Mit Nick Heidfeld auf dem Podium hätte noch vor wenigen Monaten wohl niemand so wirklich gerechnet. Doch dann verletzte sich im Februar sein Freund, Ex-BMW-Teamkollege und Lotus-Renault-Fahrer Robert Kubica bei einem Rallye-Unfall schwer und der 33-Jährige sprang spontan ein. Während sich Kubica nach mehreren Knochenbrüchen und insgesamt vier Operationen in Italien erholt, zeigte Nick Heidfeld nun das, was viele Experten bereits im Winter prophezeit hatten: Der schwarze Lotus-Renault ist ein Top-Auto.
Nach dem verpatzten Saisonauftakt in Australien, bei dem Stallgefährte Vitaly Petrov bereits Dritter für das Team werden konnte, war es in Malaysia endlich soweit und auch Heidfeld durfte zusammen mit Sebastian Vettel und Jenson Button auf das Treppchen klettern. Was der Mönchengladbacher nach zwei Jahren Abstinenz von der Siegerehrung aber bei aller Freude nicht vergessen hatte, war an seinen unglücklichen Vorgänger zu denken und erneut Genesungswünsche in Richtung des Polen auszurichten. Bereits am ganzen Rennwochenende war auf Heidfelds Helm eine polnische Flagge zu sehen, sowie auf dem Mundstück des Kopfschutzes die Initialen Kubicas.
"Hast Du das gesehen? Ich wollte, dass Du siehst, dass ich an Dich denke", schrieb der Deutsche seinem 26-jährigen Kollegen einen offenen Brief, den er in der Bildzeitung veröffentlichen ließ. "Ich wollte, dass Deine Fans sehen, dass Du ein Teil der Formel 1 und dieses Teams bist. Platz 3 ist auch für Dich!", stellte Heidfeld darin klar. "Ich habe während des Rennens oft an Dich gedacht", schrieb der 33-Jährige an seinen Freund.
Heidfeld gab aber auch zu, dass er im Moment des Erfolges mit seinen Gedanken natürlich kurzzeitig woanders weilte. "Als ich über die Ziellinie fuhr, sind in meinem Kopf nur noch die Glücksgefühle explodiert", so der Lotus-Renault-Pilot. "Ich weiß, dass Du jetzt denkst: "Was für ein tolles Auto Lotus-Renault dieses Jahr gebaut hat. Ich will so schnell wie möglich zurück und damit fahren." Dazu wünsche ich Dir, dass Du in der Reha ordentliche Fortschritte machst", ließ Heidfeld ausrichten und fügte hinzu, was sich wohl das ganze Fahrerlager wünscht: "Werd´ schnell gesund!"

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