An diesem Wochenende bestreitet die MotoGP in Indonesien ihren 17. von insgesamt 22 Grands Prix in der Saison 2026 - oder sind es vielleicht doch nur 21? Diese Frage beschäftigt Fans der Königsklasse auf zwei Rädern schon seit Monaten. Hätte der Katar-GP eigentlich schon am 12. April stattfinden sollen, wurde er Mitte März aufgrund des Nahost-Konflikts auf den 8. November verschoben. Ob er in rund einem Monat aber wirklich nachgeholt werden kann, bezweifeln seither viele. Ende August wurde sogar schon von einer endgültigen Absage berichtet, weil sich die kritische Lage im Mittleren Osten bislang nicht gebessert hat. Nun sieht es aber so aus, als würde der Große Preis von Katar tatsächlich durchgedrückt werden.

MotoGP will Katar-GP 2026 durchführen

"Wir beobachten die Situation ganz genau", verkündete Carlos Ezpeleta, der Deputy-CEO der MotoGP Sports Entertainment Group, am Freitag nach dem aktuellen Zwischenstand befragt. Daraufhin erklärte er: "Wir planen weiterhin, nach Katar zu gehen. Aber die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Mitarbeiter sowie der Fans hat natürlich oberste Priorität. Wir werden die Lage daher weiterhin genau beobachten."

Die MotoGP wird 2026 wohl doch noch in Katar fahren, Foto: KTM Media
Die MotoGP wird 2026 wohl doch noch in Katar fahren, Foto: KTM Media

Erst am Donnerstag hatte der Nahostkonflikt wieder für Aufsehen gesorgt, nachdem die jemenitischen Huthi-Rebellen Ziele im benachbarten Saudi-Arabien angegriffen und dabei auch eine ballistische Rakete auf den Flughafen von Riad abgefeuert hatten. Diese soll mehreren Medienberichten zufolge ein dort geparktes Flugzeug stark beschädigt haben. Der Flugverkehr in Saudi-Arabien wurde daraufhin stark eingeschränkt, die deutsche Lufthansa setzte Flüge nach Riad vorübergehend sogar komplett aus.

Katar ist ein direkter Nachbarstaat von Saudi-Arabien, das Landesgebiet beginnt keine 500 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Riad. Zur Rennstrecke in Losail sind es knapp 570 Kilometer. Für Besorgnis scheint das im MotoGP-Fahrerfeld aber nicht zu sorgen. "Ich habe keine Angst davor, nach Katar zu gehen. Das ist nur ein weiteres Rennen, das ohnehin schon geplant war. Das ist Nichts, was mich nachts wach hält", kommentierte etwa Fabio Quartararo am Rande des Indonesien-GPs und meinte: "Wenn die Formel 1 geht, dann werden wir auch gehen."

MotoGP-Piloten finden sich mit Katar-GP ab: Hoffen wir, dass die Bomben wo anders einschlagen!

Die Königsklasse auf vier Rädern hat für Ende November bzw. Anfang Dezember noch zwei Grands Prix in Katar (29.11.) und Abu Dhabi (6.12.) geplant. Auch diese beiden Rennen wackelten zwischenzeitlich gewaltig, zuletzt versicherte F1-Boss Stefano Domenicalli aber, dass beide Grands Prix stattfinden werden. Da Formel 1 und MotoGP seit 2025 von Liberty Media geführt werden, rechnet auch Alex Marquez mit einer Durchführung des Katar-GPs: "Wenn die F1 geht, werden wir das Vorauskommando geben." KTM-Pilot Pedro Acosta glaubt zudem, "dass wir sowieso keine Wahl haben. Wir sind angestellt, um Rennen zu fahren. Wenn mein Team mir ein Flugticket kauft, werde ich gehen müssen." Ob ihn auch Sicherheitsbedenken davon nicht abhalten könnten? "Sollten sie eine Bombe abwerfen, hoffen wir einfach, dass sie nicht in der Nähe einschlägt", scherzte er.

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Tatsächlich sollten bei diesem Thema aber natürlich keine Späße gemacht werden, es geht schließlich um Menschenleben. Bis wann ist also mit einer finalen Entscheidung zu rechnen, ob der Katar-GP stattfinden wird oder nicht? "Es ist alles geplant", lässt Ezpeleta durchklingen, dass der Grand Prix in der Wüste ausgetragen werden wird, sollte nichts Unvorhergesehenes mehr passieren. Falls doch, würde es wohl eine Alternative geben. "Wir haben 2024 nach den unglücklichen Ereignissen in Valencia schonmal in zehn Tagen ein Event an einem anderen Ort organisiert", erinnert der Deputy-CEO an die damalige Flutkatastrophe und meint deshalb: "Es kann immer unvorhergesehene Umstände geben. Wir werden daher mit den Teams und dem Veranstalter zusammenarbeiten, um eine sichere Durchführung zu gewährleisten und Notfallpläne bereit zu haben."

Was meint ihr: Sollte die MotoGP die riskante Reise nach Katar tatsächlich antreten oder würdet ihr lieber absagen? Und im Falle einer Absage: Hättet ihr gerne einen Ersatz-GP? Wo sollte dieser stattfinden? Sagt es uns in den Kommentaren!