Moto2

Die deutschen Piloten im Check für den Spanien GP 2017 in Jerez

Marcel Schrötter setzt seinen Aufwärtstrend in den Rennen auch in Jerez fort. Für Cortese hingegen lief der Sonntag enttäuschend. Die deutschen Fahrer im Check:
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Sonntag

Marcel Schrötter (Moto2, 6.): Die Krönung eines guten Rennwochenendes in Jerez gelang Marcel Schrötter im Rennen. Aus der dritten Startreihe gestartet, hielt sich der Deutsche von Anfang an in den Top-10. Lange Zeit hatte er sogar Platz vier in Aussicht, am Schluss musste Schrötter jedoch P6 gegen Dominique Aegerter und Thomas Lüthi verteidigen. Diese Mission hatte Schrötter erfüllt.

"Es war, wie vorhergesehen, körperlich sehr schwierig. Ich hatte mit Armpump im rechten Arm zu kämpfen. Daher versuche ich einfach, so relaxed wie möglich zu fahren, aber ich habe alles versucht und wollte aber gleichzeitig auch sitzen bleiben. Das war kritisch mit der Hitze. Ein paar Runden vor Schluss ist mir kurz ein Gang rausgesprungen, aber ich konnte auf der Strecke bleiben und Domi und Tom hinter mir halten. Der sechste Platz ist unser bestes Ergebnis dieses Jahr. Wenn man überlegt, womit wir im Winter gekämpft haben, um uns auf die Suter einzuschießen, und uns jetzt so zu verbessern, das zeichnet das Team aus."

Sandro Cortese (Moto2, DNF): Erneut endete ein Rennwochenende mit einem Rückschlag für Sandro Cortese. Der Deutsche kämpfte zusammen mit Yonny Hernandez und Jorge Navarro um einen Top-10-Platz und damit um ein solides Punkteresultat. Seine Hoffnungen auf ein paar Zähler musste Cortese allerdings im spanischen Kies begraben - so wie seine Dynavolt-Kalex.

"In Kurve 11 ist mir das Vorderrad eingeklappt, ohne Vorwarnung", meinte Cortese nach dem Rennen gegenüber Eurosport. "Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich mich auf meinem Bike wohl gefühlt. Das ist natürlich sehr schade, nach einem bis dahin katastrophalem Wochenende haben wir im Rennen einen Schritt nach vorne gemacht. Es tut mir leid. Mir ist nichts passiert, das war ein leichter Rutscher übers Vorderrad, einfach nur sehr ärgerlich."

Sandro Cortese stürzte in Kurve elf - Foto: Tobias Linke

Samstag

Marcel Schrötter (Moto2, 9.): Marcel Schrötter hielt am Samstag in Jerez die deutsche Flagge hoch. Im dritten Freien Training des Vormittags schaffte der Deutsche den Sprung in die Top-10, am Nachmittag fuhr er im Qualifying trotz eines Sturzes in die Top-9 und damit in Reihe drei. Auf Polesetter Marquez fehlen ihm 0.790 Sekunden.

"Ich glaube, wir können wirklich zufrieden sein. Vor allem, wenn man bedenkt, wie wir beim Test unterwegs waren. Anfang März haben wir die Köpfe hängen lassen. Auch gestern war es noch sehr schwer, weil die gleichen Probleme wieder aufgetreten sind. Wenn wir jetzt aus der dritten Reihe starten können, von Platz neun, können wir zufrieden sein. Das hätten wir selbst nicht geglaubt und es ist somit auch das beste Qualifying-Ergebnis bisher dieses Jahr. "

Sandro Cortese (Moto2, 20.): Für Sandro Cortese lief auch der Samstag in Jerez nicht besonders. Am Vortag wurde er noch 15. in der kombinierten Zeitenwertung, im Qualifying reichte es jedoch nur für den 20. Platz. Damit startet der Dynavolt-Pilot nur aus Reihe sieben. Am Vormittag lief es für Cortese nur bedingt besser, dort landete er auf Rang elf.

"Heute Morgen hatten wir einen guten Weg eingeschlagen. Für das Qualifying haben wir dann eine Kleinigkeit geändert und ausprobiert, von der wir dachten, dass es besser funktioniere. Nachdem ich das erste Mal raus bin, hat es sich für mich aber als sehr negativ herausgestellt. Als dann alle mit einem kalten Motor ihre Zeiten gefahren sind, konnte ich mich leider nicht mehr steigern. Selbst zum Schluss, als wir das Motorrad auf die Einstellung von heute Morgen zurück gebaut haben, war es mir nicht mehr möglich, schneller zu fahren. Ich bin bis auf ein Zehntel rangekommen, aber es war einfach alles so warm, dass es selbst mit neuen Reifen nur noch geschmiert hat."

