Nicht zum ersten Mal sah sich Mathias Lauda heute vom Qualifying-Pech verfolgt. Doch bevor es zu einer der spektakuläreren Szenen des Zeitfahrens kam, bewegte sich für den Österreicher alles im gewohnten Rahmen. "Ich bin die erste Runde mit neuen Reifen gefahren, es wurde aber nur eine 33,4 wegen des Verkehrs", beklagte der heute auf Rang 18 platzierte Lauda im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com erneut die Präsenz der übrigen Piloten in seiner Nähe.
Doch auch beim zweiten Versuch wollte zumindest ein Kollege nicht so, wie Lauda wollte: "Als ich meine zweite fliegende Runde gerade anfangen wollte, fährt Ralf mir vors Auto. Ich konnte nicht dort bremsen, wo ich normalerweise bremse. Deshalb musste ich nach außen kurz in die Wiese ausweichen." Anschließend kamen sich die beiden Mercedes-Piloten erneut in die Quere.
Nur ein Missverständnis?
So kam es ausgangs der Tarzanbocht zu einer deutlichen Berührung der beiden C-Klasse-Boliden: "Ich wollte so schnell wie möglich an ihm vorbei. Derjenige, der aus der Box kommt, muss Platz machen. Er wollte mich nicht vorbeilassen, und deshalb haben wir uns berührt. Das hat mich extrem geärgert." Entspannter sah Kollisionsgegner Ralf Schumacher die Situation: "Ein Missverständnis unter Teamkollegen. Ich habe in der Tarzanbocht sehr stark gebremst. Ich habe ihn sehr spät gesehen, dann war er auch schon vorbei. Und das etwas zu zügig, denn er ist etwas neben die Strecke geraten."
Während Lauda bereits auf seiner fliegenden Runde um eine möglichst gute Zeit kämpfte, befand sich Schumacher noch auf seiner Aufwärmrunde, die so schnell wie möglich vonstatten gehen musste: So hatte es sich für den HWA-Piloten bereits angedeutet, dass es mit dem Start einer weiteren fliegenden Runde vor Ende der ersten Qualifying-Session eng werden könnte. Die eigene Eile als Motiv, Lauda nicht passieren zu lassen, stritt Schumacher aber ab: "Ich räume ein, dass ich Mathias vielleicht irritiert habe." Eine echte Mitschuld sieht Schumacher auch bei der folgenden Berührung nicht: "Das war ein Missverständnis. Vielleicht dachte er, ich ginge an dieser Stelle vom Gas."
Der Besuch der beiden Mercedes-Piloten bei den Sportkommissaren blieb zumindest bisher noch ohne Folgen. "Ich wollte mit dem Schlenker nach rechts zeigen, dass ich da bin und vorbei will. Ich wollte nur zurück auf die Ideallinie", verteidigt sich Lauda, der sein Rennen aber ohnehin bereits mehr oder minder abgehakt hat: "Dadurch bin ich von 13 auf 18 zurückgefallen - und damit ist das Wochenende wieder kaputt."

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