Bruno Senna musste sich mal wieder fürs Zuspätkommen entschuldigen - obwohl er ja eigentlich nichts dafür konnte: Sein Taxifahrer hatte nämlich das Problem fast aller Singapurer Taxifahrer - auch im dritten Jahr des Singapur-GP: Keine Ahnung, wie man angesichts der zahlreichen Straßensperren an die entsprechenden Eingänge der Rennstrecke kommt.
"Der ist eine halbe Stunde in einer Art Tiefgarage kreuz und quer gefahren, unglaublich... Morgen gehe ich zu Fuß" - angesichts einer Entfernung von etwa 15 Minuten zwischen Hotel und Strecke bei flottem Tempo sicher keine schlechte Idee: "Es sei denn, wenn es wieder in Strömen gießt." Aber auch ansonsten warten auf den Brasilianer hier wohl einige Herausforderungen.
Was ist Dein erster Eindruck von der Strecke?
Bruno Senna: Der Kurs ist noch schwieriger als Monaco, wesentlich welliger, hat mehr Kurven, die Durchschnittsgeschwindigkeit ist höher - es wird also interessant werden, aber gerade für uns mit unserem Auto wahrscheinlich auch noch schwieriger. Wenigstens ist es ziemlich warm, dadurch sollten wir mit den Reifen keine Probleme kriegen. Aber erstmal muss ich die Strecke lernen - das ist eine der ganz wenigen, wo ich überhaupt noch nie war.
Du wolltest doch ein paar Runden irgendwo in einem Simulator drehen?
Bruno Senna: Das hat leider aus Zeitgründen so nicht geklappt, aber ich habe ziemlich viele Videos studiert, vor allem Onboard-Aufnahmen, bin jetzt abends auch mit meinen Ingenieuren noch mal um die Strecke gegangen, habe mir alles angeschaut. Ich habe also schon eine ganz gute Idee, wo es lang geht. Aber die Strecke ist sicher nicht einfach, in den ersten zehn Runden denke ich, kann es schon mal passieren, dass ich an einer Kurve ankomme und denke, ich bin an einer anderen. Deswegen gilt es da anfangs wirklich vorsichtig zu sein, damit man nicht irgendeinen Blödsinn macht, der einem vielleicht das ganze Wochenende zerstört.
Das Wetter könnte noch zusätzlich schwierig werden. Bist Du bei deinen Nachtrennen in der LMS, Le Mans, Portimao, mal im Nassen gefahren?
Bruno Senna: Nein, da war es immer trocken. Aber in der Formel 1 in Singapur bis jetzt auch immer. Wenn es also regnet, dann wird es für alle was Neues. Da muss man dann sehen, wie das mit Reflexionen wird, wie die Sicht allgemein ist, vor allem in der Gischt.
Wie kommst Du mit dem etwas komischen Zeitrhythmus hier klar?
Bruno Senna: Eigentlich ist es auf den ersten Blick relativ einfach. Man kommt spät an, am Mittwoch, später als sonst bei Überseerennen, bleibt dann lange wach, geht um fünf Uhr früh ins Bett, steht um zwei Uhr nachmittags auf... Aber trotzdem ist es irgendwie seltsam, denn man hat dann halt nur sehr wenig Zeit mit Tageslicht, es wird gleich wieder dunkel... Aber es ist ja für alle das gleiche.

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