Moto2

Österreich GP: Die Schweizer Fahrer im Check von Spielberg

Mit dem Sieg wurde es nichts: Thomas Lüthi musste sich in Österreich dem Marc-VDS-Duo geschlagen geben. Die Schweizer Piloten im Check:
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Sonntag

Thomas Lüthi (3.): Nach dem Überraschungssieg von Brünn war es dieses Mal wieder business as usual, dass Thomas Lüthi im Kampf um die Spitzenpositionen mitmischte. Lüthi war stets Bestandteil der Spitzengruppe und lieferte sich vor allem mit Alex Marquez Rad-an-Rad-Duelle. Ein Verbremser in der Remus-Kurve drei Runden vor Schluss brachte die Vorentscheidung - Lüthi musste sich danach mit dem dritten Platz hinter Morbidelli und Lüthi zufrieden geben.

"Mir hat das Rennen Spaß gemacht. Aber jedes Mal, wenn ich Alex Marquez überholt habe, habe ich am Kurvenausgang verloren. Ich hatte den Speed, ich hätte Franco einholen können und mit ihm kämpfen können. Aber am Ende habe ich ein Podium einfahren können, das ist toll. Das Team hat einen super Job gemacht."

Dominique Aegerter (9.): Glück für Dominique Aegerter in Spielberg: Der Schweizer konnte sich dem Sturz-Chaos in der ersten Kurve entziehen und sein Rennen unbeirrt fortsetzen. Danach lag Aegerter immer im Bereich um Platz zehn und konnte sich dort auch gegen die Konkurrenz behaupten. Einzig Jorge Navarro musste er ziehen lassen, dennoch wurde es am Ende Platz neun für Aegerter.

"Ich bin soweit mit diesem Rennen zufrieden. Ich bin von 13 auf Rang neun nach vorn gefahren und habe gerade mal knapp 15 Sekunden auf die Siegerzeit verloren. In den letzten vier Rennen hatte ich nur vier Punkte geholt und drei Mal kam ich wegen technischen Ausfällen nicht ins Ziel. Vor dem Rennen habe ich etwas Druck gespürt, weil das gewisse Vertrauen erst zurückkommen musste. Es war nicht einfach zu vertrauen, dass bis zum Schluss alles hält, dass man über die gesamte Distanz schnell fahren kann und dass man wieder einmal ein Top-Zehn-Ergebnis nach Hause fahren kann. Daher wollte ich den neunten Rang sicher ins Ziel bringen. Zum Schluss habe ich daher nichts mehr riskiert, um Navarro noch zu überholen. Zunächst war ich aber ein wenig schneller als er, fand aber keinen Platz, um ihn zu überholen."

Jesko Raffin (18.): Ein großer Profiteur der Startphase war Jesko Raffin, der von seinem Startplatz außerhalb der Top-30 bis auf die 16. Position nach vorne gespült wurde. Dort konnte sich Raffin aber nicht halten, er fiel im weiteren Rennverlauf wieder aus den Top-20 heraus. Durch die Ausfälle vor ihm konnte Raffin den Österreich-GP schließlich auf der 18. Position beenden.

"Anfangs des Rennens gab es einen großen Sturz in der ersten Kurve. Zum Glück war ich an der Innenseite und konnte dem Chaos entkommen. 18., das ist einfach noch nicht genug. Ich hatte das ganze Weekend über Probleme. Das einzig Positive ist, dass ich im Rennen meinen Rhythmus durchziehen konnte und mich besser gefühlt habe, als in den Trainings. Aber wir waren zu langsam am Freitag sowie am Samstag, ich konnte keine Wunder mehr vollbringen. Am Montag erwartet uns ein Testtag. Wir haben vieles auszuprobieren und in zwei Wochen ist schon das nächste Rennen."

