Für Mick Schumacher beginnt mit dem baldigen Debüt in der IndyCar-Serie ein komplett neuer Abschnitt seiner Motorsport-Karriere. In der kommenden Woche stehen mit dem Team RLL seine ersten Testfahrten im neuen Jahr bevor, beginnend mit der Premiere auf einem Oval-Kurs in Homestead-Miami am Mittwoch, 04. Februar.

Den 26-Jährigen erwarten nach seinem Wechsel in die USA zahlreiche Unbekannte, doch dank seiner gewonnenen Erfahrung geht Schumacher diese Herausforderung mit einer Portion Gelassenheit an. Mick weiß jetzt selbst genau, was er will und benötigt, um erfolgreich zu sein - anders als noch im Jahr 2021, wo er im jungen Alter von 22 Jahren sein erstes Formel-1-Rennen mit Haas bestritt.

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Mick Schumacher: "Das ist sehr anders als mein erstes Jahr in der Formel 1"

"Ich bin seitdem älter geworden", sagte Schumacher am Rande der IndyCar-Medientage in Indianapolis. "Ich bin in vielerlei Hinsicht an einem erwachseneren Punkt. Die Aufregung ist da, aber anders: Es ist ein strukturierterer Ansatz. Ich bin sehr gespannt, dass es losgeht, aber auch darauf, ein Team um mich herum aufzubauen und Erfahrung zu bekommen. Ich gehe in die Saison und weiß viel mehr, was ich will und wie ich Dinge haben möchte. Da bin ich viel geradliniger geworden. Das ist zum Beispiel sehr anders als mein erstes Jahr in der Formel 1."

Damals betrat Schumacher als amtierender Champion der FIA Formel 2 das Haifischbecken namens F1, auch mit der Last des berühmtesten Nachnamens im Motorsport auf seinen Schultern. Zwar bleibt das internationale Interesse am Werdegang vom Sohn des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher ungebrochen, doch inzwischen hat Mick ein eigenständiges Profil entwickelt und wirkt nach seinen zwei Jahren in der Langstrecken-WM (WEC) deutlich souveräner.

Schumacher: "Nach der Formel 1 wollte ich in Europa bleiben"

Die Entscheidung, nach dem Sportwagen-Ausflug jetzt in den Formelsport zurückzukehren, sei seine eigene gewesen: "Generell schauen mein Team und mein innerer Kreis, welche Optionen für mich die besten sind. Nach der Formel 1 wollte ich in Europa bleiben. Deshalb war die WEC eine sehr attraktive Option. Ich dachte, dass ich dort eine langfristige Zukunft haben würde. Das war aber nicht der Fall. Ich habe es bevorzugt, wieder etwas anderes zu machen. Die F1 war keine Option, stattdessen haben sich die IndyCars ergeben. Ich bin sehr glücklich, jetzt hier zu sein."

In der Königsklasse des Formelsports fand Schumacher trotz zahlreicher Versuche keinen Platz, doch sein Verlangen nach der Rückkehr in den Singleseater-Sport samt eigenem Ingenieurs-Team und ganz ohne Kompromisse blieb ungebrochen. Mit RLL-Neuzugang Mike Pawlowski ist ihm ein erfahrener Renningenieur zur Seite gestellt worden, zudem unterstützt der langjährige Rennfahrer und frühere IndyCar-Rennsieger Ryan Briscoe die Piloten als Driver-Coach bei ihrer Arbeit.

IndyCar-Wechsel schon früher Option für Mick

Schumacher beschäftigte sich schon nach seinem Formel-1-Aus Ende 2022 mit der IndyCar-Meisterschaft, entschied sich aber zunächst, in Form der WEC dem europäischen Motorsport erhalten zu bleiben - sicherlich auch, um näher an der F1 dran zu bleiben. Nachdem diese Türe vorerst geschlossen ist, war der Weg in die Vereinigten Staaten frei für Globetrotter Mick.

"Ich hatte recht früh ein paar Optionen bei den IndyCars", bestätigte Schumacher. "Die habe ich aber nicht gezogen, weil ich in Europa bleiben wollte. Ich habe diese Entscheidung (für die IndyCars; d. Red.) getroffen, weil ich schon immer ziemlich interessiert daran war. Es gibt viele Möglichkeiten, die nach Spaß aussehen. Ich bin sicher, dass ich hier eine gute Zeit haben werde."

Schumachers Maß-Wirrwarr: Vom Meter zum Fuß

Und doch gibt es einiges zu lernen für Schumacher bei seinem neuen Team Rahal Letterman Lanigan Racing unter der Führung des früheren IndyCar-Präsidenten Jay Frye, der im April letzten Jahres beim US-Team angedockt hatte. Der erfahrene Frye hat bereits einige Hochkaräter an Bord geholt und spielte auch eine Schlüsselrolle bei Schumachers Verpflichtung.

Unbekannte Strecken, das IndyCar-Auto, Reglements, Oval-Kurse und die Arbeit mit den Spottern sind das eine für Mick, das andere ganz grundlegende Dinge, wie er selbst erklärte: "Aktuell vor allem das Vokabular. Wörter und Messgrößen sind ziemlich anders als das, was ich kenne. Statt über Meter sprechen wir über Fuß und Yards. Das ist im Moment ziemlich schwierig für mich. Wir sind in einer Übergangsphase, in der wir alles verstehen. Das Team ist toll und hilft mir auf dem Weg."

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