Mick Schumacher hat seinen ersten Test auf einem Oval-Kurs im IndyCar erfolgreich gemeistert. Der Serien-Rookie spulte am Mittwoch haufenweise Runden auf dem Homestead-Miami Speedway im US-Bundesstaat Florida ab, um sich auf sein Debüt in der amerikanischen Formelserie vorzubereiten.

Konkrete Rundenzeiten wurden beim Privat-Test des Teams Rahal Lettermann Lanigan (RLL) nicht kommuniziert, dürften aber ohnehin keine große Rolle gespielt haben. Für Schumacher ging es in erster Linie darum, ein Gefühl für das in Europa weitestgehend unbekannte Fahren im Oval zu erhalten. 2026 wird er in der Saison sechs Rennen auf unterschiedlichen Oval-Strecken bestreiten, darunter beim legendären Indy 500.

IndyCar-Debüt: Mick Schumachers merkwürdiger erster Oval-Test (12:47 Min.)

Mick Schumachers erster Oval-Test: "Erst mal kurz die Bremse angetippt"

Formel-Rennwagen kennt Schumacher von Nachwuchsklassen bis in die Formel 1, doch ein Oval-Kurs war noch einmal eine spezielle Erfahrung. "Zum ersten Mal in eine Kurve zu fahren und nicht zu bremsen, war sehr neu für mich und fühlte sich merkwürdig an", schilderte Schumacher nach dem Testtag. "Als ich zum ersten Mal in eine Kurve gefahren bin, habe ich kurz die Bremse angetippt. Ich musste mich dran gewöhnen, mit Vollgas in die Kurven reinzufahren."

Die ersten Runden am durchweg trockenen Mittwoch in der Nähe von Miami hätten sich "ein bisschen lustig" angefühlt. Kein Wunder: Zum einen wurden Schumacher und sein Team am Vormittag mit relativ wenig Grip auf dem 'grünen' Asphalt konfrontiert. Außerdem galt es erst einmal, ein ordentliches Basis-Setup für die Strecke zu finden, die seit 2010 nicht mehr zum Rennkalender der IndyCars zählt.

Mick: "Wir haben ein paar Änderungen am Setup vorgenommen, um unser Paket zu verbessern. Hat Spaß gemacht!" Sein von einem Honda-Motor angetriebener Wagen mit über 700 PS war beim Test komplett schwarz foliert. Darauf zu sehen die Startnummer #47, mit der Schumacher die Saison bestreiten wird. Seinem neongelben Helm mit dem Drachen als Logo bleibt er auch bei den IndyCars treu.

IndyCar-Rookie Schumacher: "Irgendwann fühlt es sich ganz natürlich an"

Ein guter erster Tag im Oval sei es gewesen, bilanzierte Schumacher, dem mehrere Reifensätze für seine Vollgas-Fahrten zur Verfügung standen. Offenbar dauerte es beim 26-Jährigen auch nicht allzu lange, um sich grundsätzlich an die schnelle Hatz durch die Ovalkurven mit bis zu 20 Grad Banking zu gewöhnen. In Homestead fuhr Schumacher noch komplett alleine auf der Strecke. Beim nächsten Oval-Test auf dem Arizona Raceway am 17. und 18. Februar trifft er dann erstmals auf die versammelte Konkurrenz.

Schumacher: "Irgendwann fühlt es sich ganz natürlich an - es wird so etwas wie eine Gewohnheit, was du da machst. Dann setzt das Muskelgedächtnis ein, und du musst dich eigentlich nur noch darauf konzentrieren: Okay, was will ich jetzt in dieser Kurve machen? Will ich die High Line probieren? Will ich die Low Line probieren? Was brauche ich? Wo finde ich den meisten Grip? Wo finde ich die meiste Rundenzeit, ohne die Reifen zu sehr zu belasten?"

Mick Schumacher beim ersten Ovalkurs-Test mit dem IndyCar von RLL in Homestead-Miami
Mick Schumacher dreht fleißig Runden im Oval des Homestead-Miami Speedway, Foto: Penske Entertainment: James Black
Mick Schumacher beim ersten Ovalkurs-Test mit dem IndyCar von RLL in Homestead-Miami
Mick Schumacher mit Teambesitzer und Ex-Rennfahrer Bobby Rahal, Foto: Penske Entertainment: James Black

RLL-Teamkollege Rahal: "Sein Feedback war von Beginn an auf dem Punkt"

Teambesitzer Bobby Rahal verfolgte Schumachers Test vor Ort ebenso wie der neue Fahrer-Coach der RLL-Truppe, der Ex-Rennfahrer Ryan Briscoe. Auch Micks neuer und erfahrener Teamkollege, Graham Rahal, schaute vorbei.

"Er hat heute tolle Arbeit geleistet, das hat mich aber auch nicht überrascht", schilderte Rahal Junior. "Wir hatten schon einige Jungs aus Europa, die zum ersten Mal in einem Oval gefahren sind. Es ist nicht angsteinflößend. Es ist nur so, dass viele Dinge und Prozesse in einem Oval sehr schnell geschehen. Etwa das Verständnis des Autos, das Fahren auf den unterschiedlichen Linien oder die Verstellung der Radlastverteilung mittels Weight Jacker. Sein Feedback war aber von Beginn an auf dem Punkt. Dem Grinsen in seinem Gesicht nach zu urteilen hatte er Spaß."

Für Schumacher stehen geschäftige Wochen in den USA an, bevor er sein erstes IndyCar-Rennen am 01. März 2026 auf dem Stadtkurs in St. Petersburg, Florida bestreiten wird. Kommende Woche (09.-10. Februar) wartet ein weiterer Test auf der Buckelpiste des früheren Flughafengeländes Sebring, bevor es am 17. und 18. Februar weitergeht mit dem nächsten Oval-Test auf dem Phoenix Raceway. Hier muss Schumacher seine Fähigkeiten vor IndyCar-Verantwortlichen unter Beweis stellen, um für die Oval-Rennen zugelassen zu werden - das gilt allgemein allerdings als Formsache.

Mick Schumacher beim ersten Ovalkurs-Test mit dem IndyCar von RLL in Homestead-Miami
Mick fuhr in Homestead einen komplett schwarz folierten Boliden, Foto: Penske Entertainment: James Black
Mick Schumacher beim ersten Ovalkurs-Test mit dem IndyCar von RLL in Homestead-Miami
Schumacher mit dem neuen RLL-Fahrercoach Ryan Briscoe, Foto: Penske Entertainment: James Black

Du willst alle Breaking News und Hintergrund-Infos zur DTM, WEC, IndyCar, den 24-Stunden-Rennen und Co. bekommen? Dann abonniere jetzt unseren Motorsport-WhatsApp-Channel! Brandaktuelle News aus der Motorsport-Welt direkt auf dein Handy: