Moto3

Moto3 Le Mans 2018: Arenas siegt, Riesenchaos in letzter Runde

Unglaubliches Ende im Moto3-Rennen von Le Mans: Bezzechi und Martin stürzen, di Giannantonio erhält eine Strafe und Albert Arenas staubt den Sieg ab.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Was für ein verrücktes Moto3-Rennen in Le Mans! Marco Bezzechi und Jorge Martin kämpfen das gesamte Rennen um den Sieg, stürzen aber in der vorletzten Kurve. Fabio di Giannantonio überquert als Erster die Ziellinie, wird aber für Abkürzen in Kurve zehn bestraft und erhält drei Sekunden Zeitstrafe. Somit gewinnt Albert Arenas vor Andrea Migno und Marcos Ramirez. Di Giannantonio wird nur Vierter.

Die Schlüsselszene im Moto3-Rennen von Le Mans

In der vorletzten Kurve wird das gesamte Rennen auf den Kopf gestellt. Martin und Bezzechi schießen sich aus dem Rennen. Das ermöglicht Arenas den Sieg, weil di Giannantonio zwar als Erster ins Ziel kommt, aber eine Zeitstrafe ausfasst.

Moto3 Le Mans 2018: Der Rennfilm

Start: Jorge Martin erwischt von der Pole Position einen perfekten Start und verteidigt Platz eins souverän. Dahinter halten auch Kornfeil, Bastianini und Ramirez ihre Startpositionen und nehmen die Ränge zwei bis vier ein.

1. Runde: Bezzechi überholt Ramirez in Kurve neun und schnappt sich P4.

2. Runde: Auf der Gegengerade überholt Kornfeil Martin und übernimmt die Führung.

3. Runde: Martin holt sich mit einem harten Manöver in Kurve zwei die Führung zurück. Der Tscheche muss in den Notausgang, kommt aber direkt hinter Martin zurück auf die Strecke. Bezzechi geht auch an Bastianini vorbei und ist bereits Dritter.

5. Runde: Nachdem sich Kornfeil und Martin an der Spitze mehrfach abgewechselt haben sind Bezzechi, di Giannantonio und Bastianini am Spitzenduo dran. In Kurve neun holt sich Bezzechi Rang zwei von Teamkollege Kornfeil und übernimmt in der Zielkurve die Führung von Martin.

6. Runde: Martin muss vor Kurve eins auch seinen Gresini-Teamkollegen di Giannantonio vorbeilassen und ist nur noch Dritter.

7. Runde: Martin holt sich in Turn 1 Rang zwei von di Giannantonio zurück.

10. Runde: An der Spitze hat sich nun eine fünf Mann große Gruppe abgesetzt. Bezzechi führt vor Martin, di Giannantonio, Bastianini und Kornfeil. Ramirez führt eine Sekunde dahinter die ebenfalls fünf Mann große Verfolgergruppe an.

11. Runde: Kornfeil bekommt am Ende des Rennens eine 1,3 Sekunden Zeitstrafe aufgebrummt. Er hat in der Schikane bei Kurve neun und zehn abgekürzt und dadurch Zeit gewonnen.

12. Runde: Martin geht in Kurve neun an Bezzechi vorbei in Führung.

13. Runde: Bezzechi fackelt nicht lange und holt sich die Spitzenposition in Kurve eins direkt von Martin zurück. Auch Antonelli erhält eine Zeitstrafe für Abkürzen in Kurve drei und vire. Ihm werden 1,8 Sekunden auf die Endzeit addiert.

14. Runde: Die zwei Gruppen an der Spitze sind zu einem zehn Fahrer starken Pulk verschmolzen.

15. Runde: Martin übernimmt in Turn 3 wieder einmal die Führung.

16. Runde: Erneuter Führungswechsel: Bezzechi schlägt auf Start und Ziel zurück.

18. Runde: Bezzechi kommt am Ausgang von Kurve zehn etwas von der Strecke ab und muss Martin wieder vorbeilassen.

19. Runde: Martins Führung hält nicht lange. Bezzechi geht in Kurve eins außen an ihm vorbei.

20. Runde: Martin schnappt sich mit einem harten Manöver in Kurve zwei wieder P1 von Bezzechi. Der beschleunigt ihn auf der Gegengerade aber souverän aus und geht erneut in Führung. Toller Zweikampf zwischen Martin und Bezzechi!

21. Runde: Martin bremst Bezzechi in Kurve eins aus und führt wieder, Bezzechi geht auf der Gegengerade aber wieder mit Leichtigkeit vorbei. Dahinter kämpfen di Giannantonio und Bastianini um Rang drei. In Turn 12 stürzt Bastiniani, Kornfeil fährt über sein Motorrad und hebt ab, kann aber wie durch ein Wunder sitzen bleiben.

22. Runde: Durch Bastianinis Sturz wurde die davor neun Mann starke Gruppe auseinandergerissen. Bastianini, Martin und di Giannantonio kämpfen um den Sieg. Di Giannantonio drückt sich in der vorletzten Kurve innen an Bezzechi vorbei, der kommt zu Sturz und reißt auch Martin mit.

Ziel: Di Giannantonio überquert die Ziellinie als Erster, erhält aber drei Sekunden Zeitstrafen und wird auf P4 zurückgereiht. Albert Arenas staubt den Sieg ab, Andrea Migno wird Zweiter, Marcos Ramirez Dritter. Philipp Öttl holt als 15. einen WM-Punkt.

Die Moto3-Stimmen vom Podium in Le Mans

Albert Arenas (Sieger, Angel Nieto Team): "Das ist ein unglaubliches Gefühl. Ich kann es gar nicht glauben. Ich möchte meinem gesamten Team danken, denn sie haben so hart gearbeitet. Ich musste die Saison mit einer Verletzung beginnen, was wirklich hart war. Ich wusste aber, dass ich hier um den Sieg kämpfen kann und wollte unbedingt in der Führungsgruppe bleiben. Am Ende hatte ich dann Glück. Ich möchte diesen Sieg Angel Nieto widmen."

Andrea Migno (Zweiter, Angel Nieto Team): "Ich bin wirklich happy, denn das Jahr hat für uns schwierig begonnen. Wir haben uns aber Rennen für Rennen gesteigert. An diesem Wochenende habe ich mich ziemlich stark gefühlt und am Ende Glück gehabt. Das ist eben Racing. Ich freue mich extrem über dieses Podium."

Marco Ramirez (Dritter, Bester Capital Dubai): "Mein zweiter dritter Platz in Folge! Ich bin sehr zufrieden. Ich war zuversichtlich, dass ich um den Sieg kämpfen würde können, hatte aber zu wenig Grip und wäre drei oder vier Mal fast gestürzt. "

So lief das Moto3-Rennen in Le Mans für Philipp Öttl

Philipp Öttl fiel am Start von Platz zwölf weit zurück und war nur noch 24. Öttl machte in der Folge stetig Plätze gut. Mehr als Rang 15 und ein WM-Punkt blieb für den Sieger von Jerez aber nicht.

Die Lehren des Rennens

  • Der erste Fahrer im Ziel ist nicht immer der Sieger
  • KTM wird immer stärker - drei Bikes auf dem Podium
  • In einem Moto3-Rennen kann bis zum Ende alles passieren

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