Formel E

Formel-E-Auto 2018/19: So sieht der Monster-Diffusor aus

Wer braucht schon Heckflügel... Das brandneue Rennauto der Formel E jedenfalls nicht. Jetzt zeigt die Serie das erste Foto des Monster-Diffusor am Batmobil.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Und das nächste Appetithäppchen direkt aus der Zukunft: Am Sonntagabend zeigte die Formel E ein weiteres Detail des neuen Generation-2-Autos, das ab der kommenden Saison zum Einsatz kommen wird. Nach dem Halo-Bild samt LED-Beleuchtung am Samstag, fokussiert sich das nächste Bild auf den Heckbereich des sogenannten Generation-2-Autos.

Zu sehen ist ein echter Monster-Diffusor im Überformat. Die Streben des Aerodynamik-Teils beginnen weit oben am Heck des Boliden und ziehen sich markant und spitz nach unten. Das muss auch sein, denn: Das Gen-2-Auto wird keinen Heckflügel haben! Beide Details waren im Vorfeld des Bildes durchgesickert, jetzt können sich Fans einen ersten optischen Eindruck machen.

Flügelchen statt Flügel

Zwar ist auf dem veröffentlichten Foto nicht direkt zu sehen, dass das Auto ohne Heckflügel auskommt, die Auswirklungen aber sehr wohl. Statt des traditionellen horizontalen Flügelblattes wartet der Rennwagen der Zukunft mit zwei kleinen Flügelchen an beiden Seiten auf. Diese sollen den Aero-Verlust des fehlenden Heckflügels zusammen mit dem Diffusor kompensieren.

Nicht ohne Grund wird das Generation-2-Auto von der Formel E intern als Batmobil - eine Anspielung an das Auto des Superhelden Batman aus der Film-Trilogie - bezeichnet. Der zackige, hoch gezogene Diffusor verleiht dem Rennwagen einen einzigartigen Look. Genau das beabsichtigte die Formel E mit dem neuen Design, das in den kommenden drei Jahren zum Einsatz kommen wird: ein im Motorsport einzigartiges Aussehen.

Lotterer: Zukunftslook ist angesagt

"Das ist cool und macht auch Sinn, weil wir in den Städten ganz anders fahren", sagte Andre Lotterer zu Motorsport-Magazin.com. Der Formel-E-Rookie vom Techeetah-Rennstall weiter: "Da ist die Aerodynamik nicht so ein Riesenthema, sondern eher Zukunftslook angesagt. Das Auto kann sich ruhig abheben von traditionellen Formelserien, die die Flügel im Vergleich zur Formel E wirklich brauchen."

Der Fokus der Formel E liegt ohnehin nicht auf der Aerodynamik, wie es bei anderen Formel-Serien der Fall ist. Stattdessen sollen die Technologien unter der Haube stetig weiterentwickelt werden, ohne, dass die Kosten ausarten. Wegen seiner fehlenden Aero und dem sich ändernden Energie-Level gilt das Formel-E-Auto als das Formel-Fahrzeug mit dem höchsten Zufalls-Faktor. Sprich: Zeiten variieren von Runde zu Runde und lassen sich kaum reproduzieren.

Was passiert mit der Aero?

Das Generation-2-Auto wird seit geraumer Zeit auf kleineren Rennstrecken in Europa intensiv getestet. Es wird bei den kommenden Kollektiv-Tests spannend sein zu sehen, wie sich der fehlende Heckflügel beziehungsweise der Monster-Diffusor im direkten Duell verhält. Stichwort: Luftverwirbelungen bei hinterherfahrenden Autos. Die große Crux im Formelsport, die Überholmanöver oftmals zu einer schwierigen Angelegenheit macht.

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Venturi-Pilot Maro Engel zu Motorsport-Magazin.com: "Es gibt ja keinen Heckflügel mehr, deshalb muss der Diffusor ziemlich viel auffangen. Wenn er so funktioniert wie er funktionieren soll, wird es interessant sein zu sehen, wie sich die Aerodynamik verändert, wenn man einem anderen Auto folgt."

Finale Enthüllung auf Genfer Auto Salon

Mit dem LED-Halo und dem Monster-Diffusor hat die Formel E nun zwei prägende Elemente des Gen-2-Autos gezeigt. Gut möglich, dass die erste rein-elektrische Rennserie der Welt am Montag ein weiteres Foto veröffentlicht, das das Design andeutet. Bereits angekündigt ist ein weiteres Bild für den kommenden Dienstag, 30. Januar. Das finale Design wird dann am 6. März auf dem Genfer Auto Salon der Weltöffentlichkeit präsentiert. Anfang März werden die ersten neuen Autos zudem an die Hersteller ausgeliefert, um mit dem realen Testprogramm beginnen zu können.


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