Formel 1

Formel 1 Österreich 2019: Die 5 heißesten Fragen vor Spielberg

Wiederholt sich Mercedes' Österreich-Albtraum? Gelingt Bottas der Konter gegen Hamilton? Wer stoppt McLaren im Mittelfeld? Die Brennpunkte vor Spielberg.
von Florian Becker
Formel 1 2019: 5 Brennpunkte vor dem Österreich GP: (09:39 Min.)

Nach dem Parkplatz-GP von Frankreich kehrt die Formel 1 in Österreich auf eine der beliebtesten Rennstrecken im Kalender zurück. Für das neunte Rennen 2019 auf dem Red Bull Ring dürfen sich Fahrer und Fans wieder berechtigte Hoffnung auf mehr Action und Spektakel machen.

Mercedes malt den Teufel von 2018 an die Wand, Valtteri Bottas hält Lewis Hamilton auch nach dessen viertem Sieg in Folge nicht für unbezwingbar und McLaren macht sich auf, dem Mittelfeld seinen Stempel aufzudrücken. Die Brennpunkte für den Grand Prix von Österreich 2019.

Brennpunkt #1: Wird es in Spielberg wieder spannender?

Die Formel 1 musste in Frankreich wieder einmal ordentlich Kritik einstecken. Der Circuit Paul Ricard musste nicht ganz zu unrecht als Sündenbock für die Langeweile in der Königsklasse herhalten. In Österreich erwartet Fahrer und Fans aber wieder eine Rennstrecke wie aus dem Bilderbuch. Um die Mercedes-Dominanz am neunten Wochenende endlich zu brechen, braucht es allerdings mehr als nur ein ansprechendes Ambiente.

2018 erlebten die Weltmeister mit einem Doppelausfall durch technischen K.o. auf dem Red Bull Ring ein Debakel. Und auch dieses Jahr mahnt Teamchef Toto Wolff vor möglichen Schwachstellen - zumal in Kanada und in Frankreich an beiden Autos Fehler auftraten: "Wir hatten eine Reihe an verschiedenen Schwierigkeiten an unterschiedlichen Komponenten, von denen jede leicht einen Ausfall hätte verursachen können." Letztendlich bleibt es dabei: Mercedes kann sich nach wie vor nur selbst schlagen.

Ferrari sollte nach der Enttäuschung von Le Castellet aber zumindest wieder etwas näher dran sein. Die ersten beiden Sektoren in Spielberg sind absolute Power-Sektionen, in denen der SF90 seine Stärken voll ausspielen kann. Red Bull sollte man ebenfalls auf der Rechnung haben. Beim Heimspiel war das Team in den vergangenen Jahren stets stark aufgelegt. Schon vor dem Sieg von Max Verstappen im Vorjahr stand seit 2016 immer ein Bulle auf dem Treppchen.

Brennpunkt #2: Kann Bottas die WM offen halten?

Nach der vierten Niederlage in Folge braucht Valtteri Bottas dringend ein Erfolgserlebnis. Lewis Hamilton stellte mit seiner dominanten Vorstellung in Frankreich nach Siegen zum 6:2 und droht mit 36 Punkten Vorsprung in der Weltmeisterschaft zu entkommen. Bis Monaco hielt Bottas anstandslos mit, in Montreal und Le Castellet brach der Finne ein.

"Mit meinem Rückstand auf Lewis bin ich natürlich nicht zufrieden", kommentierte er seine Performance am vergangenen Wochenende. Nach seinen Erfolgen zu Saisonbeginn hält Bottas trotz des Tiefs weiter an seiner neu gefundenen Stärke fest: "Er ist nicht unbesiegbar. Ich weiß das. Ich muss nur hart arbeiten."

Welche Rennstrecke käme für ein Lebenszeichen gelegener als der Red Bull Ring? Der Kurs in Spielberg zählt zu den Paradestrecken des Valtteri Bottas. 2017 holte er Pole Position und Sieg, 2018 war er im Qualifying ebenfalls der schnellste Mann. Wenn er seine Form wiederfindet, hat er gute Chancen etwas von Hamiltons Vorsprung abzufeilen.

Brennpunkt #3: Bleibt McLaren so stark?

Nach dem ersten Saisondrittel ist McLaren der klare Favorit auf den Sieg im Mittelfeld. Der britische Traditionsrennstall hat sich nach Jahren in der Krise wieder zurückgekämpft - ganz ohne Fernando Alonso, dafür mit Carlos Sainz und Lando Norris, die den zweimaligen Weltmeister adäquat ersetzen. Frankreich war eine Machtdemonstration des Teams, denn von der direkten Konkurrenz hatte von Renault bis Racing Point niemand auch nur den Hauch einer Chance.

In Österreich sollte es erneut gut laufen, denn der Red Bull Ring sollte dem MCL34 liegen. Dass der Bolide auf den Geraden stark ist, hat er in Montreal gezeigt. Die Ingenieure haben eine gute Balance zwischen Anpressdruck und Luftwiderstand gefunden, die in den ersten beiden Sektoren in Spielberg helfen dürfte. Genug Power hat der Renault-Motor allemal. Die schnellen Kurven im letzten Streckenabschnitt passen ebenfalls zum Konzept.

Ein weiterer Alleingang McLarens ist aber alles andere als garantiert. Der erste Gegner heißt wie zuletzt Renault. Die Franzosen waren bereits 2018 stark, wenn auch nicht zuverlässig, und werden am kommenden Wochenende wieder angriffslustig sein. Daniel Ricciardo befindet sich in Bestform, und wenn es bei Nico Hülkenberg mal rund läuft hat Renault zwei richtig heiße Eisen im Feuer.

Brennpunkt #4: Gibt es wieder Punkte für Kimi?

2018 holte Alfa Romeo Sauber die Plätze neun und zehn - eine Wiederholung wäre dieses Jahr sicherlich ein Ausgang nach Maß. Denn im Vorjahr war das Ergebnis der Schweizer durch sechs Ausfälle begünstigt. Ein guter Ort war Spielberg für die Truppe aus Hinwil höchstens damals, als die Rennstrecke noch A1 Ring hieß. Seit dem Comeback 2014 lief es eher durchschnittlich.

Außerdem werden Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi sich nicht nur mit McLaren und Renault um die Top-10 streiten müssen. Haas ist in der Steiermark traditionell stark. Möglich, dass die Defizite des VF-19 hier weniger ins Gewicht fallen. Und für Racing Point begann 2018 in Österreich die Saison erst so richtig. Eventuell geht das Konzept des RP19 auch dieses Jahr erst wieder hier richtig auf.

Brennpunkt #5: Geht es bei Williams bald aufwärts?

Ganz im Gegensatz zu Alfa Romeo war Williams bei der Neuauflage des Österreich GP zunächst eine echte Macht. Die Zeiten des Williams-Wunders sind aber lange vorbei. Schon 2017, als mit Felipe Massa noch eine gestandene Größe im Cockpit saß, ging für die Briten schon nichts mehr. 2018 wurde es nur noch schlechter.

Dass die Ingenieure beim FW42 noch etwas finden, dass den Anschluss ans Feld herstellt, scheint unwahrscheinlich - schon gar nicht innerhalb nur einer Woche. Sich der Altlast Paddy Lowe nun entledigt zu haben, ändert an all dem nichts. Einzig fahrerisch könnte der Rückstand verringert werden. Rookie George Russell kommt immer besser zurecht.


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