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IMSA

LMDh-Regeln: Glickenhaus wirft IMSA Diskriminierung vor

Jim Glickenhaus ist wegen der LMDh-Rahmenbedingungen sauer auf die IMSA-Bosse. Er fühlt sich diskriminiert und glaubt, das Vorgehen der Serie wäre illegal.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Die Konvergenz der Top-Klassen LMH in der FIA WEC und LMDh in der IMSA-Serie wird von vielen Seiten als großer Erfolg und Durchbruch für die Zukunft des Prototypen-Sports auf der Langstrecke gefeiert. Jedoch nicht von allen. Glickenhaus-Boss Jim Glickenhaus ist äußerst unzufrieden über die Regelung der nordamerikanischen IMSA-Serie, dass nur "Mainstream-Hersteller" in der LMDh-Klasse starten dürfen.

Die Aussicht, dass man so möglicherweise von einer Teilnahme an der IMSA ausgeschlossen werden würde, bewegte Glickenhaus schon Anfang Juni zu einer Wutrede via Facebook. "Organisatoren, die denken, "Konvergenz" bedeutet, dass sie "Nicht-Mainstream-Hersteller" aus der Top-Klasse ausschließen können, so wie das die IMSA macht indem sie unser Hypercar nicht bei den 24h von Daytona 2021 fahren lassen, werden auf dem Müllhaufen der Geschichte landen", wetterte Glickenhaus in diesem Statement.

Nun legte der Hollywood-Regisseur im Gespräch mit Dailysportscar nach. "Ich nehme ihre Position zur Kenntnis, widerspreche aber grundsätzlich der Ansicht dass es keine mögliche Unterbringung eines Top-Klassen-Engagement für einen "Nicht-Mainstream-Hersteller" geben soll. Vor allem, da die von der IMSA propagierten LMDh-Chassis exklusiv von Nicht-Mainstream-Herstellern produziert werden", so der Kommentar Glickenhaus'.

Glickenhaus: Standpunkt der IMSA diskriminierend und illegal

Glickenhaus war bisher auf der Nordschleife unterwegs - Foto: Felix Maurer

Dabei verweist Glickenhaus auf die künftigen LMDh-Regularien. Diese werden ab der Saison 2022 das aktuelle DPi-Reglement beerben. Teilnehmende Hersteller an dieser Klasse müssen als Basis für ihr Fahrzeug einen bestehenden LMP2-Prototypen verwenden. LMP2-Chassis werden von Oreca, Dallara, Ligier und Multimatic/Riley hergestellt.

Zudem lässt die IMSA-Serie nur Hypercars von "Mainstream-Herstellern" wie etwa Toyota, Peugeot oder Aston Martin zu. Das wurde mit Bekanntgabe der ersten LMDh-Details im Mai bekannt, würde aber ein Engagement von privaten Fahrzeugen ausschließen. Glickenhaus wittert deshalb sogar ein unrechtsmäßiges Vorgehen der IMSA-Bosse. "So wie es jetzt aussieht, glaube ich, dass ihr Standpunkt diskriminierend und sowohl nach EU-Recht als auch nach US-Recht sogar illegal ist", meint Glickenhaus.

Ob Glickenhaus deshalb rechtliche Schritte einleiten wird, lässt er indes offen. Aber er betont: "Wie viele von euch wissen, ist das nichts, was meine Familie tolerieren würde." Glickenhaus hat sich für die LMH-Klasse gemeldet und setzt in der WEC 2021 zwei Autos ein.


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