Kaum ist der neue T128 enthüllt, richtet Team Lotus bereits eine Kampfansage an die Konkurrenz. "Das Auto sieht in jeder Hinsicht wie ein Spitzenauto aus", sagte Chefingenieur Mike Gascoyne. "Wir möchten die Etablierten herausfordern und ich glaube, dass das möglich ist."

Angefeuert wird der Lotus in diesem Jahr von einem Renault-Motor, Cosworth ist Vergangenheit. Ob der neue Bolide hält, was das Team vollmundig verspricht, wird sich erst ab Mittwoch zeigen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Teams startet Lotus erst einen Tag später mit den Testfahrten in Valencia.

In der vergangenen Saison hat sich das Team als bestes der Neueinsteiger etabliert. Ein Fakt, der Begehrlichkeiten weckt. "Wir müssen uns als Ziel setzen, mit Toro Rosso, Sauber und Forcia India auf Augenhöhe zu fahren", forderte Gascoyne forsch.

Zum Ende der Saison hin sollen dann Williams und Renault an der Reihe sein. "Das Problem der anderen Teams ist, dass wir angefangen haben, sie auf der Strecke zu schlagen. Das ist eine klare Botschaft an die anderen Teams - peinlich für sie und gut für uns", so Gascoyne weiter: "Es wäre großartig für die Formel 1, wenn sich dieses Auto im Mittelfeld platzieren würde. Das zeigt, was für drin ist für ein kleines Team."

Grün und giftig: der neue T128 von Lotus, Foto: Team Lotus
Grün und giftig: der neue T128 von Lotus, Foto: Team Lotus

Das eigene Ziel ist also klar gesteckt, Zweifel gibt es nur aus anderen Kanälen: "Viele Menschen sagen, ich sei zu optimistisch. Aber ich kann mir vorstellen, dass wir 40 bis 50 Punkte einfahren werden."

Dass der T128 scheinbar bereit für die Punkte ist, glaubt auch Jarno Trulli: "Im vergangenen Jahr war unser Ziel, ein Rennen zu beenden. Dieses Jahr wollen wir in die Punkte fahren. Mit dem neuen Package sollte das möglich sein."

Auch Teamkollege Heikki Kovalainen rechnet sich mit dem neuen Arbeitsgerät wohl eine Menge aus und hat sich entsprechend auf die lange und kräftezehrende Saison vorbereitet. "Die vergangenen sechs Wochen waren fantastisch für mich", freut sich der Finne: "Ich habe mit grundlegendem, körperlichen Training angefangen. Jetzt schalte ich einen Gang rauf, um die richtige Performance zu erlangen." Kovalainen fühle sich so gut auf die Saison vorbereitet, wie noch nie.

Also an allen Ecken und Enden positive Worte aus dem Lotus-Lager, trotz des Streits um die Namensrechte und dem Fakt, dass das Team zunächst ohne KERS in die Saison startet. Ob sich die forschen Äußerungen von Gascoyne und Co. bestätigen, wird man ab dem kommenden Mittwoch sehen.