Samstag

Thomas Lüthi geht den Österreich-GP von Platz fünf aus an - Foto: Tobias Linke

Tom Lüthi (5.): Wieder war Tom Lüthi in Spielberg der stärkste Schweizer Moto2-Fahrer. Im Qualifying fuhr er eine 1:29.696 und holte sich damit mit drei Zehnteln Rückstabnd und Startplatz fünf eine gute Ausgangsposition für sein Rennen. Allerdings geht sein ärgster Rivale, WM-Leader Morbidelli, als Zweiter eine Reihe vor Lüthi ins Rennen. Positiv für den Schweizer: Im dritten Freien Training am Vormittag zeigte er sich bärenstark und toppte die Zeitenliste.

"Natürlich würde ich morgen lieber in der ersten Reihe stehen. Aber auch der fünfte Platz ist OK. Im Vergleich zum Training am Vormittag hatte ich Probleme auf der Bremse und konnte mich nicht mehr viel verbessern. Ich war am Limit. Nun müssen wir uns noch die Frage bezüglich der Reifenwahl stellen: Pasini fuhr seine schnellsten Zeiten mit dem weicheren Pneu, Morbidelli, die anderen und auch ich fuhren mit beiden Pneus auf demselben Niveau. Die Abstände sind gering und vielleicht ist es gar nicht schlecht, nicht auf der Pole zu sein – so bin ich der Jäger, und nicht der Gejagte. Meine Taktik? Es wäre sicher ein Fehler, sich nur auf Morbidelli zu konzentrieren und jetzt schon auf den Titel fokussiert zu sein. Es bleiben noch immer acht Rennen. Und die gilt es zu gewinnen!"

Dominique Aegerter (14.): Auch am Samstag zeigte Dominique Aegerter in Spielberg eine solide Leistung. Er verbesserte seine Rundenzeit im Qualifying stetig. Am Ende blieb die Uhr bei 1:30.247 stehen, das bedeutete mit acht Zehnteln Rückstand auf Spitzenreiter Pasini Startplatz 14 und somit Reihe fünf. Bis zu Vierge auf dem neunten Startplatz werden die Rivalen und Aegerter aber je nur durch Hundertstelabstände getrennt, damit ist im Rennen für den Eidgenossen noch alles möglich.

"Der 14. Startplatz ist sicher nicht das, was ich eigentlich für heute erwartet habe. Auf der anderen Seite sind 0,8 Sekunden Rückstand nicht übertrieben viel. Ich hatte eigentlich das gesamte Wochenende ein gutes Gefühl, doch im Qualifying vermochte ich es nicht für eine superschnelle Runde umzusetzen. Ich muss auch dazu sagen, dass ich alleine fuhr und nie einen guten Windschatten hatte. Natürlich ist es ein bisschen schade, dass wir nicht weiter vorne stehen. Doch ich werde alles geben, um morgen ein ordentliches Top-Zehn-Ergebnis einzufahren."

Jesko Raffin (31.): Völlig zum Vergessen war das Qualifying für Jesko Raffin. Erneut wollte der Knoten nicht platzen, sein Abstand auf die Spitze vergrößerte sich stattdessen im Vergleich zum Vortag auf trockener Strecke noch um mehrere Zehntelsekunden. Raffin handelte sich über 2,4 Sekunden Rückstand ein und konnte am Ende nur Rookie Pawi hinter sich lassen. Damit geht er als 31. aus Startreihe elf in sein Rennen.

"Ich habe am Vormittag so viele Runden wie möglich mit den selben Reifen gemacht und hatte kein schlechtes Gefühl. Auch mein erster Run im Qualifying war nicht schlecht, leider wurde meine schnellste Rundenzeit aber gestrichen, weil ich bei einer Kurve zu weit raus gefahren bin. Ich habe auch den härteren Reifen noch ausprobiert, da habe ich das Vertrauen aber total verloren. Ich konnte nicht mehr wie gewohnt in die Kurven fahren."

