IMSA

Dritter Doppelschlag - Audi gewinnt Herstellertitel

Mit dem dritten Doppelsieg in Folge hat sich Audi in der American Le Mans-Serie vorzeitig den Meistertitel in der LM P1-Herstellerwertung gesichert.

Motorsport-Magazin.com - Vor den letzten drei Rennen liegt Audi in den Wertungen für Motoren- und Chassishersteller uneinholbar an der Spitze. Beim Grand Prix von Mosport waren die beiden Audi R10 TDI des Teams Audi Sport North America im letzten Renndrittel mit unterschiedlichen Strategien unterwegs. Dindo Capello und Emanuele Pirro nutzten eine von zwei Safety-Car-Phasen zu einem frühen letzten Tankstopp. Hätte es noch eine Gelbphase gegeben, wäre die Strategie für die beiden Italiener aufgegangen. Da es jedoch bis zum Schluss "grün" blieb, musste Pirro in der letzten Stunde die Motorleistung immer weiter reduzieren und Kraftstoff sparen. Während andere Fahrzeuge, die mit einer ähnlichen Strategie unterwegs waren, am Ende ohne Benzin liegen blieben, konnte der Audi Pilot den Verbrauchsvorteil des TDI-Motors ausspielen und die Ziellinie mit dem letzten Tropfen Diesel auf Platz zwei überqueren.

"Das war ein fantastisches Rennen mit einer schwierigen strategischen Entscheidung in der Schlussphase", sagte Dr. Wolfgang Ullrich. "Umso schöner ist es, dass wir nun schon zum dritten Mal in Folge mit einem Doppelsieg in der American Le Mans-Serie ‚Vorsprung durch Technik' demonstrieren konnten - und das gegen sehr starke Konkurrenz. Glückwunsch an das gesamte Team, auch für den vorzeitigen Gewinn der Herstellerwertung."

Lucas Luhr und Marco Werner fuhren in dem überaus spannenden Rennen mit einer anderen Strategie. Sie blieben während der zweiten Safety-Car-Phase auf der Strecke und kamen erst später zum planmäßigen dritten Tankstopp an die Box. Dadurch fielen sie bis auf den achten Platz zurück. Mit ausreichend Kraftstoff im Tank und frischen Reifen konnte Lucas Luhr in der Schlussphase jedoch eine halbe Minute Rückstand aufholen und Position für Position gutmachen. Neun Runden vor Rennende überholte er den bis dahin führenden Acura/Honda.

Marco Werner überholte in Mosport in der siebten Runde seinen von der Pole Position gestarteten Teamkollegen Dindo Capello, als dieser von einem langsameren Fahrzeug aufgehalten wurde, und hatte schon 24 Sekunden Vorsprung, als das Safety Car zum ersten Mal auf die Strecke ging. Nach dem Fahrerwechsel konnte sich Lucas Luhr ebenfalls von seinen Verfolgern absetzen, ehe auch sein Vorsprung durch das Safety Car zunichte gemacht wurde.

Eine Schrecksekunde gab es für das siegreiche Audi Team beim ersten Tankstopp, als Marco Werner beim Verlassen der Boxen die Boxenmauer touchierte und dabei die Frontpartie des R10 TDI beschädigte. Trotzdem gelang dem Deutschen später mit 1.05,823 Minuten noch ein neuer Rundenrekord.

Luhr und Werner feierten in Mosport ihren fünften Gesamtsieg in der American Le Mans-Serie 2008 und den siebte Klassensieg in Folge. Damit ist den beiden Deutschen der Titel in der LM P1-Fahrerwertung kaum noch zu nehmen. Das nächste Rennen findet bereits am kommenden Samstag (30. August) in Detroit (US-Bundesstaat Michigan) statt.

Lucas Luhr:
Das war eine echte Herausforderung für mich, am Ende noch einmal fast alle Prototypen überholen zu müssen. Es hat aber super funktioniert. Das Auto war nach unserem kleinen Missgeschick in der Box nicht mehr ganz optimal. Ich musste echt kämpfen. Unser Ingenieur hat mir über Funk gesagt, dass ich wirklich alles geben muss. Das habe ich getan, und zum Glück hat es gereicht.

Marco Werner:
Ich habe lange nicht mehr ein so - Entschuldigung - geiles Rennen gesehen wie dieses hier. Es war unheimlich spannend. Wir haben gezittert und waren nicht sicher, ob wir den Sieg nach Hause bringen können. Bei unseren beiden Autos wurden zwei verschiedene Strategien gefahren. Klasse, dass daraus ein Doppelsieg wurde. Bei Emanuele (Pirro) wurde es zum Schluss ganz eng, er hat versucht, die Spritspar-Methode anzuwenden. Wir sind Vollgas gefahren, mussten dafür aber noch einmal unter ‚Grün' an die Box kommen. Ich widme diesen Sieg unseren Jungs, die diese Woche viel gearbeitet haben und uns wieder ein tolles Auto hingestellt haben.

Dindo Capello:
Das war ein schwieriges Rennen, weil wir mit dem Kraftstoff gepokert haben. Auf der einen Seite war es gut, dass wir den letzten Tropfen Diesel im Tank genutzt haben. Das hat uns erlaubt, in der letzten Runde noch den zweiten Platz zu holen. Als wir vom Gas gehen und Kraftstoff sparen mussten, war jedoch klar, dass wir das Rennen nicht mehr gewinnen können. Das war etwas frustrierend. Trotzdem freuen wir uns über das großartige Ergebnis für Audi.

Emanuele Pirro:
Ich habe in meinem Stint gelernt, wie man richtig Kraftstoff spart. Ich bin mit zwei Stufen weniger Leistung gefahren. Das alleine hat jedoch nicht gereicht, ich musste das Auto sogar in die Kurven hinein rollen lassen. Trotzdem war ich noch in der Lage, die LM P2-Autos hinter mir zu halten. Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden, weil wir ein schnelles Auto hatten. Wir haben gepokert, es aber nicht geschafft. Ich bin trotzdem zufrieden, wie wir die Situation gemeistert haben, und auch mit meiner Leistung. Genau auf der Ziellinie ist mir der Kraftstoff ausgegangen. Unter diesen Umständen Zweiter zu werden, ist gut.

Das Ergebnis in Mosport

1. Luhr/Werner (Audi R10 TDI) 127 Rd. in 2:46.09,180 Std. (1. LM P1)
2. Capello/Pirro (Audi R10 TDI) + 21,392 Sek. (2. LM P1)
3. Brabham/Sharp (Acura/Honda) + 22,156 Sek.
4. Fernandez/Diaz (Acura/Honda) + 31,233 Sek.
5. Maassen/Long (Porsche) + 44,132 Sek.
6. Rossiter/Montagny (Acura/Honda) + 52,635 Sek.
7. de Ferran/Pagenaud (Acura/Honda) - 1 Rd.
8. Dumas/Bernhard (Porsche) - 1 Rd.
9. Smith/Dyson (Porsche) - 2 Rd.
10. Franchitti/Leitzinger (Porsche) - 2 Rd.


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