Der frühere Toyota-Chefdesigner Gustav Brunner, gegen den die Kölner Staatsanwaltschaft in der Ferrari/Toyota-Spionageaffäre ermittelt, versteht die Welt nicht mehr. Immer wieder beteuert er, dass er "noch nie im Leben etwas kopiert" habe. Gegenüber Motorsport Aktuell wunderte sich der 55jährige auch über die seltsamen Umstände seiner Kündigung im Dezember. Er wurde ins Chefbüro gerufen und erhielt die Anweisung, er solle "binnen zehn Minuten den Schreibtisch räumen", erzählte der Steirer. Brunner rätselt noch heute über die Gründe für diesen plötzlichen Rauswurf.
Für TV-Experte Hans Joachim Stuck ist der Grund jedoch naheliegend. Der Kölner Tageszeitung Express erklärte er: "Die Entlassung von Brunner und weiterer Leute stehen ganz klar im Zusammenhang mit den Ermittlungen." Für Stuck ist der Fall glasklar: "Geklaut wird viel in der Formel 1. Sie haben sich leider erwischen lassen. Ihre Kündigungen waren eine Art Selbstschutz von Toyota."
Der Prozess gegen Brunner, den früheren Toyota-Teamchef Ove Andersson und Ex-Aerodynamiker René Hilhorst soll am Kölner Gericht stattfinden. Den Entscheidungsträgern wird vorgeworfen, in den Jahren 2002 und 2003 wissentlich mit einer von Ferrari entwendeten Aerodynamik-Software gearbeitet zu haben - ein ehemaliger Ferrari-Mitarbeiter soll das Programm bei seinem Toyota-Einstand ins Kölner Werk gebracht haben. Der Prozessbeginn soll erst nach den Verhandlungen gegen den Überbringer der Software, der sich in Modena verantworten muss, angelegt werden. Angeblich drohen den Angeklagten sogar Haftstrafen bis zu drei Jahren...

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