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Exempel an Praha-Ferrari statuiert - Audi-Sieg in Dubai durch WRT

Und ein weiteres Rennen ist abgehakt: Das belgische Audi-Team WRT fügte seiner eindrucksvollen Pokalsammlung die Trophäe der 24 Stunden von Dubai hinzu.
von Fabian Stein

Motorsport-Magazin.com - Nach 24 Stunden und 588 Runden setzte sich fort, was sich in der Qualifikation bereits angedeutet hatte: Audi siegte bei den 24 Stunden von Dubai. Alain Ferté, Michael Meadows, Stuart Leonard und Laurens Vanthoor vollstreckten im neuen R8 LMS von WRT für den Ingolstädter Hersteller. Fünf Runden Abstand auf den zweitplatzierten Black-Falcon-Mercedes und gleich acht auf den Abt-Audi auf dem dritten Rang bilden allerdings den Rennverlauf nur eingeschränkt ab.

Da Motorsport-Magzin.com das Rennen live begleitet hat, finden sich alle wichtigen Ereignisse in chronologischer Reihenfolge im Ticker. Hier geht es im Folgenden um die Fragen des Rennens.

War es ein Durchmarsch für Audi?

Auch wenn Audi dei Schlagzeilen in Dubai bestimmte und der siegreiche R8 LMS einen deutlichen Vorsprung anhäufte, so konnte man sich - auch wenn es nach Langstrecken-Platitüde klingt - in Ingolstadt des Triumphes erst nach 24 Stunden sicher sein.

Zwar hatte Audi mit der Nummer 4 von Abt (Jöns/Weishaupt/Tutumlu/Henkola/Abt), der Nummer 28 von Land Motorsport (Basseng/Mies/Tilke/de Phillippi) und dem späteren Sieger WRT eine Übermacht in der Spitzengruppe, aber der Praha-Ferrari (unten dazu mehr) führte zwischenzeitlich und wäre ohne Unfall wohl ein ernstzunehmender Konkurrent um den Sieg geworden.

Als der Land-Audi an zweiter Stelle liegend am Samstagmorgen mit Getriebe-Problemen ausfiel, war plötzlich der 'alte' Black-Falcon-Mercedes (Al Faisal/Webb/Christodoulou/Morley/Montecalvo) in Reichweite. Doch der WRT-Audi hielt durch, und der Abt-Audi kämpfte sich nach Problemen noch auf den dritten Rang nach vorne. So sah es aus der Perspektive von Audi sehr zufriedenstellend in Dubai aus.

Was passierte mit den neuen Mercedes AMG GT3?

Alle drei neuen GT3-Mercedes spielten im Rennverlauf keine Rolle: Um 20:00 Uhr MEZ wurden die zwei neuen Fahrzeuge von Black Falcon als Ausfall gemeldet. In beiden Fällen wurden Folgeschäden aus Kollisionen als Grund ausgemacht. Ram Racing musste wegen eines defekten Ölkühlers länger in der Box verweilen. Schließlich waren es 44 Runden Abstand zum Sieger.

Einen kleinen Triumph erlebte Black Falcon dann doch mit dem zweiten Rang der Startnummer 16 - die erst über Nacht als Ersatzauto neu aufgabaut wurde. Zudem stelle Mercedes mit Hofor (Frankenhout/Heyer/Eggimann/Kroll/Kroll) auf dem vierten Platz das beste Amateur-Team.

Wären vielleicht besser unter der Plane geblieben: die neuen AMG GT3 - Foto: Creventic

War es das befürchtete Destruction Derby?

Schaut man auf die Ergebnisliste, so sind 82 Fahrzeuge gewertet worden und haben damit mehr als 60% der Siegerrunden der jeweiligen Klassen erreicht: eine erfreuliche Quote. Auch wenn die Gelbphasen und Code-60-Passagen zahlreich waren, so waren sie doch nicht rennentscheidend.

Es passierten jedoch neben einigen kleineren und ein schwerer Unfall: Der stark besetzte Praha-Ferrari (Pisarik/Kox/Malucelli/Cressoni) kollidierte mit Cressoni am Steuer beim Kampf um die Spitze mit einem GT4-Ginetta. Das Resultat war neben einem schrottreiferen 458 Italia und neu zu errichtenden Leitplanken vor allem mehrere Knochenbrüche bei Thomas Martinsson, der ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Der Rennveranstalter Creventic sperrte daraufhin den Praha-Ferrari für die nächste Veranstaltung als Disziplinarmaßnahme. Es ist auch als ein Zeichen an die anderen Top-Teams zu verstehen, die in zahlreiche - weniger schwerwiegenden - Kontakte verwickelt waren: Gerade auf Material und Gesundheit der Amateurfahrer soll verstärkt Rücksicht genommen werden.

Und sonst?

Beinahe hätte Konrad Motorsport mit dem Lamborghini Huracán das Podium bunter gemacht. Ineichen/Ineichen/Babini/Engelhart/Konrad lagen auf Platz drei als wenige Minuten vor Schluss der Motor seinen Dienst versagte. Der Wagen hatte zuvor Getriebeprobleme und war am Morgen zwei Mal wegen Benzinmangels ausgerollt. Immerhin war es am Ende noch Rang sieben - einen Platz hinter dem Renauer-Lamborghni (Renauer/Renauer/Allemann/Bohn).

Die schnellste Rennrunde ging im Übrigen auch an Audi. Chris Mies im Land-Audi sorgte für eine Bestzeit von 1:58,712 Minuten. Zur Erinnerung: die Minimalrundenzeiten für die GT3-Amateure lagen bei 2:03 bzw. 2:05 Minuten.

Am 18. und 19. März wird es ein Wiedersehen geben: Die 12 Stunden von Italien stehen in Mugello auf dem Programm.


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