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IMSA / Interview

Eigentlich mag ich Stadtkurse - Marco Werner

Marco Werner freut sich auf das Rennen in St. Petersburg, auch wenn er den Audi R10 TDI gegen die LM P2-Autos in einer schwierigen Position sieht.
von Martina Fellner

Motorsport-Magazin.com - Nur zwei Wochen nach dem Saisonauftakt in Sebring gastiert die American Le Mans-Serie erneut in Florida. In St. Petersburg an der Golfküste bei Tampa startet der Audi R10 TDI am kommenden Samstag erstmals bei einem Stadtrennen. Marco Werner kommt als Tabellenführer nach St. Petersburg. Er gilt als Spezialist für Stadtrennen. Die 1,8 Meilen lange Strecke im Hafen von St. Petersburg ist für ihn allerdings genauso Neuland wie für seine Teamkollegen.

St. Petersburg ist ein Stadtkurs – also genau das Richtige für Marco Werner...
"Eigentlich mag ich Stadtkurse, und ich freue mich darauf, wieder einmal einen zu fahren. Auf der anderen Seite haben wir in Sebring gesehen, wie eng es dort zwischen den LM P1- und den LM P2-Autos zuging. Der Vorteil unseres R10 TDI liegt eher ab der Mitte langer Geraden – und die gibt es auf einem Stadtkurs normalerweise nicht. Durch das höhere Gewicht im Vergleich zu den LM P2-Autos wird es für uns in St. Petersburg und den weiteren Stadtrennen sehr schwierig werden."

Man muss auf Stadtkursen sehr nah an die Mauern heranfahren
Marco Werner

Aber generell mögen Sie Stadtrennen?
"Ich mochte das immer. Mit dem Audi R8 war ich 2003 auf Stadtkursen sehr erfolgreich, in Monaco habe ich in der Formel 3 gewonnen. Deshalb freue ich mich prinzipiell auf St. Petersburg."

Was macht ein Stadtrennen so besonders?
"Es gefällt mir ganz besonders, das Limit auszureizen. Man hat in der Vergangenheit gesehen, dass das nicht jeder kann. Man muss auf Stadtkursen sehr nah an die Mauern heranfahren – wobei das weniger ein Heranfahren, sondern eher ein Heranrutschen ist. Dabei das Limit des Autos auszureizen, ist nicht einfach. Ich konnte das bisher ganz gut. Mal sehen, ob ich diesen Vorteil auch in St. Petersburg ausspielen kann."

Auf Stadtkursen kommt auch häufig das Safety Car zum Einsatz. Was bedeutet das für die Strategie?
"Da muss man natürlich flink sein und richtig reagieren. Ich denke, dass man das eine oder andere Überholmanöver eher über die Strategie machen kann als im Rennen selbst. Mal sehen, was sich da so ergibt."

Das Gewicht wird ein Nachteil sein - Foto: Audi

Wie wichtig ist die Startposition auf einem Stadtkurs?
"Natürlich sehr wichtig. Wir werden uns wegen des höheren Gewichts schwer tun, ein LM P2-Auto zu überholen. Wie es umgekehrt ist, wird sich zeigen. Normalerweise wechseln sich Emanuele (Pirro) und ich von Rennen zu Rennen mit dem Qualifying ab. Vielleicht müssen wir für die Stadtkurse unsere Strategie ändern und sagen, der Schnellere auf der jeweiligen Strecke fährt das Qualifying. Jeder Platz, den wir weiter vorne starten, hilft uns im Rennen."

Können Sie schon etwas über den Streckenverlauf sagen?
"Ich habe mir das Layout der Strecke natürlich angeschaut. Aber was wirklich auf uns zukommt, wissen wir erst, wenn wir dort sind. Auch die Gegend um St. Petersburg ist Neuland für mich. Ich bin sehr gespannt."