Motorsport-Magazin.com Plus
GT World Challenge

Hans-Joachim Stuck gibt Renn-Comeback bei GT2-Debüt in Monza

Motorsport-Legende Hans-Joachim Strietzel Stuck greift wieder ins Steuer eines Rennautos. Der 70-Jährige tritt bei Debüt der GT2 European Serie in Monza an.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die deutsche Motorsport-Legende Hans-Joachim Stuck greift wieder bei einem Rennen ins Steuer! Stuck, der am 01. Januar dieses Jahres seinen 70. Geburtstag feierte, startet in der neuen GT2 European Series beim Saisonauftakt in Monza. Der Bayer pilotiert einen KTM X-Bow GT2 im von Reiter Engineering aus Österreich betreuten Team True Racing. An Stucks Seite startet der Österreicher Kris Rosbenberger.

Stuck, der seine lange Rennfahrer-Karriere nie offiziell beendet hat, geht erstmals seit 2017 bei einem Rennen an den Start. Damals nahm er im Rahmen des DTM-Finales auf dem Hockenheimring beim Rennen des 'Audi TT cup Race of Legends' zum Abschied des Markenpokals für einen guten Zweck teil.

Sein letztes 'großes' Rennen bestritt Stuck 2011 mit seinem 20. Start bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring auf einem Reiter-Lamborghini zusammen mit seinen Söhnen Johannes und Ferdinand sowie Rene Rasts Manager Dennis Rostek. Den Eifel-Klassiker gewann Stuck drei Mal in den Jahren 1970, 1998 sowie 2004, was ihm zum erfolgreichsten BMW-Piloten in der 'Grünen Hölle' macht.

Die 2018 vorgestellte GT2-Kategorie aus der Feder von SRO-Chef Stephane Ratel richtet sich vorrangig an Gentlemen-Fahrer. PS-starke Boliden mit vergleichsweise geringer Aerodynamik von KTM, Audi, Porsche und Lamborghini treten gegeneinander an. Beim Saisonauftakt in Monza stehen zwölf Boliden inklusive eines Entry aus der Ferrari Challenge am Start.

KTM hat einen X-Bow für die neue GT2-Kategorie entwickelt - Foto: KTM

Stucks KTM X-Bow GT2 bringt es bei einem Gewicht von nur 1.000 Kilogramm auf eine Leistung von 600 PS, unter der Haube werkelt Audis 2,5-Liter-Fünfzylinder-TFSi-Motor. Die GT2-Boliden von Audi und Porsche sind wesentlich schwerer, leisten dafür 640 respektive 700 PS.

KTM-Vorstand Hubert Trunkenpolz, der ebenfalls in Monza an den Start gehen wird: "Es ist uns eine große Freude, beim Start der neuen Fanatec GT2 European Series als Hersteller maßgeblich beteiligt zu sein. Dass wir mit fünf Fahrzeugen die nominell stärkste Marke sind, ist erfreulich. Viel mehr freue ich mich aber über die tollen Fahrerpaarungen, die unser Team beziehungsweise unsere Kundenteams aufbieten können. Dass uns Strietzel Stuck das Vertrauen für sein Rennsport-Comeback schenkt, ist schon ein absolutes Highlight für sich."

Neben Stuck haben sich weitere bekannte Namen aus der Motorsport-Szene für den Saisonstart der GT2 European Series angekündigt. Zum Starterfeld zählen ebenso SRO-Boss Ratel höchstpersönlich, der für LP Racing in einem Audi R8 LMS GT2 antreten wird, als auch der Niederländer Veteran Peter Kox (Reiter Engineering KTM X-Bow GT2).

"Auch wenn es wie ein bescheidener Start mit einer auf 12 Autos begrenzten Startaufstellung aussieht, einschließlich eines einladenden Ferrari-Challenge-Entry, freue ich mich sehr, dass wir dieses Wochenende endlich die Fanatec GT2 European Series starten können", sagt Ratel über die Serie, die sich an Fahrer der Kategorien Silber und Bronze richtet.

Stuck im Interview: Tolle Karriere, die ich auch überlebt habe: (50:44 Min.)

Der Serienveranstalter weiter: "Es ist sehr ermutigend, alle vier homologierten GT2-Modelle bereits beim ersten Event auf der Startliste zu sehen. Ich bin zuversichtlich, dass sich die GT2-Kategorie von hier aus weiterentwickeln wird, da dies ein sehr wettbewerbsfähiges Kosten-Leistungs-Verhältnis in der Welt von GT Racing darstellt."

Hans-Joachim Stuck zählt zu den erfolgreichsten Rennfahrern der Welt. Zwischen 1974 und 1979 ging er bei 74 Formel-1-Rennen für March, Brabham, Shadow und ATS an den Start und erzielte zwei Podestplätze. 1986 und 1987 gewann er mit Porsche zweimal in Folge die 24 Stunden von Le Mans und ist bis heute der einzige Fahrer auf der Welt, der bei den drei berühmten 24h-Rennen auf dem Nürburgring, in Spa und Le Mans triumphierte. 1990 gewann er zudem die DTM-Meisterschaft für Audi.