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Formel E / Interview

Das hier ist keine Mickey-Mouse-Serie - Sam Bird verspricht große Spannung für Peking

Nach den Testfahrten ist vor der Premiere: Sam Bird sprach mit Motorsport-Magazin.com über den heiß erwarteten Auftakt der Formel-E-Meisterschaft.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Sam, vor einigen Tagen ist der letzte Test vor der ersten Formel-E-Saison zu Ende gegangen. Seid ihr nun gut präpariert für das erste Rennen?
Ja, durchaus. Der Test lief gut, wir haben viel gelernt und viele grundsätzliche Dinge abdecken können. Ich denke, wir sind jetzt in einer guten Position, um im ersten Rennen ein paar Punkte holen zu können.

Der Test in Donington war für euch wohl die vorerst letzte Gelegenheit, auf einer echten Naturrennstrecke zu fahren, denn jetzt kommen erst einmal nur noch Stadtkurse wie jener in Monaco. Wäre es nicht schön, auch mal auf einem solchen Stadtkurs testen zu dürfen?
Ja, natürlich, aber das ist geradezu unmöglich, sofern niemand eine Rennstrecke baut, die das Layout eines Straßenkurses besitzt. Eine Stadt abzusperren, nur um einen Testtag steigen zu lassen, ist eigentlich ganz unmöglich. Natürlich wäre so was extrem nützlich; vom Set-up der Autos her können wir auf einer Strecke wie hier in Donington schließlich nicht sehr viel lernen. Hier sind die Kurven sehr schnell, breit und flüssig, also sehr konventionell. Aber klar, man kann das Auto schon so einstellen, als wenn es ein Stadtkurs wäre. Ich bin mir sogar noch sicher, dass einige Teams das hier gemacht haben. Wir werden sehen, wie es in Peking dann so laufen wird …

Bremsverhalten und Stadtkurse zwei Garanten für Spannung

Wir haben bei den Tests viele Rutscher und Dreher gesehen. Die Formel-E-Wagen laufen zwar nicht auf Slickreifen, aber ihr Jungs könnt doch schließlich alle fahren. Was genau ist da los?
Das ist eine Kombination aus dem Bremsvermögen des Autos und der Reifen, der Energierückgewinnung und dem Gewicht des Autos an der Hinterachse. Dazu kommt, dass wir nicht so viel Leistung haben, weshalb wir möglichst viel Tempo durch die Kurve hindurch mitnehmen müssen. Das bedeutet, dass die Geschwindigkeit in der Kurvenmitte absolut ans Limit gebracht wird, sogar in sehr langsamen Kurven. Bei all diesen Faktoren zusammen ist es dann so, dass die Autos eben sehr viel rutschen.

Werden wir das auch bei den Rennen sehen? Das Layout in Peking ist ja nicht mit dem der Donigton-Strecke vergleichbar.
Ja, ganz bestimmt sogar. Vor allem auf den Stadtkursen.

Was sicherlich toll ist für die Zuschauer, denke ich.
Ganz klar, ja.

Das hier ist keine Mickey-Mouse-Serie.
Sam Bird

Ist es schwer, sich an das Fahren dieser Elektroautos mit all ihren Schaltern und so weiter zu gewöhnen?
Um ehrlich zu sein, wirklich schnelles Fahren ist mit diesen Rennfahrzeugen genauso schwer wie mit anderen, wenn nicht sogar noch etwas schwerer. Natürlich ist man nicht ganz so schnell wie mit einem Formel 1, aber von der Schwierigkeit her ist es ziemlich gleich, weil man im Cockpit so viele Dinge zu tun hat, während das Auto gleichzeitig sehr viel rutscht. Das muss man absolut präsize arbeiten.

Und wird haben es an den Rundenzeiten gesehen: Es geht richtig eng zur Sache, nicht wahr?
Ganz genau, das hier ist keine Mickey-Mouse-Serie. Man muss sich doch nur die Namen der Teams und Fahrer anschauen, die hier mit dabei sind. Warum sollten die wohl alle mitmachen, wenn das keine Top-Meisterschaft wäre? Die Serie ist neu, aber die Leute werden sie mit Sicherheit ernst nehmen.


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