Moto2 - Katalonien GP: Die deutschen Fahrer im Check

Philipp Öttl rettet Punkte

Schwarzer Sonntag für Cortese und Schrötter: Beide scheiden vorzeitig aus. Einzig Öttl rettet Punkte. Die deutschen Fahrer im Check:
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Sonntag

Marcel Schrötter (Moto2, DNF): Im Moto2-Rennen legte Marcel Schrötter zunächst den Rückwärtsgang ein. Von Platz 14 gestartet, fiel der Deutsche in der Anfangsphase aus den Punkten raus und lag auf P16. Schrötter kämpfte sich aber wieder nach vorne bis in die Top-10. Gegen Rennende kämpfte er gegen Takaaki Nakagami und Xavi Vierge um Platz acht. Das Rennen war jedoch vorzeitig vorbei, denn wenige Kilometer vor Schluss stürzte Schrötter nach einer Berührung mit Nakagami.

"Es war wieder schwierig am Start. Die ersten zwei Schikanen sind unglaublich schwer wenn du hinten drin bist. Eine falsche Entscheidung und schon bist du auf Deutsch gesagt in der Scheiße. Das Rennen war okay, aber unglaublich anstrengend, weil du von der ersten Runde permanent am sliden bist und mit richtig viel Körperspannung fahren musst. Es ist natürlich enttäuschend, weil es wären wichtige Punkte für die Meisterschaft gewesen, dass wir Richtung Top-10 kommen. Ich glaube Corsi, Syahrin und Co. waren alle hinter uns, aber schade. Der Ansatz war und jetzt müssen wir einfach weiter machen. Ich freue mich schon auf Assen."

Sandro Cortese (Moto2, DNF): Am Start verlor Sando Cortese viele wertvolle Positionen. Der Deutsche rutschte von Startposition 12 bis auf Rang 21 ab. In Runde zwölf war das Rennen für Cortese endgültig gelaufen. Zuvor noch von Remy Gardner überholt worden, stürzt der Dynavolt-Intact-GP-Pilot in Kurve eins ins Aus.

"Ich habe nach fünf, sechs Runden ein bisschen zu kämpfen gehabt mit dem Bike, das ist generell mein Problem im Rennen. Ich bin dann ganz normal in die Kurve reingerutscht, habe mich mit dem Motorrad abgefunden und bin dann per Highsider in die Kurve geflogen. Das war wirklich ein extrem großer Slide und ich habe es dann nicht mehr fangen können und bin einfach kopfüber in die Kurve reingeflogen. Das war ein schlimmer Sturz, Gott sei Dank ist nichts passiert. Umso ärgerlicher, dass ich in dieser Position gestürzt bin, das sagt momentan meine Lage und mehr gibt es momentan nix zu sagen."

Philipp Öttl (Moto3, 13.): Alle Chancen auf ein gutes Ergebnis gab Philipp Öttl bereits am Start aus der Hand. Öttl wurde in Kurve eins weit geschickt und reihte sich danach am Ende des Feldes wieder ein. Von dort aus startete der Deutsche eine furiose Aufholjagd. Mit der teilweise schnellsten Pace im gesamten Feld kämpfte sich Öttl noch von außerhalb der Top-30 bis auf Platz 13 vor und rettete so drei Punkte.

"Ab dem nächsten Rennen muss ich mit meinem Team noch mehr an der richtigen Strategie für das Zeittraining arbeiten. Bei so schnellen Rennen wie hier in Barcelona, konnte ich den Rückstand aus der ersten Runde nicht mehr aufholen. Darum liegt der Fokus auf einem besseren Startplatz. Beim Test in den nächsten Tagen wollen wir versuchen, die KTM noch konkurrenzfähiger machen."

Samstag, 10.06.

Sandro Cortese konnte sich im Team-Duell im Qualifying durchsetzen - Foto: Tobias Linke

Sandro Cortese (Moto2, 12.): Sandro Cortese beendete das Qualifying in Katalonien auf dem zwölften Platz und damit als bester deutscher Pilot. Ins Rennen geht er damit am Ende der vierten Startreihe. Auf die Bestzeit von Alex Marquez fehlten ihm 1.292 Sekunden, Corteses Bestzeit ist eine 1:50.700. Im FP3 am Vormittag wurde Cortese mit einer 1:51.133 16.

"Ein zwölfter Platz ist einigermaßen Ok, aber um ganz ehrlich zu sein, sind wir vom Gefühl her am Limit. Wir arbeiten hart am Motorrad, um in Richtung Top-10 zu kommen. Natürlich war das heute sehr knapp. Die ersten zwei, drei Fahrer haben einen sehr starken Rhythmus, aber von Platz vier weg, fehlt uns nur eine halbe Sekunde. Wir müssen dringend etwas finden, um über die Renndistanz mithalten zu können. Wir haben vielleicht zwei, drei gute Runden, vielleicht auch vier, aber es strengt extrem an. Wir müssen jetzt analysieren und schauen, wie wir uns vielleicht noch bis morgen verbessern können."

Marcel Schrötter (Moto2, 15.): Marcel Schrötter schnitt etwas weniger gut als sein Teamkollege Cortese ab. Er qualifizierte sich auf den 15. Rang und startet damit am Ende von Reihe fünf ins Rennen. Auf Marquez' Bestzeit fehlen ihn mit seiner 1:50.757 ganze 1.349 Sekunden. Im dritten Freien Training fehlten ihm 0.954 Sekunden auf die Bestzeit von Marquez, womit er auf dem 17. Rang landete.

