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SRO Esports: Pepper gewinnt Auftakt, Leclerc mit Pech

Charles Leclerc und Jenson Button müssen bei dem Auftaktevent der virtuellen GT-Serie Lehrgeld zahlen. Bentley-Werksfahrer Jordan Pepper ist siegreich.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Nach dem erfolgreichen Auftaktevent der SRO-ESports-Serie in Monza vor einem Monat, startet die Organisation von Stephane Ratel an diesem Wochenende eine Ersatzserie für die verschobene GT World Challenge auf der offiziellen Sim-Plattform der Serie, Assetto Corsa Competizione. Ähnlich wie in der Formel E werden bei den Events der Serie zwei verschiedene Rennen ausgetragen, wobei eines mit Profi-Fahrern besetzt ist und das andere mit Top-Simracern.

Das Auftaktevent der GT-Serie in Silverstone wird analog zu echten GT-Sprintrennen mit je einer Rennlänge von einer Stunde ausgetragen. Zu den Hochkarätern im Feld zählt F1-Fahrer Charles Leclerc und Ex-Weltmeister Jenson Button. Abgesehen davon war ein Großteil des Feldes mit nominellen GT3-Piloten besetzt.

Starterliste Pro-Rennen

Luca Ghiotto James Pull Ricky Collard
Luigi Di Lorenzo Matthew Samuel Lorenzo Marcucci
Ivan Pareras Simone Di Luca Diego Cassara
Arthur Rougier Seb Morris Alex Buncombe
Jordan Pepper Andy Soucek Romain Monti
Scott Malvern Jody Fannin Tyler Cooke
David Perel Chris Froggatt Nicolas Hillebrand
Maksim Yefanov Charles Leclerc Miguel Molina
Daniel Serra Dennis Lind Andrea Caldarelli
Albert Costa Balboa Vitantonio Liuzzi Dan Wells
Mikael Grenier Jenson Button Ben Barnicoat
Michael O'Brien Martin Kodric Fabrizio Crestani
Benjamin Tusting Ezequiel Companc Rafaele Marciello
Arno Santamato Felipe Fraga Kang Ling
Bryan Heitkotter Christian Engelhart Brenton Grove
Matteo Cairoli Alessio Picariello Simoe Iaquinta
Louis Deletraz David Fumanelli Isa bin Salman Al Khalifa
Nick Yelloly

Pro-Rennen: Pepper gewinnt dank McLaren-Kollision

Fabrizio Crestani setzte sich in einem McLaren 720S GT3 auf die Pole Position. Ben Barnicoat und Louis Deletraz folgten auf den Plätzen 2 und 3. Matteo Cairoli und Luigi Di Lorenzo kompletierten die ersten 5. Jenson Button qualifizierte sich auf der 16. Position, Charles Leclerc musste in dem 49-Piloten starken Feld mit Rang 23 vorliebnehmen. Der ehemalige Formel-1-Pilot Vitantonio Liuzzi platzierte sich in der Qualifying-Session außerhalb der Top-40.

Am Start verlor Crestani die Führung sofort an Ben Barnicoat, während Cairoli aus Platz 4 schon vor dem Rennstart die Verbindung zur Lobby verlor. Jordan Pepper nutzte den freien Platz vor sich, um in Kurve 1 schon auf Rang 3 zu kommen.

Fabrizio Crestani machte in den ersten Runden Druck auf Barnicoat, um die Führung zurückzuerobern. Doch dabei übertrieb es der Italiener, er kollidierte mit seinem McLaren-Teamkollegen. Barnicoat fiel bis auf die achte Position zurück, Crestani verlor noch mehr Plätze und erhielt anschließend für die Kollision auch noch eine Durchfahrtsstrafe, die ihn aus den Top-20 warf.

Bentley-Werksfahrer Jordan Pepper übernahm durch den McLaren-Crash die Führung, gefolgt von Deletraz und Marciello. Doch der Schweizer Formel 2-Pilot erhielt kurz vor der Rennhälfte auch eine Durchfahrtsstrafe. Aus der Live-Übertragung ging allerdings nicht hervor, wofür ihm diese Strafe aufgebrummt wurde.

Nachdem Deletraz seine Boxendurchfahrt angetreten hatte, übernahm Di Lorenzo Platz 2, der kurz vorher von einem Fehler des Mercedes-Piloten Marciello profitiert hatte. Raffaele Marciello machte für kurze Zeit zwar Druck auf Di Lorenzo, kam aber nicht vorbei und wurde zehn Minuten vor Schlus von Ben Barnicoat geschnappt, der sich nach seinem Unfall wieder von Platz 8 zurück in die Spitzengruppe gekämpft hatte. Wenige Minuten vor Schluss überholte Barnicoat auch noch Luigi Di Lorenzo auf der zweiten Position. Der Abstand zu Jordan Pepper war allerdings bereits zu groß. Der Bentley-Werksfahrer Jordan Pepper brachte den Sieg mit über fünf Sekunden ins Ziel, ihm folgten auf Ben Barnicoat und Raffaele Marciello über die Ziellinie. Marciello erhielt allerdings noch eine Strafe, da er sich mit einem Bump-and-Run-Manöver an Luigi Di Lorenzo vorbeimanövriert hatte. Di Lorenzo erbte somit die Podiumsposition, Marciello wurde in der offiziellen Ergebnisliste auf Rang 4 geführt.

Die Top-5 komplettierte David Perel. Dahinter klassifizierten sich Sam Morris, Ivan Pereras und Alex Buncombe. Louis Deletraz arbeitete sich nach seiner Durchfahrtsstrafe wieder auf die neunte Position zurück. Arthur Rougier landete auf Rang 10.

Nicht nach Plan verlief das Rennen allerdings für F1-Weltmeister Jenson Button. Nach einem soliden Qualifying auf P16 hielt er sich aus allen Problemen heraus und holte so einen Platz nach dem anderen. Kurz vor der Rennhälfte musste er auf Rang 7 liegend mit Unfallschäden die Boxengasse aufsuchen und beendete den Lauf auf Platz 30.

Ein ähnlich unglückliches Rennen erwischte auch Charles Leclerc, der nach einem guten Start schon früh in einen Unfall involviert war, für den er später auch noch eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt bekam. Am Ende wurde es Platz 20 für den zweifachen Grand-Prix-Sieger.

Sim-Racer-Rennen:

Auch im Rennen der Sim-Racer fiel die Vorentscheidung durch eine Kollision der beiden führenden McLaren. Nils Naujoks, der nach der Pole Position auch im Rennen vorne lag, kollidierte in der Anfangsphase mit seinem Markenkollegen Jura Petritchenko. Petritchenko wurde für die Kollision bestraft, während Naujoks einige Positionen zurückfiel. Patrick Selva übernahm die Führung und enteilte dem Rest des Feldes um mehr als 15 Sekunden. Unfreiwillige Schützenhilfe erhielt er dabei von Amir Hosseini. Der Mercedes-Fahrer verteidigte das halbe Rennen lang die zweite Position mit allen Mitteln gegen Arthur Kammerer und später den dritten Platz gegen Naujoks. Am Ende fiel er nach einem Zusammenstoß mit Naujoks aus den Top-5.

Patrick Selva erreichte das Ziel als Erster, Arthur Kammerer überquerte die Ziellinie auf Rang 2 und David Tonizza wurde Dritter. Rang 4 belegte Alberto Garcia gefolgt von Amir Hosseini. Nils Naujoks wurde nach einer Strafe nur Sechster. Die Top-10 wurden von Enzo Bonito, Giorgio Simonini und Jesus Sicilia und Philippe Simard komplettiert.


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