Strategie ist in der Formel 1 ein eigenes Kapitel, das ganze Bücher füllen könnte, wenn denn jeder offen darüber sprechen würde. Im Nachhinein sickert zwar immer was durch, aber meist bleiben Geheimnisse. So wird es auch ein Geheimnis bleiben, warum Red Bull Racing im letzten Qualifying Abschnitt auf Regen spekulierte und alle anderen Teams nicht. Zwar türmten sich einige Wolken bedrohlich am Himmel, aber der Regen kam nicht. Deswegen blieb für Mark Webber in Q3 dann auch nur der zehnte Platz, wie Teamchef Christian Horner erklärte.

"Wir haben im dritten Abschnitt ein bisschen riskiert und sind bereits früh in der Session auf eine Zeit gegangen, da alle Wetterberichte gesagt haben, dass es regnen würde. Aber leider kam er nicht zeitgerecht und Mark wurde Zehnter", sagte Horner. Webber selbst sprach von der gleichen Problematik, gab aber auch zu: "Es wäre schön, weiter vorne zu sein, aber das ist wahrscheinlich, wo wir stehen." Trotzdem war ein leichter Frust bei seinen Ausführungen nicht zu überhören. Denn viel fehlte seiner Ansicht nach nicht, damit der Plan aufgegangen wäre. "Zehn Minuten früher und es wäre eine gute Taktik gewesen, aber man muss Entscheidungen treffen, wenn man da draußen ist und die Jungs haben gedacht, dass es zu diesem Zeitpunkt das Richtige war."

David Coulthard musste sich der Entscheidung gar nicht mehr stellen, denn als 13. war er bereits nach dem zweiten Abschnitt des Qualifyings nicht mehr dabei. Auf die Top Ten hatten ihm knapp zwei Zehntel gefehlt. "Ich war recht zufrieden mit dem Auto heute, also ist es schade, dass ich nicht in die Top Ten gekommen bin. Wir hatten im Training ein paar Probleme, aber ein paar Zehntel hätten mir für die letzte Session gereicht. Ich war in meiner letzten Runde nicht schnell genug und hab in Kurve vier das Heck verloren", erklärte der Schotte. Auf der positiven Seite konnte er vermerken, dass man weniger Probleme habe als in Australien und in der allgemeinen F1-Hierarchie stellte er fest: "Renault scheint etwas zurückgefallen zu sein und Toyota ist nach oben gekommen. Ich denke, bei diesen warmen Streckenbedingungen verschiebt sich einiges."