Moto2

Moto2 Aragon 2018: Binder siegt, Schrötter verpasst Podest

Brad Binder erkämpft sich seinen Moto2-Sieg in Aragon hart. Marcel Schrötter kann um die Podestplätze diesmal nicht mitmischen.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Brad Binder gewinnt in Aragon das zweite Moto2-Rennen seiner Karriere. Der Südafrikaner setzt sich nach einem harten Vierkampf vor WM-Leader Francesco Bagnaia und dessen italienischen Landsmann Lorenzo Baldassarri durch. Alex Marquez, der das Rennen lange anführt, verpasst als Vierter ebenso das Podest wie der aus der ersten Reihe gestartete Marcel Schrötter. Miguel Oliveira wird nur Siebenter und hat in der Gesamtwertung bereits 19 Punkte Rückstand auf Bagnaia.

Die Schlüsselszene: Binders Attacke

Brad Binder attackierte Alex Marquez zu Mitte des Rennens mehrfach im Duell um die Führung. In der 15. Runde setzte er sich durch: Er bremste aggressiver in Turn 12 hinein und zog anschließend von außen in die Folgekurve. Dort berührte er Marquez sogarmit seiner Schulter, der daraufhin zurückstecken musste. Danach war Binder nicht mehr zu halten.

Moto2 in Aragon: Der Rennfilm

Der Start: Brad Binder verteidigt seine Pole Position vor Marcel Schrötter und Alex Marquez.

1. Runde: Marquez überholt nach wenigen Kurven Schrötter und schnappt sich dessen zweiten Platz. Miguel Oliveira verbessert sich um vier Plätze auf Rang 14, sein WM-Rivale Francesco Bagnaia hält den 4. Platz. Stefano Manzi geht in Turn vier zu Boden - sein 26. Sturz an einem Rennwochenende in diesem Jahr!

2. Runde: Oliveira schnappt sich Luca Marini. An der Spitze kann Marquez Binder kassieren, während Schrötter als Dritter eine halbe Sekunde auf das Top-Duo einbüßt.

3. Runde: Marquez kann sich etwas von Binder distanzieren, Schrötter gerät dahinter unter Druck von Bagnaia. Oliveria überholt Fernandez und Vierge und ist schon Elfter. Danny Kent geht zu Boden.

4. Runde: Schrötter fällt hinter Bagnaia zurück, Oliviera schnappt sich Lecuona.

6. Runde: Auch Baldassarri geht nun an Schrötter vorbei, der jetzt schon über eine Sekunde auf das Podest eingebüßt hat.

7. Runde: Sam Lowes leistet sich einen sehenswerten Rodeo-Ausritt durch das Kiesbett. Damit fällt er freilich an das Ende des Feldes zurück.

8. Runde: Im Podestkampf sind Marquez, Binder und Bagnaia nur durch 0,7 Sekunden getrennt, dahinter hat Baldassarri bereits 1,1 Sekunden Rückstand auf das Top-Trio. Marcel Schrötter ist aktuell mit einer Sekunde Abstand nach vorne und hinten Fünfter. Miguel Oliveira hängt noch immer auf dem 10. Platz fest.

10. Runde: Oliveira zieht an Corsi vorbei und ist Neunter. An der Spitze schieben sich die Top-3 auf eine halbe Sekunde zusammen.

12. Runde: Luca Baldassarri hat seinen Rückstand auf das Top-Trio auf eine halbe Sekunde verringert. Er saugt sich somit an die Podestplätze heran.

13. Runde: Binder geht in Kurve 17 weit und berührt mit seinem Hinterrad die Front von Bagnaia, als er wieder nach innen zieht! Bagnaia bleibt zwar sitzen, muss aber Baldassarri durchschlüpfen lassen. Nun ist die Spitzengruppe ein Quartett.

14. Runde: Binder attackiert Marquez, der aber kontern kann. Der Südafrikaner will es zu Beginn des letzten Renndrittels so richtig wissen.