"Egal, was wir probieren, wir kommen einfach nicht vorwärts. Wir geben alle unser Bestes, aber es ist einfach so enttäuschend, wenn man keinen Erfolg dabei sieht. Momentan ist es schwierig, den nächsten Schritt zu finden. Wir müssen einfach weiter dranbleiben und schauen, wo wir etwas verbessern können. Es ist so verdammt eng, umso enttäuschender ist es, wenn man eben bloß Fünfzehnter ist. Die ersten sind extrem schnell, aber die Top-10 ist nicht weit entfernt. Momentan fehlt uns einfach etwas. Ich versuche, mich immer bestmöglich vorzubereiten, um ein gutes Timing zu haben und gebe auch auf dem Motorrad alles. Ich hoffe, dass wir für morgen noch etwas finden. Die Pace, auch im Training, war nicht schlecht und wir haben dennoch Chancen, im Rennen in die Top-10 zu fahren."

Philipp Öttl (Moto3, 17.): Philipp Öttl muss sich mit einem ernüchternden Qualifying-Resultat zufrieden geben. Lange lag der Deutsche im Qualifying auf einem Top-10-Platz, am Ende legte die Konkurrenz aber nach und schob Öttl auf den 17. Platz zurück. Durch eine gestrichene Bestzeit eines Konkurrenten startet Öttl zwar vom 16. Platz und damit vom Anfang der sechsten Startreihe ins Rennen, allerdings fehlen ihm mit seiner 1:54.589 ganze 1.221 Sekunden auf den Polesetter Jorge Martin. Am Vormittag wurde Öttl im dritten Freien Training Zehnter.

"Mit Startplatz 17 bin ich überhaupt nicht zufrieden. Bis zur letzten Runde hatte ich noch Rang sechs inne, bevor ich dann zurückgereicht wurde. Dennoch fühle ich mich gut und werde im Rennen am Sonntag alles geben."

Marcel Schrötter startet in Katalonien aus Reihe fünf - Foto: Dynavolt Intact

Freitag, 09.06.

Sandro Cortese (Moto2, 11.): Auch in Barcelona lief es für Sandro Cortese zunächst nicht gerade wunschgemäß. Der Deutsche ließ weiterhin eine konkurrenzfähige Pace vermissen, erzielte im FP1 aber immerhin Rang 16. Besser lief es da schon am Nachmittag. Cortese zeigte sich leicht formverbessert und wurde am Ende guter Elfter. Positiv: Cortese blieb sitzen.

"Es war ein positiver Tag, wir haben von heute Morgen auf heute Mittag eine große Änderung gemacht und ich bin soweit zufrieden. Ich denke wir haben jetzt die richtige Richtung eingeschlagen, haben sehr viel für die Rennabstimmung gearbeitet und wir sind auf dem Weg zur Top-Ten. Dennoch müssen wir geduldig sein, es war jetzt ein Training, was positiv verlief. Für das Qualifying morgen und das Rennen am Sonntag müssen wir nochmals zulegen. Ich hoffe, dass unsere harte Arbeit belohnt wird und ich möchte meinen Jungs danken, die haben sich heute wieder echt ins Zeug gelegt und haben Dinge probiert, die vielleicht nicht offensichtlich in unsere Richtung gingen."

Marcel Schrötter (Moto2, 13.): Weiterhin grundsolide ist Marcel Schrötter unterwegs. Der Deutsche holt das Mögliche aus seinem Paket heraus und fuhr am Freitag in Barcelona in beide Sessions in die Top-15. Am Vormittag im FP1 wurde es Platz zwölf für Schrötter, am Nachmittag P13. Einen Rückschlag in Form eines Sturzes musste Schrötter allerdings in der zweiten Session verkraften.

"Wir haben massive Probleme, in einem sicheren Bereich zu fahren, und nicht ständig einen Sturz zu riskieren. Ich musste jede Runde kämpfen, um das Vorderrad vorm Einklappen abzufangen. Ich habe mich mit den Änderungen, die wir vorgenommen haben, eigentlich ganz wohl gefühlt. Wir haben uns definitiv verbessert. Mit dem Vorderrad haben wir aber noch arge Probleme. Wir werden das jetzt analysieren und schauen, dass wir das Problem lösen. Wir sind nicht allzu weit weg, auch wenn die Position nicht den Erwartungen entspricht."

Philipp Öttl (Moto3, 12.): Einen soliden Start ins Wochenende legte Philipp Öttl hin. Am Morgen war die Strecke wegen des Regenschauers über Nacht noch nass, trotzdem fuhr sich Öttl bis auf Platz acht nach vorne. Am Nachmittag war es dagegen schon trocken. Öttl legte eine fehlerfreie zweite Trainingssession hin und lag am Ende auf Platz zwölf. Dabei war der Deutsche der erste Fahrer mit einem Rückstand von über einer Sekunde.

"Leider habe ich heute keine zweite schnelle Runde zusammengebracht, weil ich mich in der ersten Kurve verschalten habe und weit gehen musste. Mit zwei fliegenden Runden am Stück wäre meine Zeit aussagekräftiger. Mit gefällt die neue Streckenführung überhaupt nicht, denn jetzt hat der Kurs eigentlich zwei verschiedene Charaktere. Zu Beginn flüssig und normal schnell und im zweiten Teil komplett eng. Man muss sich mitten auf der Runde echt umstellen."


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