Am heutigen Mittwoch, 04. Januar 2026 ist es soweit: Mick Schumacher dreht zum ersten Mal in seinem Leben Runden auf einem Oval-Kurs. Der IndyCar-Rookie testet einen Tag lang auf dem Homestead-Miami Speedway in Florida. Die 2,5 Kilometer lange Strecke in der Nähe von Miami zählt seit 2010 zwar nicht mehr zum IndyCar-Rennkalender, bietet sich aber zu privaten Testzwecken mit den über 700 PS starken Formel-Boliden an.
Schumacher erhält mit seinem Team RLL beim Testtag im Oval die Gelegenheit, sich erstmals mit den in Europa weitestgehend unbekannten Strecken vertraut zu machen. Bekannt ist allgemein hin nur: Es geht in Schieflage dauerhaft links herum - und das bei brachial hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten mit Topspeeds von bis zu 370 km/h. Oval-Rennen wie das berühmte Indy 500 sind derart speziell, dass die IndyCar-Teams eigens Trainer für ihre Fahrer engagieren; im Falle von RLL ist der langjährige Rennfahrer Ryan Briscoe neu an Bord.
Mick Schumacher vor erstem Oval-Test in IndyCar-Serie
Für Schumacher ist der Test unter realen Bedingungen wichtig, um ein Gefühl für das spezielle Fahren im Oval zu erhalten. Die Möglichkeiten, sich im Simulator auf diese Streckenvarianten vorzubereiten, waren begrenzt. Zwei halbe Tage habe er im Renn-Simulator von RLL verbracht, um virtuelle Kilometer im IndyCar-Boliden abzuschrubben.
Mick erklärte: "Es gibt bei den Ovalen nur eine gewisse Menge, was man im Simulator machen kann. Es geht halt links herum... Es gibt nicht vieles, was man wirklich daraus lernen kann. Die Bodenwellen und das Verhalten des Autos sind ziemlich schwierig zu replizieren. Ich habe aber Zeit, zu verstehen und zu fühlen, wie es sich im Oval fährt. Das werden wir in Homestead sehen, damit wir bestmöglich auf den ersten offiziellen Test in Phoenix vorbereitet sind."
Zur Erklärung: Am 17. und 18. Februar wartet auf Schumacher am 1,6 Kilometer kurzen Raceway in Arizona der nächste Test in einem Oval - dann erstmals mit der versammelten Konkurrenz auf der Strecke. Dieser Test ist besonders wichtig, denn hier muss der IndyCar-Novize seine Fähigkeiten vor Serienverantwortlichen unter Beweis stellen, um für die Oval-Rennen in der laufenden Saison zugelassen zu werden - inklusive der 500 Meilen von Indianapolis, dem Prunkstück im Rennkalender.
Schumacher: "Indy 500 nicht die Hauptsache in meinem Kopf"
Bei den IndyCars dreht sich alles ähnlich ums Indy 500 wie in der WEC um die 24 Stunden von Le Mans. Schumacher äußerte sich schon beim französischen Langstrecken-Klassiker entgegen dem allgemeinen Trend und fand, dass Le Mans nur eines von mehreren Rennen im WEC-Kalender sei. Diese Ansicht vertrat der 26-Jährige auch jetzt mit Blick auf das Indy 500, das jährlich rund 400.000 Zuschauer an die Strecke lockt und zu den größten Einzelsportveranstaltungen der Welt zählt. 2026 steht der US-Klassiker vor seiner 110. Austragung.
"Ich werde häufig auf das Indy 500 angesprochen", sagte Schumacher vor kurzem beim Medien-Tag der IndyCar-Serie in Indianapolis. "Ehrlich gesagt spüre ich die gleiche Spannung wie bei meinem ersten und allen weiteren Rennen. Ich würde nicht sagen, dass das Indy 500 das Hauptding in meinem Kopf ist. Das ist wie in der WEC: Le Mans ist vielleicht das größte Rennen des Jahres, aber meiner Meinung nach sind alle Rennen wichtig. Deshalb betrachte ich es (Indy 500; d. Red.) als ein weiteres Rennwochenende."
Oval-Rennstrecken: Eine runde Herausforderung
Schumacher könnte der erste Deutsche seit mehr als 100 Jahren sein, der beim Indy 500 an den Start geht. Bis es soweit ist, gibt es aber noch einiges zu lernen. Sechs Rennen werden 2026 auf unterschiedlichen Oval-Kursen ausgetragen, den Anfang macht Phoenix als zweites Saisonrennen nach St. Petersburg (01.03.2026) am 07. März.
Mick: "Die Herausforderung besteht darin, dass es so anders ist. Darin, zu verstehen, was High und Low Lines ausmachen. Was wir mit den Luftverwirbelungen an Front und Heck machen können. In Homestead drehe ich alleine meine Runden, aber in Phoenix werde ich mit den anderen Autos ein gutes Gefühl dafür bekommen, wie es ist, in Dirty Air zu fahren."
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