Schon bevor in Austin überhaupt ein Formel-1-Auto auf die Strecke ging, waren die Bedingungen des Circuit of the Americas ein beherrschendes Thema. Vor allem Max Verstappen klagte am Donnerstag über den holprigen Asphalt, mehrere seiner Kollegen pflichteten ihm bei. Darunter auch Lando Norris, der seiner eigenen Aussage nach sogar Schmerzmittel nehmen muss, um die Unebenheiten zu ertragen.
Vor allem in den Bremszonen, wo die ohnehin tief abgestimmten Autos mit dem zusätzlichen Downforce des Kurvenmodus erst recht keine Bodenfreiheit haben, sahen Verstappen, Norris und Co. Probleme auf sich zukommen. Am Trainingsfreitag bestätigten sich diese Befürchtungen, wie alle Fahrer betonten, die nach dem Ende von FP2 auf das Thema angesprochen wurden. Gabriel Bortoleto griff zu den schärfsten Worten bei der Beschreibung der Bedingungen. "Es ist sehr hart. Um ehrlich zu sein, sollte das nicht der Formel-1-Standard sein", wurde der Audi-Pilot deutlich.
Junge Formel-1-Fahrer kritisieren Asphalt: Wie schlecht geht es den Älteren?
Das Problem der Strecke in Texas ist, dass bei starken Regenfällen 2015 der Kurs praktisch unterspült wurde und sich die Streckenbetreiber anstelle einer vollständigen Sanierung nur für punktuelle Reparaturarbeiten entschieden. Seitdem entstehen beinahe jährlich neue Bodenwellen, für welche die ansonsten beliebte US-Strecke schon häufig Kritik einstecken musste.
Obwohl in hoher Regelmäßigkeit zumindest Teile des 5,513 Kilometer langen Kurses asphaltiert und Bodenwellen abgetragen werden, reicht das bei Weitem nicht aus, um die Unebenheiten zu beheben. Im Vergleich zum Vorjahr wurde der Abschnitt von Kurve 9 bis Kurve 11 mit einer neuen Asphaltschicht überzogen und vor Turn 12 und 19 wurden Bodenwellen entfernt.
Das ist nicht genug, findet Bortoleto: "Sie hätten ein bisschen mehr an den holprigen Stellen asphaltieren müssen. Denn sie haben im Prinzip nur auf den Geraden asphaltiert, das macht keinen echten Unterschied." Franco Colapinto hingegen findet schon, dass man einen Unterschied spürt: "Zwischen dem Ausgang von Kurve 9 und der Bremszone in Kurve 11 haben sie einen neuen Asphalt aufgetragen und es fühlt sich sehr viel glatter an."
Abgesehen davon findet aber auch er, dass die Bodenwellen zu brutal sind. "Das belastet den Körper sehr", klagte der 23-Jährige, "sogar ich als junger Fahrer habe ein bisschen Probleme damit, man kann sich also vorstellen, wie es den Älteren geht." Bortoleto geht sogar noch ein Stück weiter als der Argentinier und beschreibt die Bodenwellen als gefährlich.
Charles Leclerc holt beide Trainings-Bestzeiten
Ferrari-Fahrer Charles Leclerc betont, dass sich vor allem der erste Sektor in einem sehr schlechten Zustand befinde. Der Monegasse sicherte sich sowohl im ersten als auch im zweiten Training auf dem Circuit of the Americas die schnellste Zeit, wobei dieser Umstand in FP1 auch einem der zahlreichen Track-Limit-Vergehen geschuldet ist. Max Verstappen war am Ausgang von Kurve 19 ein bisschen zu weit rausgekommen.
Die Track Limits waren am Freitag ebenfalls ein bestimmendes Thema. Wie es zu dieser Flut an Streckenlimit-Vergehen kam, könnt ihr hier nachlesen:
Der Red-Bull-Pilot, der am Donnerstag die Streckenbedingungen als "inakzeptabel" bezeichnet hatte, trat am Freitag nicht vor die Presse. Denn wie üblich meldet sich an einem gewöhnlichen Trainingstag nur ein Pilot pro Team zu Wort. Es wird wohl frühestens bis nach dem Qualifying dauern, ehe auch der Chefkritiker des Austin-Asphalts seine erste Bilanz zum Fahren auf den Bodenwellen ziehen kann.



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