Karriere schon in wenigen Wochen zu beenden, ist natürlich nicht bekannt. Bradls Worten darf aber gewiss Gewicht geschenkt werden, denn der Deutsche ist langjähriger Weggefährte von Marquez. Bei Honda arbeiteten die beiden zwischen 2018 und 2023 insgesamt sechs Jahre eng zusammen, pflegen bis heute ein gutes und geschätztes Verhältnis. Es ist also nicht davon auszugehen, dass Bradl seine Vermutung am Sonntag völlig grundlos kundtat.
Marquez selbst äußerte sich am Sonntag auf der offiziellen MotoGP-Pressekonferenz, an der stets die Top-Drei des jeweiligen Grands Prix teilnehmen, natürlich nicht zu einem möglichen Rücktritt. Was aber zumindest ein bisschen für Bradls Vermutung spricht: Marquez war schon während der Inlap zum 'Parc ferme' sichtlich ausgelaugt und bestätigte dann auch, körperlich am Ende zu sein. "Ich bin total erschöpft. Nach drei Grands Prix in Folge hatte ich dieses Wochenende sehr zu kämpfen. Am Freitag konnte ich nachmittags nur zwei Runden fahren, dann musste ich schon wieder stoppen. Auch im Warm Up bin ich erst spät rausgefahren, um Energie für das Rennen zu sparen", kommentierte er.
Der 33-Jährige aus Cervera scheint aktuell also auf dem Zahnfleisch zu gehen. "Ich war am Ende komplett erschöpft, leer. Wenn du um eine Weltmeisterschaft kämpfen willst, dann musst du alles geben und das habe ich getan", war ebenfalls noch zu hören. Ob sich Marquez dies in den kommenden zwei Jahren wirklich nochmal antun will? Das weiß aktuell nur er.
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