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Kein dringender Handlungsbedarf nach Wilson-Unfall - IndyCar-CEO: Vorerst keine Cockpithauben

IndyCar-CEO Mark Miles betont, dass es frühestens ab 2017 neue Maßnahmen zum Schutz der Cockpits geben wird, da erst alle Faktoren geklärt werden müssen.
von Annika Kläsener

Motorsport-Magazin.com - Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone erklärte unlängst, der klassische Formelsport mit offenen Cockpits sei trotz tödlicher Unfälle nicht gefährdet. Er kann sich nicht vorstellen, dass die Formel 1 jemals Cockpithauben einführen wird, auch wenn die Rufe danach laut wurden. "Niemand will sehen, dass jemand verletzt wird oder stirbt", erklärte der 84-Jährige. "Doch die Leute gehen in den Zirkus um gefährliche Aktionen zu sehen."

Auch IndyCar-CEO Mark Miles geht davon aus, dass die Cockpits vorerst offen bleiben werden. Wie die Formel 1 hatte auch die IndyCar in diesem Jahr einen Todesfall wegen Kopfverletzungen zu erleiden. Dennoch warnte Miles davor, dass neue Sicherheitsmaßnahmen Konsequenzen in anderen Bereichen haben könnten und man daher genau prüfen müsse, was praktikabel ist.

Die Untersuchung des tödlichen Unfalls von Justin Wilson während des Rennens auf dem Pocono Raceway habe keinen Bedarf für sofortiges Handeln aufgezeigt und es habe auch keine neuen Erkenntnisse gegeben.

Der Tod von Justin Wilson rückte das Risiko wieder in den Vordergrund - Foto: IndyCar

"Was der Bericht zur Verfügung stellt, sind viele technische Daten zu den Kräften, die dabei auftraten, und was genau passiert ist. Ich denke nicht, dass es irgendwelche Enthüllungen gab", betonte er gegenüber USA TODAY Sports. "Wir alle hoffen, ob mit oder ohne Bericht, dass wir Fortschritte dabei machen können, Wege zu finden, wie wir die Cockpits sicherer machen und die Risiken reduzieren können."

Der Unfall habe lediglich das Risiko verstärkt ins Bewusstsein gerückt und dafür gesorgt, dass noch emsiger nach Lösungen gesucht wird, um den Sport sicherer zu machen. Miles besuchte unlängst eine Diskussionsrunde, an der Vertreter aus der Luft- und Raumfahrtindustrie beteiligt waren, die sich mit dem Thema Cockpitschutz auskennen. Zudem habe man sich über die Erkenntnisse in der Formel 1 auf dem Laufenden gehalten.

Potentielle Gefahr für die Zuschauer

"Natürlich ist die grundlegende Frage, ob es eine Lösung gibt, die den Fahrer schützt und es mag keine Lösung geben, die einen kompletten Schutz bietet, wenn man in eine Situation wie Las Vegas gerät", spielte er auf den tödlichen Unfall von Dan Wheldon an, der sich beim Einschlag in den Schutzzaun Kopfverletzungen zuzog. "Es geht vielmehr um die Frage, wie sicher man es machen kann und sich gleichzeitig gegen unbeabsichtigte Konsequenzen absichern kann."

Sie werden in dieser Hinsicht nicht schon nächstes Jahr Änderungen an den Autos sehen, einfach weil das nicht möglich ist.
Mark Miles

Eine Cockpithaube, die etwa ein Trümmerteil abfedern und hoch in die Luft fliegen lässt, könnte zu der unbeabsichtigten Konsequenz führen, dass das Teil in die Zuschauer fliegt. Das gelte besonders für Reifen, die eine gewisse Energie in sich tragen. Das Treffen mit den Vertretern aus Luft- und Raumfahrt habe ihn jedoch zuversichtlich gestimmt, dass etwas Sinnvolles passieren kann.

"Sie werden in dieser Hinsicht nicht schon nächstes Jahr Änderungen an den Autos sehen, einfach weil das nicht möglich ist", betonte Miles jedoch. Wenn die Forschung und Entwicklung entsprechend verlaufen, könne 2017 eine Einführung erfolgen.


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