Andy Priaulx begann seine Laufbahn 1984 als Elfjähriger im Kartsport auf den britischen Kanalinseln. Anschließend brachten ihm sechs Jahre im Motocross-Sport 1990 den Gewinn der 250er Klasse ein. Danach wandelte er auf den Spuren seines Vaters und fuhr Bergrennen. Mit großem Erfolg: 1995 wurde er mit Maximalpunktzahl Meister. 1996 stieg er auf Formelfahrzeuge um – Formel Renault und Formel 3. 1998 gewann er die Renault Spider Meisterschaft mit 13 Siegen, jeweils von der Poleposition aus – dieser Rekord hat bis heute Bestand. 2001 wechselte er von der Formel 3 zum Tourenwagensport und startete für Vauxhall in England.

Mit dem ersten Sieg für Honda in der britischen Meisterschaft kam seine Tourenwagen-Karriere 2002 richtig ins Rollen. 2003 erhielt er das Angebot, für das BMW Team Great Britain in der FIA ETCC anzutreten und beeindruckte dort mit drei Rennsiegen in seiner Debütsaison, in der er bis zum Finale um den Titel kämpfte. 2004 bestritt Priaulx nicht nur die FIA ETCC mit BMW, sondern startete auch für das Team BMW Motorsport beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps. Und wenn er nicht selbst am Steuer eines Rennwagens saß, dann investierte er Zeit in seine Aufgabe als Chefinstruktor für die jungen Fahrer in der Formula BMW UK Championship.

Priaulx´ BMW 320i wurde vom belgischen RBM Team vorbereitet. Das Kürzel steht für Racing Bart Mampaey. Bart Mampaey gründete sein Team 1994, 2002 debütierte die kleine Mannschaft als BMW Team Belgium in der FIA ETCC. Bart Mampaey war dem Motorsport von Kindesbeinen an verhaftet – sein Vater, Julian, war Teamchef von Juma Racing, das Team feierte in den 70er und 80er Jahren Erfolge auf Europameisterschaftsebene, darunter drei Gesamtsiege bei den 24 Stunden von Spa. 1998 hat Bart Mampaey mit seinem Team als Sieger dieses traditionsreichen Rennens das Erbe angetreten. Die Verbindungen zu BMW Belgien sind eng. Zu Mampaeys Aufgaben gehört auch die Vorbereitung der Motoren für die erfolgreiche MINI Challenge in Belgien.

Der Triumph von Dubai

Für Andy Priaulx war das "Dubai Autodrom" die perfekte Strecke, um sich den Fahrertitel der FIA ETCC 2004 zu sichern. Im Kampf um die Krone ging es bis zuletzt spannend zu. Beim Saisonfinale war es jedoch der Engländer, der den Sprung an die Spitze der Fahrerwertung schaffte. Damit dürfte für Priaulx die Enttäuschung der vergangenen Saison vergessen sein, als er mit dem Titel in Reichweite nur Dritter wurde.

Mit Magny-Cours, Hockenheim, Brünn, Donington und Oschersleben hat Priaulx in diesem Jahr insgesamt fünf Rennen gewinnen können. Er konnte sich in Dubai zum ersten Mal in dieser Saison die Poleposition sichern und fuhr in sechs Rennen die schnellste Runde. Die Rennen verliefen oftmals spektakulär. In vielen Fällen war Priaulx nach harten Zweikämpfen der Benachteiligte. Dennoch holte er in 17 der insgesamt 20 Rennen Punkte. Mit zwölf Zählern Rückstand auf den Führenden in der Meisterschaft, Dirk Müller, ging er in Dubai in die letzten Rennen. Priaulx war sich der ungünstigen Voraussetzungen bewusst. Andererseits musste der BMW Team Deutschland Fahrer das maximale Handicap-Gewicht von 40 Kilogramm mit an Bord seines BMW 320i nehmen, während es bei Priaulx nur 20 Kilogramm waren.

Priaulx wurde auf der kleinen Insel Guernsey geboren und begann seine Karriere 1984, im Alter von elf Jahren, als Kartfahrer auf den Kanalinseln. Anschließend widmete er sich als Motocross-Pilot sechs Jahre lang eher zwei als vier Rädern und gewann 1990 die 250cc CI Meisterschaft. Danach trat er in die Fußstapfen seines Vaters und wechselte zum Bergrennen. 1995 gewann er mit dem Maximum an Punkten die britische Bergmeisterschaft. Ein Jahr später stieg er in die Formel Renault und die Formel 3 ein und gewann 1998 die Renault Spider Meisterschaft mit 13 Siegen und 13 Polepositions - eine bis heute unerreichte Marke. Priaulx setzte seine Karriere in der Formel 3 fort, ehe er sich 2001 für Vauxhall in Großbritannien den Tourenwagen zuwandte.

Richtig an Fahrt nahm seine Karriere im Jahr 2002 auf, als er in der Britischen Tourenwagen-Meisterschaft den ersten Sieg für Honda einfuhr. Die Zusammenarbeit mit BMW begann im Jahr darauf, als ihm BMW Team Great Britain ein Cockpit in der FIA ETCC anbot. Priaulx beeindruckte mit drei Siegen und kämpfte bis zum letzten Rennen um den Titel. 2004 trat er erstmals für das Team BMW Motorsport bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps an. Auch wenn Andy Priaulx einmal nicht hinter dem Lenkrad eines Rennautos sitzt, widmet er seine Zeit dem Rennsport. Als Chefinstruktor der Formel BMW UK Meisterschaft beaufsichtigt er das BMW Trainings- und Ausbildungsprogramm für junge Rennfahrer.