IMSA

Nur bester LMP1 - Audi wieder geschlagen

Neue Regeln sollten die LMP2-Fahrzeuge einbremsen. In Lime Rock klappte das noch nicht. Gleich sechs LMP2 waren schneller als der beste LMP1 von Audi.
von Martina Fellner

Motorsport-Magazin.com - Die beiden Audi R10 TDI des Teams Audi Sport North America starten am Samstag beim sechsten Lauf der American Le Mans-Serie in Lime Rock (US-Bundesstaat Connecticut) als schnellste Fahrzeuge der LM P1-Kategorie aus der vierten Reihe. Allan McNish (Schottland) sicherte Audi die Pole Position in der LM P1-Klasse.

Nach starken Regenfällen wurde das Qualifying am Freitag kurzfristig gestrichen und das Ergebnis des freien Trainings vom Vormittag für die Startaufstellung herangezogen. Da sich das Team Audi Sport North America dort auf Abstimmungsarbeiten konzentriert hatte, spiegelt die Startaufstellung nur bedingt die wahren Kräfteverhältnisse wider.

Dennoch stehen die Audi Piloten am Samstag im Rennen (Start um 15:05 Uhr Ortszeit, 21:05 Uhr in Deutschland) vor einer schwierigen Aufgabe. Die mit 2,462 Kilometern (1,530 Meilen) kürzeste Rennstrecke im Kalender der American Le Mans-Serie hat extreme Bodenwellen und bietet nur wenig Grip. Die Fahrzeuge der LM P1-Klasse haben aufgrund ihres reglementbedingten höheren Gewichts damit mehr zu kämpfen als die 150 Kilogramm leichteren Prototypen der LM P2-Kategorie.

In den vergangenen drei Jahren gelang Audi mit dem legendären R8 in Lime Rock trotzdem jeweils ein Gesamtsieg. Die Erfahrungswerte des erfolgreichsten Le Mans-Prototypen aller Zeiten lassen sich allerdings kaum auf den Audi R10 TDI übertragen, der am Dienstag bei Testfahrten seine ersten Runden in Lime Rock drehte und mit dem das Team Audi Sport North America in Sachen Fahrwerksabstimmung auf dieser Strecke bei Null beginnen musste. Das wechselhafte Wetter am Freitag machte diese Aufgabe noch schwieriger.

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef):
Das war ein arbeitsintensiver Tag. Im ersten Training haben wir leider kein Setup gefunden, mit dem die Fahrer zufrieden waren. Dementsprechend waren die Rundenzeiten. Wir haben dann für das zweite Training ein Programm erarbeitet, das wir trotz des Regens auch weitestgehend umgesetzt haben. Weil das Qualifying abgesagt wurde, starten wir im Rennen aus einer nicht zufriedenstellenden Position. Ich bin aber sicher, dass wir morgen zwei Autos haben werden, die besser aussehen werden als im ersten Training.

Dindo Capello (Audi R10 TDI #1):
Es ist schade, dass wir unsere Position gegenüber dem Vormittags-Training nicht verbessern konnten, in dem als wir am Auto gearbeitet und auf Rundenzeiten keinen großen Wert gelegt haben. Aber damit müssen wir nun leben. Die LM P2-Autos sind hier im Trockenen deutlich schneller als wir. Obwohl Regen für uns vielleicht besser wäre, wünsche ich mir ein trockenes Rennen. Denn Regen ist auf dieser Strecke ein Alptraum. Unser Hauptziel ist zunächst einmal der Sieg in der LM P1-Klasse, um unsere Tabellenführung zu verteidigen. Alles Weitere werden wir sehen.

Allan McNish (Audi R10 TDI #1):
Es war sehr schade, dass das Qualifying wegen des starken Regens abgesagt wurde. Wir wissen, dass die Streckencharakteristik unserem R10 TDI alles andere als entgegen kommt. Wir haben uns daher darauf konzentriert, eine optimale Abstimmung für das Rennen zu erarbeiten, und ich glaube, wir werden morgen ein gut ausbalanciertes Auto haben. Ich glaube nicht, dass wir in einem trockenen Qualiying wesentlich weiter nach vorne gekommen wären. Aber ich hoffe, dass wir im Rennen stärker sein werden.

Emanuele Pirro (Audi R10 TDI #2):
Ich selbst bin heute nicht viel gefahren. Wir haben versucht, das Auto gut fahrbar zu machen, damit wir im Rennen über die gesamte Distanz attackieren kommen. Die Strecke ist extrem uneben. Das ist für die schwereren LM P1-Autos besonders schwierig. Es sieht so aus, dass wir eine Abstimmung gefunden haben, die morgen im Rennen funktionieren sollte. Um den Gesamtsieg zu kämpfen, wird dennoch schwer.

Marco Werner (Audi R10 TDI #2):
Wir konnten unser Programm nicht ganz so durchziehen, wie wir wollten, weil das Wetter nicht mitgespielt hat. Im zweiten Training haben wir noch einmal eine Änderung gemacht, die sich gut anfühlte, die wir aufgrund des Regens aber nicht in eine Rundenzeit umsetzen konnten. Das Risiko, das Auto zu zerstören, ist auf dieser Strecke einfach zu hoch. Es bleibt also ein kleines Fragezeichen für morgen. Ich hoffe, das Warm-up ist trocken.

Dave Maraj (Teamdirektor Audi Sport North America):
Das war ein ungewöhnlicher Tag. Das Qualifying fiel aus, und leider wurde das Ergebnis jener Trainingssitzung für die Startaufstellung herangezogen, in der wir am meisten zu kämpfen hatten. Wäre es am Nachmittag trocken geblieben, wären wir dichter an der Spitze dran gewesen. Nun starten wir ziemlich weit hinten und müssen das Beste daraus machen.

Die Startaufstellung in Lime Rock

1. Dumas/Bernhard (Porsche) 44,659 Sek.
2. Dyson/Smith (Porsche) 45,176 Sek.
3. Brabham/Johansson/Dayton (Acura/Honda) 45,799 Sek.
4. Herta/Franchitti (Acura/Honda) 45,829 Sek.
5. Maassen/Briscoe (Porsche) 45,846 Sek.
6. Fernandez/Diaz (Acura/Honda) 46,247 Sek.
7. Capello/McNish (Audi R10 TDI) 46,419 Sek. (1. LM P1)
8. Pirro/Werner (Audi R10 TDI) 46,644 Sek. (2. LM P1)
9. Wallace/Leitzinger (Porsche) 46,861 Sek.
10. Bach/Devlin (Lola-Mazda) 47,882 Sek.


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