Deutschlands größte Tageszeitung versank beinahe in Staatstrauer. "Ach Schumi", ächzte Bild, "ist die Saison schon wieder Schrott?" Im typischen Stenografiestil wurde der Melbourne-GP als Katastrophe im Wohnzimmer dargestellt: "Deutschland stand auf - und Schumi blieb liegen!" Und noch einmal hieß es: "Ach, Schumi - hoffentlich kriegt ihr noch die Kurve..."
Bei solch herzzerreißenden Kollektiv-Seufzern ist es beinahe schon eine Staatspflicht, die hängenden LeserInnen-Köpfe auch wieder aufzurichten. Und wer, wenn nicht er - nämlich der neue König, der neue Prinz, der neue Kaiser - wäre dafür besser geeignet? Also titelt man: "Weltmeister Alonso: Schumi wird noch oft siegen!" Und: "Alonso: Ich glaube noch an Schumi!" Ah - das tut gut. Der Weltmeister erklärte nämlich der italienischen Gazzetta dello Sport: "Sobald wir auf Kurse kommen, die für Bridgestone und Ferrari besser sind, wird er oft siegen."
Und wenn Alonso das sagt, dann muss es auch stimmen. Das hat beinahe mehr Gewicht als das "neue Auto für Schumi", welches "Ferrari in Panik" bauen soll, wie wir im letzten Bild-Bericht erfahren haben. Und auch einen Schumacher-Rücktritt, wie von Ex-Kollege Johnny Herbert empfohlen, befürchtet Alonso nicht: "Das glaube ich überhaupt nicht. Michael ist immer noch sehr schnell." Außerdem wolle er, Alonso, lieber gegen einen "großen Profi" antreten. Was löblich ist.
Dass Alonso derzeit so oft auf dem Podium steht, dass er von 30 möglichen WM-Punkten 28 auf sein Konto gutschreiben ließ - all das hat einen realistischen Hintergrund, wie Bild-Formel 1-Expertin Cora Schumacher verrät: "Glückshormone beflügeln Alonso!" Frau Schumacher präzisiert: "Der ist jetzt verlobt mit Spaniens Pop-Prinzessin – da läuft die Produktion der Glückshormone auf Hochtouren. Und das sorgt immer für ein paar Zusatz-Kilometer!" Denn schließlich muss man wissen: "Ein verliebtes Herz strahlt bis in den Gasfuß."

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