Moto2 - Spanien GP: Die Schweizer Fahrer im Check

Aegerter und Lüthi landen hinter Schrötter

Dominique Aegerter hat Grund zur Freude: Er startet von Platz drei in den Spanien GP. Die Schweizer Piloten im Check:
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Sonntag

Dominique Aegerter (7.): Die tolle Ausgangsposition mit Startreihe eins konnte Aegerter nicht zu einem Podestplatz ummünzen. Bereits nach zwei Runden war er aus den Top 3 herausgefallen, hielt jedoch stets den Anschluss. In Rudne 14 aber musste er sowohl Marcel Schrötter, als auch Luca Marini vorbeiziehen lassen. In den Schlussrunden hing Aegerter dem Deutschen im Heck, kam aber nicht vorbei. Rang sieben schlussendlich für ihn.

"Zu Platz sieben braucht es keine Gratulationen. Nach diesem Rennen überwiegt eigentlich die Enttäuschung, obwohl ich mich aufgrund des guten Startplatzes sehr darauf gefreut hatte. Doch die heißen Temperaturen haben uns nicht in die Karten gespielt. Die Rundenzeiten waren allgemein nicht so schnell, weil ich denke, dass alle ziemlich gerutscht sind. Bei uns war dieses Problem allerdings heftiger als erwartet. Im Kurveneingang hatte ich für die Front zu wenig Gefühl, ich konnte daher nicht so hart pushen. Trotzdem wollte ich den dritten Rang natürlich unbedingt verteidigen. Doch ich musste bald feststellen, dass ich dafür ein hohes Risiko hätte gehen müssen."

Tom Lüthi (8.): Im Gegensatz zu Aegerter ging es für Lüthi während des ganzen Rennens nur nach vorne. Nach Startplatz 12 arbeitete sich Lüthi kontinuierlich durch das Feld. Bereits nach neun Runden lag er auf dem achten Platz und schaffte in den Schlussrunden den Anschluss an Aegerter und Schrötter. Mit einem übermütigen Manöver versuchte Lüthi, den Weg an seinem Landsmann vorbei zu finden. Doch er verbremste sich komplett und verlor wertvolle Zeit, die er am Ende nicht mehr aufholen konnte.

"Ein sehr schwieriges Wochenende. Genau wie in den Trainings hatte ich große Probleme. Ich konnte meine Zeiten einfach nicht verbessern. Ich bin natürlich enttäuscht und wir müssen unbedingt herausfinden, was das Problem war, um uns in Le Mans wieder verbessern zu können. Ich war von Anfang an am Limit, meine Zeiten waren von der ersten bis zur letzten Runde gleich. Das zeigt, dass ich wirklich keine Chance hatte. Ich konnte einfach nicht überholen, habe Dominique zwar einmal angegriffen, musste dann aber die Ideallinie verlassen und konnte die Position nicht behalten. Ich hatte überhaupt keine Reserven und konnte nicht mehr geben. Trotz allem hatten wir Glück und konnten ein paar Punkte in der Weltmeisterschaft gut machen."

Jesko Raffin (20.): Ein wenig spektakuläres Rennen lieferte Jesko Raffin ab. Von Rang 26 aus gestartet blieb Raffin fehlerfrei und kam schließlich als 20. ins Ziel. Auf die Punkte fehlten ihm jedoch 17 Sekunden.

"Um in der Moto2 konkurrenzfähig zu sein musst du 100 Prozent fit sein. Um mit den besten der Welt mithalten zu können, musst du alles geben, sonst bist du praktisch chancenlos. Natürlich ist es schade, dass wir wegen meiner gesundheitlichen Probleme nicht wie gewünscht arbeiten konnten hier in Jerez. Ich muss jetzt schnell wieder gesund werden, um in Le Mans wieder alles geben zu können. Im Warm Up heute habe ich trotz allem interessante Erkenntnisse gewinnen können und wir sind definitiv stark genug, um in die Punkte fahren zu können, wenn ich nicht so geschwächt bin wie an diesem Wochenende."

Samstag

Dominique Aegerter (3.): Dominique Aegerter wusste auch am Samstag in Südspanien zu überzeugen. In der dritten Freien Trainingssession reichte es zwar nur für den achten Platz, im Qualifying lief es dafür jedoch umso besser. Zwar hatte der Schweizer mit einem üblen Highsider zu kämpfen, vorher konnte er sich jedoch auf Rang drei schieben. Diesen Platz verlor er auch nach seinem Crash nicht. Da er ihn unverletzt überstand, geht Aegerter damit am Ende der ersten Startreihe ins Rennen.

"Wir haben nicht nur an diesem Wochenende gute Arbeit geleistet. Die Basis für die erste Startreihe haben wir eigentlich schon während der Wintertests hier in Jerez geschaffen. Wir haben damals schon eine gute Basis gefunden. Doch am meisten freut mich, dass ich heute einen Tick schneller war als beim offiziellen Test Anfang März. Das bedeutet, ich habe meine persönliche Bestzeit auf dieser Strecke verbessert. Noch dazu an einem Rennwochenende. Leider hatte ich auch einen Sturz, weil ich wohl zu hart gepusht habe. Ich war einfach am Limit, als ich über das Vorderrad abgeflogen bin. Ich war aber nicht der Einzige, was zeigt, dass die Bedingungen zum Zeitpunkt des Qualifying nicht einfach waren."