Jesko Raffin fand in Spielberg auch im Qualifying keine gute Pace - Foto: Tobias Linke

Freitag

Tom Lüthi (2.): Tom Lüthi war am Spielberg-Freitag der schnellste Schweizer. Am Morgen bei schweren Regenfälle brauchte er ein bisschen Eingewöhnungszeit und beendete die Session mit einer 1:32.135 nur auf Rang zehn. Damit fehlten im 0.932 Sekunden auf den Schnellsten Miguel Oliveira, der seine Bestzeit aber noch im Trockenen setzte. Am Nachmittag bei Sonnenschein lief es für Lüthi besser. Er konnte während der Session die Bestzeit fahren, wurde aber im letzten Moment von WM-Konkurrent Franco Morbidelli verdrängt. Mit einer 1:30.242 landete Lüthi auf Platz zwei, auf Morbidelli fehlen ihm aber nur 0.031 Sekunden.

"Einzig ein kleines Problem mit dem vorderen Bremsdruck hat uns heute zu schaffen gemacht. Die zwei Hinterreifen, die wir zur Verfügung haben, sind sehr unterschiedlich und wir sind überrascht von dem Grip der Strecke, der sehr anders ist als noch im letzten Jahr. Ich weiss nicht, ob die Strecke nach dem Formel1-GP irgendwie gewaschen wurde, aber es ist viel weniger Gummi drauf als gewöhnlich. Es war ein guter erster Tag und man kann sicher sein, dass dieses Weekend, genau so wie alle Kommenden Rennen, ein reines Morbidelli-Lüthi-Duell sein wird. Ich habe es bereits anfangs der Saison gesagt: Wir haben viele starke Fahrer hier in der Moto2-Klasse, die sich alle zeigen werden."

Dominique Aegerter (12.): Für Dominique Aegerter lief es umgekehrt. Am Vormittag blühte der Schweizer im Regen auf und fuhr hinter Miguel Oliveira auf den zweiten Platz. Seine Bestzeit war eine 1:31.361, damit lag er 0.158 Sekunden hinter dem KTM-Piloten Oliveira. Trotzdem er seine Bestzeit am Nachmittag unter trockenen Bedingungen natürlich verbesserte, reichte es da nur für den zwölften Platz. Mit einer 1:30.854 fehlen ihm 0.643 Sekunden.

"Heute Morgen hatten wir zwar nur sechs Runden im Trockenen, doch wir sind sehr schnell auf ansprechende Rundenzeiten gekommen. In der zweiten Session konnten wir allerdings diese gute Position nicht ganz verteidigen. Viel erfreulicher war aber, dass wir viele starke Rundenzeiten fahren konnten. Das gibt Zuversicht für das weitere Wochenende. Diese Strecke liegt mir und ich denke, ich kann hier viel mit meinem Fahrstil gutmachen, auch wenn das Bike nicht perfekt ist. Daher habe ich ein gutes Gefühl für Samstag und Sonntag."

Jesko Raffin (29.): Jesko Raffin landete am Vormittag mit einer 1:33.541 auf den 26. Rang. Am Nachmittag verbesserte er seine Rundenzeit zwar auf eine 1:31.978, über einen 29. von 32 Rängen reichte diese Zeit aber nicht hinaus. Ihm fehlen damit 1.767 Sekunden auf den Schnellsten Franco Morbidelli.

"Ein komplizierter erster Tag für mich. Ich bin natürlich enttäuscht über diesen 29. Platz. Am Vormittag in den etwas spezielleren nassen Bedingungen war ich in den Top-20, das war nicht schlecht. Aber am Nachmittag habe ich viel gesucht, und einfach kein Gefühl fürs Motorrad gefunden. Ich habe einige Probleme im zweiten Teil der Strecke, wo ich eine halbe Sekunde in nur zwei Kurven verliere. In dieser Klasse ist das enorm viel! Morgen werden wir eine andere Gabel ausprobieren, mit der wir auch schon bei den Tests in Brno, knapp zwei Wochen vor dem Rennen, gute Erfahrungen gemacht haben. Wir hoffen, dass wir damit einen Schritt weiter kommen"


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