Das Kimi Räikkönen überhaupt die Möglichkeit bekam, den zweiten Startplatz zu erobern, hing am seidenen Faden. Die Uhr zeigte keine zwei Minuten mehr an, als Räikkönen noch in der Box stand. Um seine Runde überhaupt noch rechtzeitig anfangen zu können, musste Räikkönen im letzten Sektor seiner Aufwärmrunde Bestzeit fahren.
"Das haben wir wirklich nicht so geplant", gab Teamchef Ron Dennis zu. "Wir haben 10-15 Sekunden im Verkehr verloren. Das war der Grund, warum es so knapp wurde. Da hat Kimi aber schon gewusst, dass er richtig pushen musste."
Die Leistungsfähigkeit des Autos sieht Dennis keineswegs als Eintagsfliege. "Das ist eine systematische Verbesserung unserer Performance, die wir auch schon in Monaco gesehen haben", sagte der Engländer. "Es ist der realistische Speed unseres Autos, was wir hier gesehen haben."
Den Vorwurf, Räikkönen zeige zu wenig Interesse für das Team, indem er sich zum Beispiel in Monaco gar nicht mehr nach seinem Ausfall blicken ließ, wollte Dennis nicht gelten lassen. "Er ist sicher ein sehr scheuer Charakter", sagte Dennis. "Aber er ist, wie auch ich, ein Mitglied dieses Teams. Und wir funktionieren als Team. Es ist nur natürlich, dass das Personal manchmal wechselt. Wir respektieren diese Freiheit. Aber solange er bei uns ist, erwarten wir von ihm, dass er sein Bestes für dieses Team tut, und daran habe ich auch keinen Zweifel. Wir sind manchmal unterschiedlicher Meinung, aber das ist ganz normal."

diese Formel 1 Nachricht