Das heroische Comeback von Jorge Martin nur eine Woche nach seinem schweren MotoGP-Unfall auf Phillip Island hat am Freitag in Malaysia einen Dämpfer erhalten. Der Aprilia-Fahrer hatte von den Ärzten vor dem Wochenende zunächst nur die Freigabe für das 1. Freie Training bekommen. Nach einem verhaltenen Auftakt entschieden sich die Mediziner und sein Team in der zweiten Session, den Herausforderer von Marc Marquez aus dem Wettbewerb zu nehmen. Kurz zuvor war er nur knapp einem weiteren Sturz entgangen.
Mit zwölf Runden spulte Jorge Martin am Morgen im 1. Freien Training der MotoGP ein reguläres Pensum ab. Die fleißigsten Fahrer im Feld kamen auf 17 Runden um den 5,543 Kilometer langen Sepang International Circuit. Der Bruch der rechten Speiche überhalb des Handgelenks, den er sich beim Sprint in Australien am vergangenen Samstag zugezogen hatte, machte sich im Klassement jedoch deutlich bemerkbar. Mit einem Rückstand von 1,835 Sekunden auf die Bestzeit von Marc Marquez sortierte er sich nur auf P20 ein.
Im Training am Nachmittag ging dann nichts mehr. Nach nur drei Runden vermeldete Aprilia, dass der Tag für Martin vorzeitig gelaufen ist. "In Absprache mit dem Medical Director der MotoGP, Dr. Angel Charte, wurde entschieden, dass Jorge Martin das Training nicht zu Ende fahren wird. Dadurch wird ihm zusätzliche Zeit gewährt, um sich für den Rest des Wochenendes zu erholen", heißt es im Statement des Teams. Die mit Martin geplante Medienrunde wurde vom Team in der Folge ebenfalls abgesagt.
Jorge Martin verhindert nächsten MotoGP-Unfall in Malaysia nur knapp
Im Training war er auf seiner dritten Runde in Kurve 12 um ein Haar zu Boden gegangen. Den Vorderradrutscher konnte der 28-jährige Spanier gerade noch abfangen, steuerte aber gleich darauf die Garage an. Unmittelbar danach kam die Nachricht von Aprilia, dass er das Training nicht wieder aufnehmen wird. Die Entscheidung wurde jedoch nicht durch diese Szene beeinflusst, wie das Team erklärte.
"Nein, nein, überhaupt nicht. Wir beurteilen die medizinische Situation ganz objektiv. Die Entscheidung hat nichts mit dem Schreckmoment zu tun, sondern wurde ausschließlich auf Grundlage der medizinischen Untersuchung getroffen", beteuert Aprilia-Teammanager Paolo Bonora. "Wir haben gemeinsam mit den Ärzten entschieden, nicht weiterzufahren, die Nacht abzuwarten und morgen früh zu schauen, wie es ihm geht. Im Moment fällt es ihm schwer, die körperliche Belastung einer Time-Attack zu bewältigen. Deshalb ist es besser, absolut kein Risiko einzugehen."
Marc Marquez bestimmt MotoGP-Freitag in Sepang trotz Sturz im FP2
WM-Leader Marc Marquez, der in der Gesamtwertung mit einem Vorsprung von zehn Punkten auf Jorge Martin ins 19. von 22 Rennwochenenden gegangen ist, blieb am Freitag ebenfalls nicht ohne Schreckmoment. Nach seiner Bestzeit im ersten Training ging der Ducati-Fahrer in der zweiten Session in Kurve 15 mit einem Vorderradrutscher zu Boden. Nach dem Sturz wechselte er jedoch prompt aufs Ersatzbike und fuhr davon scheinbar völlig unbeeinträchtigt mit 1:57.000 Minuten erneut die Bestzeit.



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