Auch zu Formel-1-Zeiten waren Ralf Schumacher kuriose Unfälle nicht fremd. So kam es schon in seiner in ersten F1-Saison 1997 für Jordan auf dem Nürburgring zu einer denkwürdigen Startkollision mit Bruder Michael, dem das Temperament des Zweitgeboren im Titelkampf für Ferrari nur bedingt zu Gute kam. Zwölf Jahre lernt Schumacher in Hockenheim eine neue Version des Friendly Fires kennen. Die sich auflösende C-Klasse eines Teamkollegen war es, die ihm einen Erfolg im ersten Rennen für HWA-Mercedes früh zunichte machte.

Reparatur per Fußtritt

"Der Start war eigentlich super, aber dann ist es, wie immer, in den ersten Kurven ein bisschen eng geworden. Das kann passieren", sagte Schumacher, der ähnliche Rennverläufe bereits aus der letzten Saison gekannt: Auch 2008 war der Ex-Formel-1-Pilot von Berührungen in Runde eins oftmals nicht verschont geblieben. Doch an Stelle eines Konkurrenten war es nun die Motorhaube von HWA-Teamkollege Gary Paffett, die für Schumacher den Traum einer reibungslosen ersten Runde beendete.

Der Rheinländer trug den kuriosen Unfall trotz eines stark verformten, aber umso windschnittigeren Autos mit Fassung: "Das geht so schnell, das ist eigentlich kein Problem. Gott sei Dank hab ich ja jetzt anders als früher ein Dach, da kann mir die Haube eines anderen schon einmal auf den Kopf fallen. Der Knick im Dach war etwas eigenartig, weil ich ziemlich wenig gesehen habe. Durch die Verzerrung in der Scheibe war meine Sicht beeinträchtigt." Der Fahrzeugreparatur per Beinmuskel ging eine Aufholjagd von Platz 17 aus voraus, die allerdings ebenfalls nicht ohne Zwischenfälle bleiben wollte.

Erkenntnisreiche Aufholjagd

"Das Auto war von da an aber ein bisschen lädiert. Dann kam ich noch ein paar Mal mit meiner Freundin Katherine Legge und ein paar anderen zusammen. Das ist natürlich klar, denn da hinten wird ja auch hart gefightet", sagte Schumacher mit Blick auf die Audi-Pilotin, die ihn in der Haarnadelkurve in einen Dreher gezwungen hatte. So musste sich Schumacher erneut durch das Trio der Futurecom-Audis kämpfen: "Wir haben das Beste daraus gemacht, trotz der ganzen kleinen Probleme. Für mich war es ganz wichtig mal ein paar Runden zu fahren hier in Hockenheim. Wenn so etwas wie die der Unfall mit Garys Haube passiert, denkt man natürlich, das Rennen ist vorbei, und deswegen bin ich auch zwischenzeitlich schon ausgestiegen."

Am Ende konnte Schumacher den unverhofften Neustart doch noch nutzen, um seine durchaus überzeugende Performance unter Beweis zu stellen. Trotz der mehrfachen Rückschläge verpasste der HWA-Pilot schließlich als Neunter nur knapp den Einzug in die Punkteränge. "Die Rundenzeiten waren am Ende ganz gut gemessen daran, dass wir noch nicht so viel testen konnten." Dennoch will Schumacher die Ansprüche noch nicht zu hoch schrauben. Vom Level seiner erfahreneren Teamkollegen sieht er sich noch entfernt: "Wir haben noch einiges zu tun, um richtig nach vorne zu kommen."