Schon im heutigen Formel 3-Rennen wurde deutlich: Überholen ist auf dem nur 1,929 Kilometer langen Kurs von Brands Hatch nahezu unmöglich. Auch die DTM-Fahrer werden am Sonntag vor scheinbar unüberwindbaren Hürden stehen, wenn sie auf einen langsameren Konkurrenten auflaufen und sich im unmittelbaren Duell befinden. Gerade für Fahrer, die nur im Mittelfeld oder noch weiter hinten starten dürfen, wird es enorm schwer, einen Weg nach vorne zu finden. Kann eine gut geplante Strategie entscheidend sein - oder entscheidet das Wetter?

Tom Kristensen wird nach einer verpatzten Qualifikation nur vom zwölften Startplatz ins Rennen gehen, nachdem in der zweiten Session "etwas Panik in der Box herrschte und mich mein Ingenieur leider in den Verkehr schicken musste." Damit hat der Däne eine deutlich schlechtere Ausgangsposition als noch beim letzten Rennen in der Eifel, doch eigentlich kann es nur besser werden. "Es ist nur noch wenig möglich, aber im letzten Rennen stand ich auf Pole und am Ende mit leeren Händen da. Für morgen hoffe ich, dass ich von Platz 12 aus auf den richtigen Reifen starte und alle anderen nicht. Dann wird viel möglich sein..."

Mathias Lauda hofft auf Regen und Chaos, Foto: DTM
Mathias Lauda hofft auf Regen und Chaos, Foto: DTM

Kristensen ist nicht der einzige Fahrer, der für Sonntag auf unbeständige Bedingungen hofft. Auch Mathias Lauda, der es heute nicht schaffte eine perfekte Runde zu fahren, macht sich Hoffnungen auf Schauer - immerhin besteht eine 50-prozentige Regenwahrscheinlichkeit. "Viel Regen, viel Chaos", so Lauda im Gespräch mit dem adrivo Motorsport Magazin, "und dann fahre ich hoffentlich nach vorne. Ziel ist es, keine Fehler zu machen und konstante Zeiten zu fahren. Wo man dann landet, kann man nie wissen."

Wenn Petrus doch nicht die Schleusen öffnen wird, kann die Strategie und der richtige Zeitpunkt für die beiden Pflichtboxenstopps ausschlaggebend sein. Allerdings ist das alles andere als einfach. "Die Strecke ist extrem kurz, und so ist es schwer, hier eine freie Stelle zu finden. Das macht die Strategie anspruchsvoller als gewohnt. Es ist definitiv schwierig, hier alles richtig zu machen", erläutert Jamie Green, der sich mehr erhofft hatte als Startplatz fünf. Andererseits ergibt sich durch die kurze Runde eine größere Rundenzahl für das Boxenstoppfenster und so "lässt die Taktik mehr Spielraum als anderswo - insofern hoffe ich, dass sie funktioniert", sagte Martin Tomczyk.

Als bester Jahreswagen-Fahrer aus dem Mercedes-Lager hofft Gary Paffett von Startplatz acht aus auf eine fette Punkteausbeute. Auch der Lokalmatador erwartet viele verschiedene Taktiken: "Im letzten Jahr haben wir viele verschiedene Strategien gesehen und Bernd hat von einem ähnlichen Startplatz aus gewonnen." Paffett warnt jedoch vor den unbeständigen Witterungsverhältnissen: "In den Wetterprognosen wird für morgen Wind und Regen erwartet - das könnte die Strategie beeinflussen. Wir werden versuchen, ein paar Punkte zu sammeln - und vielleicht zu gewinnen."