15. Runde: Binder greift Marquez in Kurve 12 erneut an und berührt seinen Gegner sogar. Marquez muss diesmal zurückstecken und somit liegt Binder in Führung. Die Top-4 sind aber durch nicht einmal eine Sekunde getrennt.

16. Runde: Marquez gerät nun auch unter Druck von Baldassarri. Binder kann sich daher um 0,7 Sekunden absetzen. Marcel Schrötter bekommt ebenfalls Druck: Mir iegt nur noch eine halbe Sekunde hinter ihm.

17. Runde: Oliveira macht nun auch ernst: Er schnappt sich Pasini und Quartararo und ist bereits auf Rang sieben. Bagnaia nutzt einen Fehler von Baldassarri, der in Kurve 3 zu weit nach außen fährt. An der Spitze ist Binder nun schon um eine Sekunde enteilt.

19. Runde: Bagnaia bremst sich in die erste Kurve hinein an Marquez vorbei und schnappt sich Platz zwei. Baldassarri zeigt sich wenige Kurven später ebenfalls neben Marquez. Marcel Schrötters Situation hat sich wieder verbessert: Er fährt nun die gleichen Rundenzeiten wie Verfolger Joan Mir.

20. Runde: Wieder verliert Marquez in der ersten Kurve einen Platz als Baldassarri ihm den Podestplatz wegschnappt. Er wehrt sich noch einige Kurven mit einem Konter, aber in der Marc-Marquez-Kurve setzt sich der Italiener im Duell vorerst durch.

21. und letzte Runde: Brad Binder ist vorneweg, auch dahinter scheinen die Positionen bezogen. Oliveira nimmt Mir und somit P6 ins Visier.

Zieleinlauf: Brad Binder holt seinen 2. Moto2-Sieg vor WM-Leader Francesco Bagnaia und Lorenzo Baldassari. Alex Marquez verpasst das Podium, Marcel Schrötter kommt als Fünfter ins Ziel. Miguel Oliviera kann Joan Mir nicht mehr attackieren und belegt Rang sieben.

So lief das Moto2-Rennen für Marcel Schrötter

Von Startplatz zwei ließ sich Marcel Schrötter schon in der ersten Runde von Alex Marquez überrumpeln. In Bis zur sechsten Runde waren auch Francesco Bagnaia und Lorenzo Baldassarri an ihm vorbei. Das Podest rückte somit rasch in weite Ferne. Gegen Ende drohte Schrötter auch noch hinter Joan Mir zurück zu rutschen, doch den Moto3-Champion hielt er letztlich um 0,355 Sekunden auf Distanz. Schrötter zementierte mit der siebenten Top-7-Platzierung in Folge seinen siebenten Platz in der Moto2-Gesamtwertung ein.

Die Stimmen vom Moto2-Podest

Brad Binder (Sieger, Red Bull KTM): "Das ganze Wochenende war unglaublich. Meine Positionen waren nicht immer gut, aber ich habe nur auf das Rennen hingearbeitet. Ich habe gestern im Qualifying alles gegeben. Im Rennen habe ich am Anfang meine Reifen geschont. Danach habe ich gepusht. Als ich dann an der Front war, habe ich meine Pace erhöht. Ich kann meinem Team nicht genug danken."

Francesco Bagnaia (Zweiter, Sky VR46): "Ich bin nicht gut gestartet. Es war schwierig, Schrötter zu überholen. Dann habe ich stark gepusht, um die Lücke zu schließen. Danach waren meine Reifen so heiß, dass ich keine konstanten Rundenzeiten fahren konnte. Trotzdem bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Die Punkte sind wichtig für die Weltmeisterschaft."

Lorenzo Baldassarri (Dritter, Pons Racing): "Es ist schön wieder auf dem Podium zu stehen. In den letzten Rennen hatten wir Probleme, vor allem im Qualifying habe ich ein paar Fehler gemacht. Ich wusste von Anfang an, dass ich stark und schnell war. Also konnte ich ums Podium kämpfen. Seit Freitag haben wir einen guten Job gemacht. Es ist ein tolles Ergebnis für uns."


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