Sieben der bisherigen acht Rennen hat Mercedes gewonnen, in der Fahrer-Weltmeisterschaft liegen Kimi Antonelli und George Russell auf den Plätzen eins und zwei, in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft liegt Mercedes mit fast 100 Punkten Vorsprung auf Rang eins. Trotz der erdrückenden Mercedes-Dominanz geht es hinter den Kulissen auf dem politischen Parkett rund.

Vor der Saison gab es Streit um das Verdichtungsverhältnis der Verbrennungsmotoren, zuletzt musste sich die FIA mit der Legalität neuartiger Diffusor-Aufbauten beschäftigen und nun droht der nächste Zoff. Als Motorsport-Magazin.com Toto Wolff nach dem Österreich GP nach möglichen Motoren-Upgrades bei Mercedes fragte, holte der Teamchef nach Ausführungen zum Motor plötzlich weit aus.

"Wir sind immer ein wenig überrascht, dass Ferrari diese riesigen Updates am Auto so umsetzen kann, wie sie es tun. Meiner Meinung nach muss ihnen bald das Geld aus der Kostenobergrenze ausgehen, denn wir können das nicht tun", stellte Wolff fest.

Dabei bezog er sich ausschließlich auf die Chassis-Entwicklung. Nach einem größeren Update vor zwei Wochen in Barcelona, wo Ferrari erstmals in der Formel-1-Saison 2026 siegen konnte, kamen schon beim nächsten Rennen in Spielberg weitere Neuerungen an den SF-26.

"Uns fehlt einfach der Puffer in der Kostenobergrenze, um so viele Teile auf die gleiche Weise wie sie bringen zu können. Hoffentlich ändert sich das gegen Ende der Saison, wenn sie keine Teile mehr bringen können. Zumindest würde es die Logik nahelegen, und wir werden dann mehr nachlegen", hofft Wolff.

Dabei geht es Wolff nicht um die finanzielle Power von Ferrari. Viele Formel-1-Teams schwimmen inzwischen im Geld, dürfen das Geld aber nicht ausgeben. Die Budgetobergrenze, die seit 2021 gilt, ist das sogenannte Finanzielle Reglement und gilt wie das Sportliche und Technische Reglement. 2026 dürfen die Chassis-Teams maximal 215 Millionen US-Dollar plus diverser Ausnahmen ausgeben.

Wolff ist nicht der Einzige, der sich über die Update-Programme der Konkurrenz wundert. Auch Fernando Alonso fragt sich, wie viele Teams die zahlreichen Updates finanziell stemmen können. Bei Aston Martin wurde nach dem verheerenden Saisonstart das Update-Programm für die erste Saisonhälfte nahezu komplett eingestampft, um sich die Ressourcen für größere Pakete in der zweiten Saisonhälfte aufzusparen.

"Wir haben das Geld nicht wie andere Teams für unlimitierte Upgrades", meint Alonso. "Es ist ziemlich überraschend, die Liste der FIA mit den Upgrades am Freitag jedes Rennwochenendes zu sehen. Sie müssen Geldmaschinen in den Untergeschossen in ihren Fabriken haben."

Wolff stimmt nur teilweise zu: "Die Einzigen, die nicht nachlassen, sind Ferrari. Wir haben in Montreal ein großes Update gebracht, dazwischen gibt es kleinere Teile. Ich denke, das gilt auch für Red Bull und McLaren. Nur Ferrari scheint in dieser Hinsicht keine Grenzen zu kennen."

POSTeamUpdates
1Red Bull30
3Cadillac28
4McLaren24
5Audi20
6Racing Bulls16
7Alpine16
8Williams15
9Haas14
10Mercedes13
11Aston Martin6

Die Zahlen geben Wolff allerdings nur bedingt recht. Die Update-Hitliste wird von Red Bull angeführt. 30 Neuerungen gab es beim Team aus Milton Keynes schon in dieser Saison. Ferrari liegt mit 28 Updates auf Rang zwei. Auch McLaren steht immerhin schon bei 24 Updates. Mercedes belegt mit 13 registrierten Aero-Updates den vorletzten Rang. Nur Aston Martin hat mit lediglich sechs Updates weniger.

Die Liste der FIA ist allerdings etwas ungenau, weil die Teams ihre Aero-Updates nicht ganz einheitlich melden. So fassen manche mehrere kleine Updates unter einem Überbegriff zusammen. Mercedes meldete zum Beispiel das Montreal-Update am Diffusor, der in Österreich zurückgebaut werden musste, als Unterboden-Körper. Andere Teams trennen zwischen Unterboden-Körper und Diffusor.

UnterbodenFloor EdgeFloor BodyFloor BoardDiffusorGesamt
Ferrari242311
Red Bull23106
McLaren11114
Racing Bulls11024
Audi11024
Mercedes11103
Williams11002
Haas01012
Alpine01012
Aston Martin01001

Trotzdem geben die FIA-Listen einen guten Einblick darüber, welche Teams besonders viele Neuerungen an ihre Autos bringen. Wobei die Zahl der Neuerungen auch nur bedingt Aufschluss über den finanziellen Aufwand gibt.

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