Moto3 - Interview - Öttl verzweifelt in Katar: KTM ist viel zu langsam

Deutsche Moto3-Hoffnung im Katar-GP hoffnungslos unterlegen

Philipp Öttl fuhr im Moto3-Rennen von Katar lange um die Spitzenpositionen mit, stürzte dann. Seine KTM sah er als stumpfe Waffe.
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Motorsport-Magazin.com - Philipp, du bist heute ein starkes Rennen gefahren, dann aber leider mit Juanfran Guevara kollidiert. Musstest du, nachdem du wegen einem Verbremser zurückgefallen bist, zu viel riskieren?
Philipp Öttl: Ja, klar. Ich wollte nach vorne kommen und das war nur auf der Bremse möglich. Weil es in den letzten Tagen so viel geregnet hat, war der Grip natürlich nicht gut. Dann passiert so etwas.

Warum war für dich Überholen nur auf der Bremse möglich?
Philipp Öttl: Die Hondas sind viel zu schnell und KTM viel zu langsam. Punkt. So geht das nicht. Das ist unglaublich. Ich weiß nicht, was ich machen soll.

Die Hondas sind viel zu schnell und KTM viel zu langsam. Punkt. So geht das nicht. Das ist unglaublich. Ich weiß nicht, was ich machen soll.
Philipp Öttl

Wo fehlt es bei KTM? Ist es die Beschleunigung, der Topspeed oder gar beides?
Philipp Öttl: Überall. Es fehlt dann später im Rennen auch der Grip am Hinterrad. Du kannst mit der KTM schon eine Zeit lang vorne mitfahren, weil die Hondas in den Kurven nicht so schnell sind. Auf den Geraden hast du aber überhaupt keine Chance. Da kommst du nicht mal mit Windschatten vorbei. Nicht mal annähernd.

Wenn man sich ansieht, dass die Top-5 im Rennen alle auf Honda unterwegs sind, täuscht dich dein Gefühl wohl nicht.
Philipp Öttl: Ich weiß nicht, wie es den anderen KTM-Fahrern geht, aber ich bin heute auf den Geraden nicht vorbei gekommen. Und ich glaube, dass die anderen alle schwerer sind als ich. Ich wiege 59 Kilogramm. Ein Joan Mir ist ungefähr gleich groß wie ich und da konnte ich nicht einmal daran denken, den zu überholen.

In den Trainings war Öttl bärenstark unterwegs - Foto: Schedl GP

Hat sich diese Unterlegenheit für dich vor dem Rennen schon abgezeichnet?
Philipp Öttl: In den Trainings war es schon auch schwer, aber da bin ich zumindest hin und wieder vorbeigekommen.

Natürlich hätte ich locker Zehnter werden können, aber für Platz zehn komme ich hier nicht her.
Philipp Öttl

Wäre es in Anbetracht der Umstände nicht besser gewissen, ein solides Resultat etwas weiter hinten einzufahren?
Philipp Öttl: Ich wollte das Rennen gewinnen. Dafür musste ich mich aber auf der Bremse so reinpressen, dass der Sturz früher oder später fast kommen musste. Ich habe es ein paar Mal in der ersten Kurve versucht, bin da aber immer weit gegangen. Natürlich hätte ich locker Zehnter werden können, aber für Platz zehn komme ich hier nicht her.

Hast du dich schon bei Juanfran Guevara entschuldigt?
Philipp Öttl: Ja, natürlich. RBA hat im ersten Freien Training schon einen Fahrer verloren, jetzt hab ihnen einen rausgekegelt. Das ist glaub ich das zweite Mal in meiner Karriere, dass mir so etwas passiert.


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