Schon am Donnerstag qualmte der MP4-21 von Kimi Räikkönen. Damals stand er zu lange für eine Startübung an, weshalb die gestiegenen Temperaturen einen Kabelbaum in Brand setzten. Die gleichen Bilder wiederholten sich am Sonntag im Rennen. Diesmal war die kurze Safety-Car-Phase der Auslöser für den Brand.
"Sportlich konnte jeder sehen, dass wir eine Siegchance hatten. Unsere Strategie war gut. Sie hätte uns beim zweiten Tankstopp deutlich weiter geführt als Alonso", betonte Norbert Haug zunächst die positiven Aspekte. "Leider kam das Safety-Car dazwischen und dann hatten wir das gleiche Problem wie am Donnerstag - einen Hitzestau."
Dieser wurde durch einen defekten Hitzeschild ausgelöst. "Wir haben in Le Castellet ein neues Cooling-Package ausprobiert und bei Kimi war es wohl etwas über dem Limit. Bei Juan Pablo hat alles funktioniert. Die Motoren drehen in diesem Jahr deutlich höher und das verursacht deutlich mehr Hitze."
Aus diesem Grund wurde der neue Hitzeschild eingebaut. Dieser liegt um den Motor herum sowie in der Motorabdeckung. "Im Heck liegt alles sehr eng beieinander und man geizt um jeden Millimeter, um die Anströmung des Heckflügels besser zu gestalten", betont Haug. "Wir haben das nicht gut genug gelöst."
Eine stärkere Abschottung wäre aber kein Allheilmittel für dieses Problem. "Wenn wir eine Panzerplatte als Hitzeschild einbauen würden, hätten wir vielleicht die Hitze unter Kontrolle, aber die Rundenzeiten nicht mehr." Deshalb müsse nun vielleicht sogar die Motorabdeckung überarbeitet werden. Ohne das neue Kühlungs-Paket, "hätten wir aber nicht diese Performance gehabt", beugte Haug gleich den Vorschlägen vor, zum alten System zurückzugehen.
Denn: "Beim Speed haben wir deutlich zugelegt - das konnte man sehen." Schließlich hing Kimi Räikkönen rundenlang im Getriebe von Fernando Alonso. "Wenn Kimi von der Pole losgefahren wäre, hätte sich das alles ganz anders entwickeln können", spielt Haug auf einen möglichen Sieg an. "Das Auto war heute gut und wir hätten heute gewinnen können", schloss sich Juan Pablo Montoya an, der immerhin Zweiter wurde.
"Es ist immer enttäuschend auszuscheiden", sagte ein enttäuschter Kimi Räikkönen, "aber es ist besonders schlimm, wenn man eine Chance auf den Sieg hatte."
Die große Frage ist nun, ob es für McLaren auch nach Monaco so weitergehen wird. "Noch wissen wir nicht, wie es auf anderen Strecken aussehen wird", gestand Haug. "Die aerodynamische Effizienz spielt hier keine so große Rolle, aber sehr wohl die Traktion, die Fahrbarkeit des Motors und der Spritverbrauch."
Ferrari hat Haug ebenfalls noch nicht abgeschrieben. "Man muss Ferrari immer einkalkulieren: Wenn sie vorne wegfahren, können sie auch gewinnen. Das haben ihre Rundenzeiten gezeigt." Vor allem auf den Geraden, hätte Ferrari gewonnen. "Das weiß ja jeder. Laut FIA ist das erlaubt und somit müssen die anderen es auch machen", spielte er auf die angeblich flexiblen Flügel der Roten an.
Vom Titelkampf spricht Haug jedoch nicht. "Wir konzentrieren uns von Rennen zu Rennen. Wir sprechen nicht vom Titelgewinn, sondern von Rennsiegen. In Barcelona waren wir weg und hier waren wir sehr deutlich dran und vielleicht sogar die Pace-Maker."



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