So hatte sich Ferrari den Samstag sicherlich nicht vorgestellt. Denn trotz einiger Sorgenfalten wegen der Haltbarkeit der Bridgestone-Reifen konnten die Roten am Freitagabend mit einem guten Gefühl schlafen gehen: Fernando Alonso erhielt von den Stewards eine zwei Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt. Doch am Samstagmorgen war die Freude über die Probleme des Titelkonkurrenten schnell verflogen. Auch Michael Schumacher bekam die gleiche Strafe - diesmal für doppeltes Überholen unter roter Flagge!

Bei den Roten wollte darauf aber niemand eingehen, stattdessen konzentrierte man sich auf das Rennen. "Das Qualifying ist natürlich nicht so verlaufen, wie wir es uns erwartet haben", sagte Teamchef Jean Todt, womit er sicherlich nicht nur Schumachers Handicap meinte, sondern auch Massas verpasste Pole Position.

Der Brasilianer klagte über Verkehr, der ihn auf seiner Out-Lap so aufhielt, dass er seine Reifen nicht richtig aufwärmen konnte - trotzdem entpuppten die Onboard-Aufnahmen aus dem Ferrari, dass Felipe auch noch einige Fahrfehler beging, die ihn wichtige Zehntel kosteten.

Todt ist dennoch zufrieden. "Unser Paket ist sehr konkurrenzfähig", freute sich der kleine Franzose. "Wir haben an den letzten beiden Tagen am Feintuning des Autos gearbeitet und versucht das Beste aus den Reifen herauszuholen", fügte Massa hinzu. "Selbst auf alten Reifen können wir eine gute Pace gehen", glaubt er. "Jetzt werde ich versuchen das bestmögliche Ergebnis zu holen." Da sein Teamkollege nur von Platz 11 startet, dürfte dies morgen der Sieg sein.

Michael Schumacher gab derweil zu, dass er nicht mehr als P11 herausholen konnte. "Zumindest stehe ich damit auf der sauberen Seite", versuchte er wenigstens etwas Positives aus dem Tag zu ziehen. "Hoffentlich kann ich am Start einige Plätze gutmachen und danach das Beste herausholen." Ganz verdrängt hat Ross Brawn die Bestrafung seines Schützlings aber noch nicht. "Es ist wirklich schade, denn wir hatten großes Potenzial und konnten dieses nicht ausnutzen." Damit meint er wohl sowohl die mögliche Pole Position als auch die vielen Punkte, die er als Sieger hätte gutmachen können.