MotoGP

Aoki: Ein großer Schritt in der Motorrad-Geschichte - Mit Seamless: Suzuki fährt wie an der PlayStation

2016 rüstet auch Suzuki sein Motorrad endlich mit einem Seamless-Getriebe aus. Testfahrer Nobuatsu Aoki verschlägt es ob der Neuerung beinahe die Sprache.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Seit dem Italien-GP in Mugello ist Suzuki der einzige Hersteller der Motorrad-WM, dessen 1000ccm-Prototyp noch ohne Seamless-Gearbox auskommen muss. Für die Saison 2016 soll sich das aber ändern. Die Japaner haben sich die Einführung des neuen Getriebes fest vorgenommen und testen zuletzt fleißig damit. Nicht zuletzt deshalb freut sich Aleix Espargaro schon auf ein komplett neues Motorrad, das ihn und Maverick Vinales erwarten wird.

Es ist ein riesiger Unterschied.
Nobuatsu Aoki, Testfahrer

Das Seamless-Getriebe stellt die weiteren Änderungen an der GSX-RR wie Motor und Chassis in den Schatten. Maßgeblich beteiligt an der Entwicklung war Testfahrer Nobuatsu Aoki. Im Interview mit Crash.net lobte der routinierte Japaner das neue Getriebe in den höchsten Tönen: "Es ist ein riesiger Unterschied. Bei einem normalen Getriebe wird bei jedem Schaltvorgang nach oben die Zündung unterbrochen. Beim Seamless-Getriebe ist das nicht notwendig, daher gewinnt man bei jedem Hochschalten ein paar Meter."

Besonders über die Renndistanz könnte das Seamless-Getriebe Suzuki helfen - Foto: Suzuki

Seamless hilft Suzuki vor allem bei fortgeschrittener Renndauer

Was Aoki jedoch noch stärker als die nicht mehr notwendige Zugkraftunterbrechung verblüfft, ist die Tatsache, dass das Motorrad mit einem Seamless-Getriebe noch einfacher zu fahren ist: "Es ist wie an der PlayStation, wie mit einem Automatik-Getriebe. Einfach unglaublich!", fasst es Aoki kaum. "Ich würde sogar sagen, dass das ein riesiger Schritt in der Motorrad-Geschichte ist. Die Traktionskontrolle war der erste Schritt, und das hier ist der nächste!"

Wenn der Grip hinten nachlässt und das Bike anfängt, sich beim Bremsen zu bewegen, herrscht mit dem Seamless-Getriebe mehr Stabilität.
Nobuatsu Aoki, Testfahrer

Besonders bei fortschreitender Renndauer sieht Aoki die größten Vorteile der bahnbrechenden Neuerung an der GSX-RR. Im Qualifying hingegen wird es kaum einen Unterschied zu einem Motorrad mit herkömmlichen Getriebe geben, schätzt Aoki: "Bei einer schnellen Runde dürfte sich nicht viel ändern. Aber besonders dann, wenn der Grip hinten nachlässt und das Bike anfängt, sich beim Bremsen zu bewegen, dann herrscht mit dem Seamless-Getriebe mehr Stabilität.", so Aoki zu den weiteren Vorteilen, die ein Seamless-Getriebe mit sich bringt.


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