Philipp Öttl (Moto3, 22.): Das Jerez-Wochenende hat sich für Philipp Öttl am Samstag zu einer handfesten Katastrophe entwickelt. In der Vormittags-Session verpasste der einzige deutsche Moto3-Pilot die Top-10 um nur 0.016 Sekunden. Im Qualifying folgte dann der große Schlag: Bei einem schnellen Crash in Kurve vier war Öttl zwar schnell wieder auf den Beinen, hielt sich aber den Arm. Die Diagnose der Ärzte: Dreifacher Schlüsselbeinbruch. Damit ist Öttls Spanien GP beendet, bevor er richtig begonnen hatte.

Philipp Öttl brach sich bei seinem Crash das Schlüsselbein - Foto: Tobias Linke

Freitag

Sandro Cortese (Moto2, 15.): Sandro Cortese beendete den ersten Tag in Jerez de la Frontera zwar nur auf dem 15. Rang, ist damit aber immerhin der beste deutsche Pilot. In der Vormittags-Session landete der Intact-Pilot noch abgeschlagen auf dem 25. Rang. Damit fehlten ihm mehr als 3.5 Sekunden auf den schnellsten Fahrer der Session, Alex Marquez. Am Nachmittag konnte Cortese etwas nachlegen und fuhr immerhin auf den 15. Rang. Für diesen Rang reichte es dann auch in der Tages-Gesamtwertung.

"Wir arbeiten noch nicht so, wie wir uns das vorstellen. Der Rückstand ist nicht enorm im Vergleich zum Test im Winter. Da waren wir viel weiter weg. Wir haben jetzt ein klein wenig aufgeholt, aber es ist immer noch zu viel. Wir müssen jetzt schauen, wie wir uns morgen steigern können. Wir sind auf einem guten Weg und ich bin zuversichtlich, dass da noch viel drin ist. Es ist schon eine große Umstellung auf die Suter, auch wenn es nur der Rahmen ist. Der Motor ist der Gleiche, dennoch ist es gefühlt ein komplett anderes Motorrad. Die Konkurrenz schläft nicht, darum müssen wir schauen, dass wir uns steigern."

Marcel Schrötter (Moto2, 17.): Nur unweit hinter seinem Teamkollegen Cortese liegt Marcel Schrötter in der Gesamtwertung des ersten Tages in Jerez. Der Intact-Pilot schaffte es nur auf den 17. Platz, nachdem er am Vormittag auf den elften Rang gefahren war. Damit lag er zu diesem Zeitpunkt weit vor Cortese. Am Nachmittag reichte es aber nur für Platz 17, den er damit auch in der Gesamtwertung belegt.

"Dass es nicht leicht wird, haben wir gewusst, zumal wir beim Test hier auch unsere Schwierigkeit hatten. Mittlerweile verstehen wir das Bike besser und fühlen uns wohler. Wir sind auch näher dran als noch beim Test. Damals waren wir noch knapp 1,5 Sekunden weg, jetzt ist es nur noch eine Sekunde auf die Spitze. Natürlich ist das immer noch zu viel, aber wir haben in den letzten Rennen gesehen, dass wir auch weiter vor können. Irgendetwas liegt uns hier einfach nicht, vielleicht sind es die Reifen, die wir hier zur Verfügung haben. Aktuell müssen wir aus dem, was wir haben, das Beste rausholen. Wenn wir weiter hart arbeiten, können wir auch hier ein ordentliches Ergebnis erzielen, vielleicht nicht so gut wie in den vergangenen Rennen, aber wenn wir hier ein paar Punkte mitnehmen, wäre das schon ganz gut."

Philipp Öttl (Moto3, 17.): Auch in der Moto3 lief es aus deutscher Sicht nur wenig besser. Philipp Öttl beendete den ersten Trainingstag in Jerez nur auf dem 17. Rang in der Gesamtwertung. Zwar zeigte Öttl am Nachmittag immer wieder starke Leistungen und konnte die Zeitnahme sogar kurzzeitig anführen, allerdings reichte das in Kombination mit dem zehnten Rang aus dem ersten Training nur fürs hintere Mittelfeld. Im zweiten Freien Training crashte er in Kurve eins sogar, blieb jedoch unverletzt.


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