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Formel 2

Formel 2 Abu Dhabi, Rennen 1: Oscar Piastri ist Meister

Oscar Piastri sicherte sich Formel-2-Titel schon im ersten Abu-Dhab-Sprint mit Aufholjagd von P10 auf P3. Jehan Daruvala holt den Sieg.
von Lukas Wunderlich

Motorsport-Magazin.com - Schon am vergangenen Rennwochenende war in der Formel 2 klar, dass der Australier Oscar Piastri wohl kaum eine verbleibende Konkurrenz auf den Meistertitel hatte, und in Abu Dhabi besiegelte der Alpine-Junior auch rechnerisch die Entscheidung um die Meisterschaft und krönte sich nach dem ersten Sprintrennen zum neuen Formel-2-Champion.

Ausgangslage: Schon am ersten Rennen des Wochenendes könnte Oscar Piastri den Formel-2-Titel an sich reißen. Mit 55,5 Punkten Vorsprung vor Teamkollege Robert Shwartzman startete der Australier in das erste Rennen. Solange Piastri nicht mehr als vier Punkte auf Shwartzman verlieren würde, ginge er als Champion aus diesem ersten Sprintrennen.

Startaufstellung: Zum fünften Mal in Folge hatte sich Piastri die Pole im Qualifying gesichert, das hieß auch zum fünften Mal in Folge Startplatz 10 für das erste Sprintrennen. Jehan Daruvala war der große Profiteur des Reverse Grids, er übernahm die Pole Position. Mit in der ersten Startreihe nahm Dan Ticktum Platz, gefolgt von Felipe Drugovich, Liam Lawson und Theo Pourchaire.

Der Start: Daruvala zog mit einem guten Start nach vorne, Carlin-Pilot Dan Ticktum wiederum kam nur schlecht weg und wurde von Felipe Drugovich und Liam Lawson geschluckt. Oscar Piastri schoss direkt in der ersten Runde von P10 auf P6, lag nur mehr einen Platz hinter Teamkollege Shwartzman und war damit bereits auf Titelkurs.

Shwartzman begann sich zwar immer weiter nach vorne zu kämpfen und befand sich schnell auf Podiumskurs, sein australischer Hintermann tat es ihm aber gleich. In Runde 20 folgte dann der Angriff von Piastri, welcher sich in Kurve 6 am Ferrari-Junior vorbeidrückte und P3 für sich beanspruchte. Erneut baute der Prema-Pilot sein Punktepolster aus und entschied somit die Formel-2-Meisterschaft für sich.

Die Spitze: Während Piastri und Shwartzman durch das Feld pflügten, führte Jehan Daruvala vom Start weg das Feld an. Dann geriet er aber nach und nach aber immer mehr unter Druck von Felipe Drugovich. In Runde 12 folgte dann der Angriff des UNI-Virtuosi-Piloten in der neuen Kurve 9, doch schon in der nächsten konnte Daruvala kontern und die Führung zurückerobern.

Der Zweikampf kostete die beiden Piloten ein Stück ihres Vorsprungs gegenüber den heranfahrenden Prema-Boliden. Piastri und Shwartzman schlossen so in den letzten Runden auf, doch ein Dreikampf um Drugovichs zweiten Rang blieb aus.

Jehan Daruvala gewann so das erste Sprintrennen in Abu Dhabi, gefolgt von Drugovich. Piastris dritter Rang, von Platz zehn kommend, reichte für eine standesgemäße Feier des Titels. Robert Shwartzman beendete das Rennen auf P4, hinter ihm kamen Liam Lawson, Dan Ticktum, Theo Pourchaire und Guanyu Zhou ins Ziel.

Piastri zur Meisterschaft

Piastri ist mit seinem Titel jetzt in illustrer Gesellschaft: Als Rookie schon im ersten Jahr zu gewinnen, das schafften zuletzt George Russell und Charles Leclerc. Dass er eine F1-Zukunft hat, steht schon fest. Allerdings ist es vorerst nur eine Test- und Entwicklungsfahrer-Rolle für 2021, da sowohl Fernando Alonso als auch Esteban Ocon einen Vertrag haben und Alpine ihn bei den Kunden anderer Motorenhersteller nicht unterbringen konnte. "Hoffentlich kann ich Champion im Coutchsitzen sein nächstes Jahr", scherzt Piastri nach dem Rennen.

Piastri hat nun in drei Jahren drei Titel gewonnen: 2019 den Formel Renault Eurocup, 2020 die Formel 3 und 2021 die Formel 2: "Ich bin richtig happy, den dritten in Serie geholt zu haben. Ich glaube nicht, dass das wer auf seinem Lebenslauf stehen hat."

"Danke an alle", feiert Piastri nach dem Rennen sein Team, und bedankt sich auch bei Alpine, in deren Juniorkader er bereits seit mehreren Jahren vertreten ist. "Ich bin super happy, und was für ein Rennen, um es abzuschließen. Ich wollte ein Podium, um zu feiern, und habe es geschafft. Ich bin so happy. Und es war viel weniger stressig als letztes Jahr, das freut mich auch!" Den F3-Titel hatte er 2020 erst im letzten Rennen in einem Showdown mit Theo Pourchaire geholt.


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