Christian Klien, Takuma Sato, Jacques Villeneuve und Giancarlo Fisichella haben eines gemeinsam: Alle vier traten am Samstag vor die Rennstewards, um sich entweder über einen der anderen zu beschweren oder sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen.

"Ich bin mir sicher, dass ich unter die Top10 hätte fahren können", trauerte Christian Klien einer verpassten Gelegenheit nach. Was war passiert? Nachdem die beinahe rote Flagge ihm seine erste schnelle Runde vermasselt hatte, nahm er noch einen Anlauf. Dabei lief er auf den Super Aguri von Takuma Sato auf.

"Ich war schon neben ihm und er hat mich extrem aufgehalten. Er hat mich wohl nicht gesehen oder nicht in die Rückspiegel geschaut", schilderte Klien die Situation. Für ihn war das Qualifying somit schon nach 15 Minuten beendet.

"Es ist unglaublich. Es kam alles zusammen, was schief gehen konnte", so Klien weiter. "Nach dem Qualifying hätte mich niemand ansprechen dürfen. Auch Sato hätte mir nicht über den Weg laufen dürfen. Da wir ich richtig auf 180."

Später vor den Rennkommissaren hatte sich Klien im Gegensatz zu seinem Toro Rosso Kollegen Scott Speed vor einigen Wochen unter Kontrolle. "Ich habe meine Version erklärt und er seine", sagte er motorsport-magazin.com. "Es war ein recht klarer Fall, dass er nicht in die Rückspiegel geschaut hat." Eine Entschuldigung seitens des Japaners gab es aber nicht. "Sato ist jemand, der hat 10.000 Ausreden parat - er macht immer wieder die gleichen Fehler."

Noch rechnet sich der Österreicher aber eine kleine Chance auf ein gutes Ergebnis aus. "Das Wochenende ist noch nicht ganz gegessen. Hoffentlich ist morgen das Glück einmal auf unserer Seite."

Ewas spektakulärer ging Fisichella mit Villeneuve ins Gericht: Nachdem er schon im Auto wild gestikuliert hatte, stürmte er noch während des Qualifyings in die BMW Sauber Box. "Was auf der Strecke passiert ist, habe ich nicht gesehen", erklärte Nick Heidfeld grinsend, "ich habe nur gesehen, wie Fisichella in die Boxen rein gekommen ist."

Dabei hatte Fisico dem Kanadier nichts Nettes zu sagen: "Er war sehr wütend und sagte mir, dass ich eines Tages dafür bezahlen müsste", verriet Jacques im Gespräch mit motorsport-magazin.com. Während der Kanadier noch immer nicht weiß, was eigentlich das Problem gewesen sein soll, beschuldigte Fisichella ihn "unprofessionell" zu sein. "Ich bin richtig wütend und weil er sich nicht entschuldigt hat, bin ich noch wütender."