Der San Marino GP war für Ferrari wohl das wichtigste Rennen bislang. Nach den schwachen Vorstellungen in Malaysia und Australien mussten die Italiener vor heimischem Publikum beweisen, dass der Aufschwung von Bahrain nicht nur ein Strohfeuer war. Und tatsächlich: Ausgerechnet bei diesem wichtigen Rennen in der Heimat siegte die Scuderia.

Das Rennen hat bewiesen: Ferrari ist gut, aber Renault ist nach wie vor schneller. In Imola spielten die Reifen, der verbesserte Ferrari und die Streckencharakteristik den Italienern in die Hände. Ansonsten hätte Fernando Alonso auch hier gewonnen.

Was den Titelkampf angeht, so muss man abwarten, ob Michael Schumacher auch in den kommenden Rennen in die Rolle des Jägers schlüpfen kann. Schließlich waren er und Ferrari schon im letzten Jahr bei ihrem Heimspiel in Imola extrem stark. Davor und danach ging aber bekanntlich nicht gerade viel...

Gibt es nun einen Zwei-, Drei- oder gar Vierkampf um den Titel? Eines steht auf jeden Fall fest: Fernando Alonso ist der Titelfavorit Nummer 1. Da Giancarlo Fisichella in diesem Jahr kaum besser als im letzten ist, muss man in einer Aufzählung der Titelkandidaten den Spanier anstelle des Teams nennen. Seine Gegner sind ebenfalls nur Fahrer und keine Teams: Wenn McLaren die Probleme in den Griff bekommt und der Speed besser wird, sollte Kimi Räikkönen den amtierenden Champion erneut herausfordern können. Und dann ist da möglicherweise noch Michael Schumacher, der den beiden Jungspunden die Titelsuppe versalzen könnte.

Von der Prozession in die grüne Hölle

Für Juan Pablo Montoya lief es in Imola besser als zuvor: Nach der schwachen Vorstellung von Melbourne, rehabilitierte sich der Kolumbianer mit einem Podestplatz. Dieses Erfolgserlebnis war für Juan Pablo genauso wichtig wie Ralfs Podiumsplatzierung drei Wochen zuvor in Australien. Das bringt sowohl dem Fahrer als auch dem Team etwas Ruhe.

In die andere Richtung entwickelte sich das Williams Team: Die Briten stiegen ziemlich gut in die Saison ein, blieben in den letzten Rennen aber unter den Erwartungen zurück. Gerade auf der Motorenstrecke von Imola, war ihr Ergebnis am letzten Wochenende sehr ernüchternd. Schließlich haben noch vor wenigen Wochen alle den Cosworth-Motor als den stärksten des Feldes gelobt.

Der Grand Prix an sich, war ebenfalls sehr ruhig und eine typische Imola-Prozession, bei der es keine Überholmanöver zu bestaunen gab. Das gleiche Bild zeigte sich übrigens in der GP2: Auch hier hatten es die Piloten schwer ihre Gegner auf der Strecke zu überholen.

Am Ende der Start- und Zielgeraden gibt es zwar eine Stelle, an der man versuchen kann außen vorbeizugehen, da man dann in der nächsten Kurve innen liegt. Aber in einem Formel 1-Auto ist ein solches Manöver aufgrund der starken Bremsen ohne Fehler des Gegners nicht möglich.

Auf dem Nürburgring sollten Überholmanöver zumindest etwas einfacher gelingen. Aber nicht nur deshalb, sehe ich Michael Schumacher auch in der Eifel auf das Podium fahren. Vielleicht kann er sogar noch einmal auf dem obersten Podest stehen.