Die GP2 vor Augen, die Formel 1 im Hinterkopf: Mit dem Einstieg in die GP2-Serie erklimmt Daniel Abt in diesem Jahr die letzte Ausbildungsstufe vor der Motorsport-Königsklasse. Der Saisonauftakt in der höchsten Formel-Nachwuchsschmiede (22.-24. März) führt den 20-Jährigen Allgäuer ins ferne Südostasien. In Malaysia begegnet Abt der größten sportlichen Herausforderung seiner Karriere - und kann es kaum erwarten, ihr die Stirn zu bieten.
"Alles was zählt, ist einzig und allein das vor mir liegende Jahr. Der Aufstieg in eine so renommierte wie auch hart umkämpfte Kategorie ist ein sehr wichtiger Schritt in meiner Karriere", erklärt Abt, der für seine hochgesteckten Ziele auch ein adäquates Team gefunden hat: die französische Erfolgs-Equipe ART Grand Prix. ART formte schon die heutigen Formel-1-Stars Nico Rosberg (2005) und Lewis Hamilton (2006) zu GP2-Champions. Doch für Abt ist nicht nur das Team neu.
Mit dem 612 PS starken Dallara-Mecachrome pilotiert Abt den leistungsstärksten Boliden seiner Laufbahn. Nach den jüngsten Testfahrten in Spanien fühlt er sich dennoch für den Saisonauftakt gewappnet und konstatiert: "Das Teil ist verdammt schnell." Ebenfalls gewöhnen muss sich der einzige deutsche GP2-Pilot im Fahrerfeld an die Pirelli-Reifen. "Die Pneus bauen extrem stark ab. Der Grat zwischen schnellem Fahren und dem Schonen der Gummis ist schmal, aber wichtig für ein gutes Ergebnis."
Auftakt zur kleinen Weltreise
Schon etwas vertrauter ist für den GP3-Vizemeister von 2012 das Rennformat mit Pflichtboxenstopps wie in der Formel 1. Bei seinen Gaststarts in der Formel Renault im vergangenen Herbst mussten sie absolviert werden. Doch auch hier sieht der ehrgeizige Youngster Lernpotenzial: "Wenn man in der Boxenanfahrt bis zur Linie, ab der das Tempolimit gilt, richtig pusht, kann man entscheidende Sekundenbruchteile gutmachen - aber auch verlieren."
Die ersten beiden von insgesamt 22 Saisonläufen (elf Stationen im Formel-1-Rahmenprogramm) bestreitet Abt auf dem Sepang International Circuit in Malaysia. Doch wie so viele Kurse in diesem Jahr - neben den bekannten Klassikern in Europa wie Monaco, Spa, Monza, Nürburgring oder Silverstone führt der Kalender auch nach Bahrain, Singapur und Abu Dhabi - bedeutet Sepang für den GP2-Neuling bislang unbekanntes Terrain. Auch deshalb will er sich durch voreilige Ankündigungen nicht zusätzlich unter Druck setzen. Von einer klaren Zielsetzung nimmt er deshalb Abstand: "Mit unserem Paket können wir einiges erreichen. Doch vor dem ersten Saisonrennen weiß niemand genau, wo er steht, Prognosen sind schwierig. Aber als Neuling kann ich nur gewinnen - deshalb werde ich voll pushen."

diese GP2 Nachricht