Ein "Katastrophenwochenende" erlebte Moto3-Pilot Noah Dettwiler vor anderthalb Wochen am Red Bull Ring. Zu keinem Zeitpunkt war der 20-Jährige aus der Schweiz konkurrenzfähig, fuhr seinen Rivalen im Österreich-GP chancenlos hinterher. Sieben Tage später sollte beim Grand-Prix-Debüt des Balaton Park Circuits in Ungarn daher ein Neustart erfolgen - und der gelang, wenn auch mit etwas Verspätung.
Startplatz 23 hatte am Samstagnachmittag nämlich nicht zwingend einen Aufwärtstrend bei Dettwiler erkennen lassen, lediglich Leonardo Abruzzo und Stefano Nepa schnitten im Qualifying noch schwächer ab. Doch der letzte und schließlich entscheidende Tag auf dem Balaton Park Circuit am Ostufer des Plattensees kam ja erst noch.
Noah Dettwiler erkennt: Moto3-Durchbruch im Rennen
"Ich habe einen guten Start erwischt und hatte eine gute erste halbe Runde, dann aber einen Kontakt mit einem anderen Fahrer in der fünften Kurve und habe die Positionen wieder verloren, die ich erobert hatte. Ich konnte danach aber wieder aufholen, überholen und einen guten Rhythmus fahren", blickte Dettwiler zufrieden auf seine Leistung im Ungarn-GP zurück.
Mit Platz 18 schrammte der 20-Jährige aus Basel zwar erneut an den ersten WM-Punkten der laufenden Moto3-Saison vorbei, doch diese waren diesmal nur sieben Sekunden entfernt und wären mit einem etwas anderen Rennverlauf vielleicht auch möglich gewesen. In Runde sechs waren Ryusei Yamanaka und Marcos Uriarte durch den Sturz von CIP-Teamkollege Scott Ogden nämlich kurzzeitig hinter Dettwiler zurückgefallen. An das Duo konnte er sich anschließend anhängen und nach vorne ziehen lassen. Weil der Schweizer nicht schnell genug an Nepa vorbeikam, ging der Anschluss kurz nach Rennmitte jedoch wieder verloren. Bitter, denn Yamanaka (14.) und Uriarte (15.) kamen auf den letzten beiden Punkteplätzen ins Ziel.
Noah Dettwiler hofft: Verbessertes Gefühl nach Barcelona transferieren
"Wenn ich mir das ganze Wochenende anschaue, haben wir im Rennen einen Schritt gemacht", zeigte sich Dettwiler aber auch so zufrieden. Der Trend zeige jetzt wieder nach oben: "Das Gefühl war besser. Ich bin meine beste Runde irgendwann in der Mitte gefahren und hatte auch danach noch gute Sektoren." Wo sich das Gefühl der Nummer 55 genau verbessert habe? "Vor allem im Zweikampf. Das war das erste Rennen seit ich weiß nicht wann, in dem wir wieder kämpfen und überholen konnten", erklärte Dettwiler auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com . "Das müssen wir jetzt aus diesem Wochenende mitnehmen und in Barcelona weitermachen."

Am Circuit de Barcelona-Catalunya wartet in zwei Wochen (5. - 7. September) wieder eine Rennstrecke mit gänzlich anderer Charakteristik als der enge, kurvenreiche und technische Balaton Park Circuit. Ob sich das positive Gefühl dennoch in die spanische Millionenmetropole mitnehmen lasse? "Ja. Ich denke, dass wir darauf aufbauen können", zeigte sich Dettwiler vorsichtig optimistisch. Der Moto3-Youngster hofft: "Wenn wir auf einer komplizierten Strecke schnell sein können, dann können wir auch auf einer flüssigen Strecke wie Barcelona solide dabei sein."
Ob Dettwiler und die Motorrad-WM 2026 nochmal nach Ungarn zurückkehren werden, steht derweil in der Schwebe. Alle Infos dazu liefert euch Markus in diesem Artikel:



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