Fernando Alonso war nach dem Qualifying am Hungaroring ein frustrierter Mann. "Wir waren bereit, bei diesem Rennen um die Pole Position und um den Sieg zu kämpfen", sagte er. "Jetzt wird uns durch diese Strafe die Chance dazu genommen. Das ist frustrierend."
Damit spricht Alonso die Zwei-Sekunden-Strafe an, die ihm auferlegt wurde nachdem er Robert Doornbos überholt und den Niederländer mit einem Bremsmanöver zurecht erzogen hatte. "Es war eine völlig normale Diskussion zwischen zwei Fahrern auf der Strecke, wie sie jedes Wochenende stattfindet, aber ohne Gefahr oder Berührung", sagte Alonso. "Und die gelbe Flagge war eigenartig, denn die Strecke war völlig klar. Außerdem konnte ich die gelbe Flagge gar nicht sehen, weil ich hinter Trulli war. Das ist wohl das erste Mal in der Geschichte der Formel 1, dass man für so etwas eine Strafe bekommt."
Zum Überholmanöver von Michael Schumacher dagegen konnte Alonso nicht viel sagen. "Ich habe nicht so viel davon gesehen, ich habe nur gesehen, wie ich überholt wurde, als es rote Flaggen gab", sagte er. "Aber auch da finde ich die Strafe komisch, denn es gab dabei gar keine Gefahr."
Auf den Vorwurf aus dem Ferrari-Lager, Alonso wäre absichtlich langsamer gefahren, reagierte der Spanier gelassen. "Das ist wohl das, was sie in so einer Situation sagen müssen", meinte Alonso. "Es ist aber ganz klar nicht die Wahrheit. Die Kommissare hatten alle Bilder und sahen, wie es war."
Alonso bestritt die Vermutung, dass der Druck im WM-Kampf solche Aktionen ausgelöst hätte. "Ich habe immer den gleichen Druck, nur ist es so, dass es bei den letzten Rennen ganz komische Entscheidungen gegen Renault gegeben hat", sagte er. "Ich hoffe, dass damit jetzt Schluss ist."
Das Rennen wird für den Spanier nun sehr schwer. "Hier ist es sehr schwer zu überholen und seine Position zu verbessern", sagte er. "Selbst für den sechsten oder siebten Platz müsste ich fast zehn Autos überholen. Mehr ist auf dieser Strecke kaum möglich."
Selbst die Strategie, mit einem voll getankten Auto Plätze gut zu machen, findet Alonso sehr riskant. "Unsere Strategie wird vor allem durch die Funktion der Reifen beeinflusst", sagte er. "Man kann mit der Benzinmenge spielen, aber man kann auch sehr leicht mit einem zu vollem Tank die Reifen innerhalb einiger Runden ruinieren. Es wird kein leichtes Rennen, was die Strategie betrifft."
Alonso sieht Michelin auch nicht unbedingt im Vorteil in Ungarn. "Der Reifenverschleiß sieht besser aus in unserem Auto", sagt er. "Aber obwohl die Reifen von Massa nachher nicht so gut aussahen, war er trotzdem sehr schnell. Deswegen erwarte ich Ferrari hier sehr schnell morgen."

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