Wenige Minuten vor der großen Tragödie hatte Ekström noch per Funk von seinem neuen Dienstwagen geschwärmt, mit dem er wie auf Schienen zu seinem 14. DTM-Rennsieg zu fahren schien. Dann machte ihm eines der heute zahlreichen auf der Strecke verteilten Trümmerteile einen Strich durch die Rechnung - und einen Schlitz in den linken Hinterreifen. "Ein bisschen Rennglück hat gefehlt - sonst war alles gut. Ich kann nicht klagen", bilanzierte Mattias Ekström in gewohntem Sarkasmus, schien aber die Pleite der von zehn auf zwei reduzierten Punkteausbeute dennoch schon halbwegs verdaut zu haben.

Den Moment des Reifenplatzers schildert er so: "Der erste Gedanke war: Jetzt mit voller Attacke in die Boxengasse, neue Reifen drauf und so viel retten, wie zu retten ist." Auch zuvor hatte sich der Champion von 2004 und 2007 nicht aus der Ruhe bringen lassen. Souverän verteidigte seine Pole Position und ließ anschließend seinen teaminternen Verfolgern keine Chance: "Wenn man Schnellster am Samstag ist, hat man den Vorteil, mit neuen Reifen zu starten. Am Anfang des Rennens bin ich so schnell gefahren, wie das Auto konnte. Auch danach hat die Performance des Autos nicht abgebaut."

Wie im Autopilot-Modus

Anschließend vergrößerte er den Vorsprung auf Tom Kristensen ohne Not weiter - und ohne Anstrengung: "Ich bin in einen Rhythmus gekommen - wie im Autopilot-Modus. Ich hatte nicht das Gefühl zu pushen, aber habe trotzdem mein Tempo gehalten. Dann auf einmal war es nicht mehr so lustig." Einen vorzeitigen Rückschlag im Meisterschaftskampf will Mattias Ekström noch nicht sehen: "Zwei Punkte sind besser als null - jeder Punkt zählt. Wenn der Renngott fair ist, werden auch die anderen einmal Pech haben. Wenn ich am Ende wegen der verlorenen acht Punkten an der Meisterschaft scheitere, ist das eben so."

Auch der Schwede zeigte sich beeindruckt von den wiedererstarkten Jahreswagen. Er sieht eine verschärfte Konkurrenzsituation. "Dieses Jahr ist das erste in der DTM, in der die Jahreswagen wirklich voll dabei sind. Ich habe nun sieben Gegner im Team, denn auch die Jahreswagenfahrer sind richtig schnell. Wir wissen intern, wie nah die Jahreswagen an uns dran sind."