Tom Lüthi (12.): Auch für Tom Lüthi lief der Qualifying-Samstag in Jerez nur wenig erfolgreich. Nachdem er am Freitag nur 14. wurde, schaffte er es in der Vormittags-Session des Samstags immerhin auf Rang 12. Im Qualifying hielt er diese Position ebenfalls. Damit startet Lüthi am Ende der vierten Startreihe ins Rennen am Sonntag.

"Im Vergleich zur Spitze bin ich überall langsamer. Beim Anbremsen sowie beim Herausbeschleunigen. Wir haben den ganzen Tag verschiedene Sachen am Motorrad ausprobiert, das hat uns viel Zeit gekostet. Der Weg, den wir dann zuletzt im Qualifying eingeschlagen haben, ist interessant. Leider hatten wir aber zu wenig Zeit, um ihn noch weiter zu verfolgen. Dennoch ist der Abstand zur Spitze zu groß. Positiv ist, dass ich es noch vom 20. auf den zwölften Platz geschafft habe, aber ich bin klar enttäuscht von diesem Tag."

Jesko Raffin (26.): Jesko Raffin startet aus der neunten Startreihe in den Spanien GP in Jerez. Damit liegt er auf der vorletzten Startreihe. Auf den Polesetter Marquez fehlen ihm 1.712 Sekunden. Am Vormittag im dritten Freien Training wurde er ebenfalls 26.

"Es geht mir nicht mehr so schlecht wie gestern, aber ich bin definitiv noch nicht zu 100 Prozent fit. Mir fehlt die Kraft, die langen Kurven sind schwierig durchzuhalten. Das Rennen wird lang, 25 Runden, und heute hatte ich bereits nach sieben Runden Krämpfe. Ich weiß aber auch, dass hier in Jerez, vor allem wenn es so heiß ist, immer viel passieren kann. Wenn ich heute im selben gesundheitlichen Zustand bin wie morgen, sind die Top-20 das Ziel. Ich hoffe aber, dass es mir besser geht - dann möchte ich sicher, wie immer, in die Punkte fahren."

Dominique Aegerter wurde im Qualifying Dritter - Foto: Tobias Linke

Freitag

Dominique Aegerter (2.): Der erste Trainingstag in Jerez begann für Dominique Aegerter nur bedingt erfolgreich. Im ersten Freien Training fuhr der Schweizer nur auf den 17. Rang. Erst am Nachmittag schaffte er es, sich in Bestform zu bringen und führte die Session zeitweilig an. Letztendlich wurde er zwar von Alex Marquez geschlagen, konnte sich aber auf dem zweiten Rang im FP2 und in der Gesamtwertung halten. Auf den Spanier fehlen ihm jedoch nur 0.158 Sekunden.

"Mit diesem Start in das Wochenende dürfen wir zufrieden sein. Die vielen Tests hier in Jerez haben gezeigt, dass wir gute Vorarbeit für die Saison geleistet haben. Wir haben im Winter ein gutes Setting erarbeitet. Auf meine schnellste Rundenzeit beim offiziellen Test im März fehlen zwar 0,9 Sekunden, aber das ist kein Grund zu Besorgnis. Die Streckenverhältnisse waren heute nicht optimal. Hinsichtlich der Renndistanz mit 25 Runden haben wir noch etwas Arbeit vor uns, bevor wir uns morgen Nachmittag im Qualifying voll und ganz auf eine schnelle Runde konzentrieren können."

Tom Lüthi (14.): Nach einem guten Saisonauftakt geht es für Tom Lüthi in Jerez ins erste Tief der Saison. Schon im ersten Freien Training schaffte es der Interwetten-Pilot nur auf Rang 13, am Nachmittag ging es mit Platz 14 sogar noch einen Schritt zurück. In der Gesamtwertung des Tages hält Lüthi ebenfalls diesen Platz.

"Das ist die Moto2-Klasse in ihrer ganzen Pracht. Trotz nur kleinen Problemen finden wir uns auf dem 14. Platz wieder. Wir haben das gewünschte Setup noch nicht gefunden und müssen weiter mit Gilles arbeiten. Ich bin noch acht Zehntel von der Bestzeit entfernt und doch am Limit. Nach dem Rennen in Texas hätte ich grundsätzlich nicht erwartet, dass die Unterschiede hier in Jerez so groß sein würden. Aber einmal mehr: Am Sonntag im Rennen ist es entscheidend, das beste Motorrad zu haben, um kämpfen zu können wann und wo immer es nötig ist."

Jesko Raffin (27.): Nach einem guten Start ins Jahr scheint Jesko Raffin in Jerez wieder auf Probleme gestoßen zu sein. Das erste Training des Freitags beendete er noch als Zehnter, am Nachmittag fiel er jedoch auf den 27. Rang zurück und ließ damit nur fünf Piloten hinter sich. In der kombinierten Wertung des Tages liegt Raffin ebenfalls auf Platz 27.

"Ich bin am Mittwoch angereist und habe mich da schon nicht fit gefühlt. Ich bin wirklich stark erkältet, habe überhaupt keine Kraft und keine Reserven. Am Morgen im ersten Training war es nicht einmal sehr anstrengend, da man in diesen Verhältnissen nicht total ans körperliche Limit gehen muss. Aber am Nachmittag war es anspruchsvoller. Ich war natürlich in der Clinica Mobile, sie haben mir Medikamente gegeben und ich werde nun direkt ins Hotel gehen, viel Tee trinken und mich erholen. Hoffentlich geht es mir dann morgen früh wieder besser."


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