Moto3

Australien-GP: Brad Binder dominiert Chaos-Rennen auf Phillip Island

Im Moto3-Rennen von Phillip Island ging es drunter und drüber. Nur Weltmeister Brad Binder behielt wieder einmal kühlen Kopf.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Brad Binder kann aktuell nichts verunsichern. Auch nicht ein absoluter Chaos-GP der Moto3 in Australien, der nach mehreren Kollisionen in Runde sechs abgebrochen und neu gestartet werden musste. Binder hatte beide Rennabschnitte unter Kontrolle und gewann mit einem sicheren Polster. Andrea Locatelli wurde souveräner Zweiter. Den letzten Podiumsplatz holte sich Aron Canet, der sich gegen 15 Piloten im Kampf um Rang drei durchsetzte.

Der Rennverlauf: Bis zum Rennabbruch nach sechs Runde entwickelte sich auf Phillip Island ein klassisches Moto3-Rennen mit einer riesigen Führungsgruppe von über 15 Fahrern. Der Moto3-Grand-Prix wurde extrem hart geführt, schon vor dem Massencrash mit McPhee, Migno, Bastianini und Navarro krachte es mehrmals. Brad Binder führt zum Zeitpunkt des Abbruchs mit einem kleinen Polster von sechs Zehnteln vor Fabio Quartararo, der nach seiner Rückversetzung ans Ende des Feldes aufgrund eines falschen Motormapings innerhalb kürzester Zeit in die Spitzengruppe vorgestoßen war.

Das Rennen wurde für zehn anstatt der eigentlich verbliebenen 18 Runden neugestartet, als Startaufstellung diente der Stand von Runde fünf. Mit einer Ausnahme: Quartararos Strafe kam noch einmal zur Anwendung, er musste also wieder ans Ende des nur noch 24 Fahrer starken Feldes zurück. Vorne standen nun also Binder, Locatelli und Rodrigo. Navarro konnte nach seinem Unfall noch an die Box zurückfahren und war somit als Siebenter ebenfalls startberechtigt.

Binder konnte sich auch nach dem Re-Start wieder absetzen und hatte schnell wieder eine halbe Sekunde Polster auf seinen neuen Verfolger Locatelli herausgefahren. Der wiederum brachte schon in den ersten Runden mehrere Sekunden zwischen sich und die 16 Mann starke Hauptgruppe. Diese kämpfte bis zum Ende um Rang drei hinter Binder und Locatelli, den sich schließlich Canet holte. Er konnte Brad Binders Bruder Darryn auf der Ziellinie noch abfangen. Loi wurde Fünfter vor Martin, Ramirez, Ono, Danilo, Bendsneyder und Norrodin. Quartararos zweite Aufholjagd des Tages endete auf P12. Suzuki wurde 13. Enttäuschend verlief das Rennen für Philipp Öttl, der trotz der vielen Ausfälle nur 14. wurde. Den letzten Punkt holte Maria Herrera.

Die Zwischenfälle: Schon in der zweiten Kurve krachte es richtig. Darryn Binder, Khairul Idham Pawi, Joan Mir, Juanfran Guevara und Aron Canet waren in einen Massencrash involviert. Für Pawi, Mir und Guevara war das Rennen schon früh vorbei, Binder und Canet konnten es fortsetzen.

Nicolo Bulega crashte ebenfalls selbstverschuldet in Runde drei. Nach einem weiteren Umlauf mussten mit Fabio di Giannantonio und Francesco Bagnaia zwei Fahrer das Rennen beenden, nachdem sie von Gabriel Rodrigo in Kurve zehn torpediert wurden.

Der große Schreckmoment kam aber in Runde sechs, als John McPhee am Ausgang von Kurve neun die Kontrolle über seine Peugeot verlor und von den nachfolgenden Andrea Migno und Enea Bastianini getroffen wurde. Bastianini wurde dann noch von Jorge Navarro überrollt. Das Rennen wurde sofort unterbrochen. Bastianini stand bald wieder selbstständig auf, McPhee hingegen musste mit dem Rettungswagen von der Unfallstelle abtransportiert werden. Nach wenigen Minuten kam aber die Entwarnung, dass auch McPhee bei Bewusstsein war.

Nach dem Re-Start kam Niccolo Antonelli ganze vier Kurven weit, ehe er ohne Feindeinwirkung stürzte und das Rennen beenden musste. Jorge Navarro crashte in der letzten Runde an selber Stelle, nachdem ihn Bo Bendsneyder getroffen hatte. Gabriel Rodrigo crashte im selben Umlauf vier Kurven später.

Das Wetter: Kühl aber trocken: 13 Grad Außentemperatur gab es für das Rennen der Moto3 auf Phillip Island, was in Verbindung mit strahlendem Sonnenschein im Süden Australiens immerhin 31 Grad Streckentemperatur bedeutete.

Die Analyse: Ein weiteres Meisterstück von Brad Binder. Er fuhr in beiden Rennabschnitten absolut fehlerlos und holte sich mehr als verdient den Sieg. Eine ähnlich starke Leistung bot aber Fabio Quartararo, der sich zwei Mal beeindruckend nach vorne kämpfte und ohne die Unterbrechung wohl um das Podium gekämpft hätte.


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