IMSA

Audi und Peugeot glänzen durch Abwesenheit - Testfahrten in Sebring

Mit dem zweitägigen Wintertest beginnt die Vorbereitung auf die ALMS-Saison und den ersten Lauf des ILMC-Kalenders.
von Eduard Einberger

Motorsport-Magazin.com - Weil Audi sowohl das nagelneue R18-Coupé wie auch dessen Vorgänger R15 bereits auf dem buckeligen Flugplatzkurs ausprobierte und Peugeot den neuen 908 abgesehen von der Präsentation unter Verschluss hält, stellten die Lolas von Dyson und Cytosport Muscle Milk die LMP-Speerspitze dar.

Die Mannschaft von Greg Pickett ersetzt deren Porsche RS Spyder in dieser Saison mit dem ehemaligen Werksauto von Aston Martin. Ins Volant greifen für den Shake-Hersteller der Teamchef höchstpersönlich sowie die Deutschen Klaus Graf und Lucas Luhr. Chris Dyson, Guy Smith und Jay Cochran probierten ihren Mazda-befeuerten Lola ebenfalls aus und waren mit einer Zeit von 1:50,205 Minuten nur etwas langsamer als der Aston Martin (1:49,997). Zum Rennen in Sebring werden zudem Highcroft und Drayson erwartet.

Schnellster, weil einziger LMP2, war beim Wintertest der Radical von LNT. Der Bolide wird zwar von einem Motor von Nissan angetrieben, läuft allerdings als Radical-Ginetta und war mit 1:59,420 Minuten langsamer als der beste LMPC von Core Autosport (1:54,092 Min.).

Viele Starter in der neuen GTE-Klasse

Für Spannung dürften in dieser Saison wieder einmal die GT2-Autos sorgen, heiß erwartet wurde vor allem die neueste Kreation aus Maranello. Der F458 soll in der ALMS die 2010 überzeugenden BMW M3 GT2 und Corvette ZR1 schlagen. In der nun GT-Endurance genannten Kategorie werden zudem wieder unzählige Porsche GT3-RSR erwartet und sowohl zwei Ford GT als auch Jaguar XKR antreten. Paul Gentilozzi konnte für eine "Katze" sogar die ChampCar-Veteranen Christiano Da Matta, Bruno Junqueira und Oriol Servia verpflichten.

In Sebring überzeugten die beiden Werks-Corvette mit Bestzeiten an beiden Testtagen. Oliver Gavin, Jan Magnussen und Richard Westbrook benötigten am Mittwoch 2:02.235 Minuten zum Umrunden des Kurses, das Schwesterauto von Olivier Beretta, Tommy Milner und Antonio Garcia war am Donnerstag marginal schneller (2:02,186 Minuten). BMW und Lamborghini testeten bereits zusammen mit den Audi-Prototypen ihre Renner, wobei ein Gallardo mit den ehemaligen GT1-Weltmeisterschaftspiloten Dominik Schwager und Nicky Pastorelli am Steuer auch beim offiziellen Wintertest am Start war. Schnellster GT3-Cup Porsche der Einheitsklasse GTC war am Mittwoch NGT Motorsports, am Donnerstag TRG.

Die ALMS Saison 2011 wird neun Rennen umfassen, mit dem Baltimore Grand Prix als Neuerung. Zusammen mit den IndyCars will man unweit der Hauptstadt Washington D.C. ein Zeichen für Nachhaltigkeit und "Green Racing" setzen. Die beiden Highlights am Beginn (12h Sebring) und am Ende (Petit Le Mans) der Saison zählen zudem zum Kalender des Intercontinental Le Mans Cup und sollen neben Audi und Peugeot weitere Teilnehmer aus Europa über den "großen Teich" locken.

59 Starter in Sebring

Der Auftakt auf der 5,9km langen Buckelpiste in Florida wird in diesem Jahr wohl besonders beachtet werden, weil fast fünf Dutzend Prototypen und GTs gemeldet sind. Audi und Peugeot stellen mit zwei Werkswagen zahlenmäßig das gleiche LMP1-Kontingent wie Oak Racing, wobei die Ingolstädter noch auf das Vorjahresmodell R15+ setzen und ein dritter Peugeot von Oreca vorbereitet wird. Allerdings handelt es sich beim Wagen von Nicolas Lapierre und Loic Duval auch um einen "Gebrauchtwagen". Ein Eigenbau von Oreca wird von Hope Racing an den Start geschickt und von einem Hybridantrieb befeuert. Neben dem neuen Aston Martin ist auch das Lola-Coupé von Cytosport genannt. Von den fünf gemeldeten LMP2 kommen zwei von Level 5 (Lola-Honda) und je ein Bolide LNT, Oak und Signatech.

Sage und schreibe 25 GTs wollen die 12 Stunden am 19. März in Angriff nehmen, wobei das Gros aus Sportwagen aus Maranello besteht. Alle namhaften Teams setzen dabei auf den neuen F458 Italia, zusammen mit drei F430 stellen die Italiener neun GTE. Vier Porsche GT3-RSR kommen von Flying Lizard, Paul Miller und Proton. Zwei Werksautos setzen BMW und Corvette ein, wobei eine zusätzliche ZR1 für die Franzosen von Larbre läuft. Während zwei Doran Ford GT, ein Aston Martin Vantage und ein Lamborghini Gallardo so gut wie sicher sind, steht hinter dem Einsatz des Panoz Abruzzi ein großes Fragezeichen. Die beiden Jaguar XKR sind mit Da Matta, Junqueira und Jones zwar stark besetzt, nach den Erfahrungen der vergangenen Saison aber wohl nicht konkurrenzfähig.

In den beiden Challenge-Klassen werden sieben LMPC und acht GTC antreten. Während Gunnar Jeannette und sein Oreca FLM09 den Favorit in der Prototypen-Einheitsklasse darstellt, haben Black Swan und Alex Job die besten Chancen auf einen Erfolg bei den Cup-Porsches.

Kalender 2011

1. 12h Sebring (19. März)
2. 100 Min. Long Beach (16. April)
3. 2:45h Lime Rock (9. Juli)
4. 2:45h Mosport, Kanada (24. Juli)
5. 2:45h Mid-Ohio (6. August)
6. 4h Road America (20. August)
7. 2:45h Baltimore (3. September)
8. 6h Monterey (17. September)
9. 1000 Meilen Road Atlanta (1. Oktober)


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